| 20.4.06, 11:06 Uhr | |
| S-Single Beiträge: 37/179 dabei seit: Jan '01 | dr-faust: Mein Resepkt und Beifall für diese wundervolle Antwort ![]() ![]() Da ich als Schreiberling eine Geschichte Zunes geile Ferien geschrieben habe, deren Protagonistin eine Hautfarbe hat, die in einem deutlichen Kontrast zu meiner eigenen steht (ich wurde meine durchaus als weiß bezeichnen) habe ich mir natürlich zu diesem Thema einige Gedanken gemacht. Wenn ich die Kommentare zu der Geschichte lese, anscheinend nicht genug, da jemand eine Häufung des Wortes Neger etc. festegestellt haben will. Doch das jetzt einmal außen vor gelassen, möchte ich kurz meine Gedanken zu dem Thema preisgeben. Ich habe vor etwas über zehn Jahren einen Monat in der Republik Südafrika in einem Township in der Nähe Johannisburgs gelebt, geschlafen und gearbeitet. Das war zu der Zeit, als Nelson aus dem dem Gefängnis kam, Chris Hani erschossen wurde und die Republik Südafrika versuchte, Wege aus der Apartheid zu finden. Im Vorfeld der Reise war es uns natürlich wichtig, die richtige Beteichnung für die jeweiligen Bevölkerungsgruppen zu finden, was durchaus schwierig war, denn "schwarz" ist nicht gleich "schwarz" (gewesen). Meine schwarzen Gastgeber erklärten es mir folgendermaßen: Es gibt Schwarze. Das sind Afrikaner, deren Wurzeln eben auf dem Kontinent sind. Dann gibt es farbige. Das sind Menschen mit dunklerer Hautfarbe, z.B. Inder. Und dann eben Weiße. Wie die aussehen, muss ich nicht sagen, oder? Natürlich ist das eine zum Teil auch von der damaligen weißen Regierung getragene Erklärung, aber niemand hat mich beim Gebrauch der Begriffe angemacht oder mir etwas anderes vorgeschlagen. Und seit der Zeit nutze ich diese Einteilung und mir hat noch niemand was deswegen gewollt. Wenn ich also eine Geschichte schreibe, dann achte ich darauf, diese Einteilung einhalte. Nur in wörtlicher Rede, weiche ich davon ab, wenn zum Beispiel ein Charakter ausländerfeindliche Tendenzen aufweisen soll. Ich gebe zu, bei Kindern mit Eltern verschiedenfarbiger Hauttypen wird es manchmal schwer, korrekt zu sein, aber dann kann ich mich immer noch entschuldigen, falls ich in ein Fettnapf getreten haben sollte. Und ansonsten gibt es auch etwas wie literarische Freiheit (und wehe es liest da jettzt jemand literARISCHE heraus )Bis dahin, ![]() von Schlafloser Single |
| 20.4.06, 19:11 Uhr | |
| Why-Not | Ich hatte den Hauptcharakteren meiner Story "Der Wolkenkrieger" eine hellbraune Haut mit olivfarbenen Schimmer angedichtet. Muß ich mir jetzt Gedanken über versteckten Rassismus in meiner Geschichte machen? Und wenn ja, gegen wen? (Die Leute mit hellerer Haut werden übrigens mal als quarkfarben bezeichnet.) Ach ja, und in "Dunkle Wolken über Landor" kommen grüne und tiefschwarze Waldgeister vor. Wie konnte ich nur ... ![]() Ich finde nachwievor, es sind nicht die Worte, sondern die Inhalte, die einen Text ggf. rassistisch werden lassen. Und wer ganz sicher gehen will, kann ja von pigmentstarken Leuten schreiben (siehe oben). ![]() Why-Not (kein Sprachparanoiker) |
| 22.4.06, 13:57 Uhr | |
| mondstern70 | Das Thema Rassismus finde ich auch furchtbar, als 17-jährige habe ich hierzu eine ziemlich üble Erfahrung machen müssen. Ich kopier mal einen Teil meines "Tagebuchs" ein. (gelöscht) |
| 22.4.06, 14:13 Uhr | |
| mondstern70 | zurückgezogen |
| 22.4.06, 14:23 Uhr | |
| mondstern70 | Why-Not: Hi Why-Not, als ich "Wolkenkrieger" gelesen habe, fielen mir die alten Comic meiner Brüder wieder ein - Kobra - und daraus "das Reich Trigan" vielleicht kennst du das ja auch :-) Da gab es genau diesen Farbton :-) Die "bösen" aus Cato aber auch die "guten" aus Daveli (glaube so hießen die, weiß aber nicht mehr genau) LG Anja |
| 23.4.06, 01:23 Uhr | |
| XXX-Zine | mondstern70: *Offtopic an* Die Bösen waren die Lokaner, die zuerst Tharv (da kommt Perec der Wissenschaftler her) angegriffen haben und dann gegen Cato gezogen sind (Entscheidung mit der Münze). Trigan kommt aus Vorg, aus dem dann das Reich Trigan geworden ist (die Münze hatte da entscheidenden Anteil dran). Aus Daveli kommen die grünen Eingeborenen, dass sind auch die Guten auf Elekton. Wer jetzt nicht weiß, woorum es geht: Trigan - englische Seite und [link=http://www.stefan-schaetz.de/ ]Seite zu Don Lawrence, dem Erschaffer von Trigan Kobra hab ich damals auch gelesen und von Trigan hab ich die 10 Hardcover :-) *Offtopic aus* |
| 13.5.06, 04:54 Uhr | |
| jaaack Beiträge: 0/1 dabei seit: Aug '04 | Moin! meine wenigkeit kümmert sich zwar nicht groß um das Forum (ich schreibe zwar Geschichten, aber nicht hier und auch seltener erotische...lesen ist ja auch was feines*g) aber jetzt hab ich aus langeweile rumgeblättert und bin hier gelandet. Nun, erstmal macht für mich selbstverständlich der Kontext rassismus in geschichten aus. Okay, wenn ich jetzt einen Chara habe, der eben Schwarz ist und dessen einzige Daseinsberechtigung in meiner Story diese ist, das ich einen Schwarzen habe an dem man sich aufgeilt weil er gutaussehend und eben Schwarz ist, ist das schon rassistisch. Rassismus ist für mich auch nichts grundlegend negatives, sondern etwas natürliches. "Die Anderen" sind nunmal anders. Und jene, für die wir (Ureinwohner Europas) anders sind, werden das genauso sehen. Auch ist es schwierig zu definieren wann Rassismus abwertend ist. Wenn ich jetzt Asiaten wegen ihren typischen Augen vollends unattraktiv finde und ums verrecken nicht mit einem ins bett steigen will, ist das was "schlimmes"? oO (btw: ich habn Asia-Fetish ;) ) Und zum Begriff NEGER: Das ist definitiv KEIN aberwetnder begriff. Das Wort "Neger" leitet sich aus dem lateinischen ab, von einem adjektiv, "negro". Dies bedeutet nichts anderes als "schwarz". Ein Neger ist also nichts weiter als das entlehnte, lateinische Fremdwort für einen Schwarzen. Einige Schwarzafrikaner aus Mosambique haben mir das selbe gesagt...und die dürfte es ja letzendlich betreffen. Aber eine Frage hab ich: Da das Allel für die schwarze Pigmentierung mischerbig ist, gibts unterschiedliche bezeichnungen für den klassischen ebenholzmäßigen Schwarzafrikaner und die helleren, teils mit weißen gekreuzten Varianten wie sie z.B. in den USA en masse auftreten? Und die helleren Volkstämme direkt aus Afrikanischen Gebieten? Sind südländische Europäer (Italien, Spanien, Portugal...) überhaupt nich weiße? Ich glaub man kann das eh nicht wirklich definieren....aber man möge mich eines besseren belehren^^ Btw: etwas witziges hab ich noch: Schonmal einen Schwarzen (nehmen wir ruhig die Ebenholzvariante) gesehen der Sonnenbrand hatte? Die haut sieht an den stellen erstmal garnicht viel anders aus, tut halt nur weh. Aber beim abschälen h3h3 die neue haut wird Baby-schweinchen-rosa^^ ja okay, bei den meisten weißen auch aber dieser kontrast ist zu göttlich^^ Die kleine bei der ichs gesehen habe sah voll niedlich aus mit ihren Pinken stellen... *sabber* (nicht DIESE pinken stellen*g) |
| 2.2.07, 16:33 Uhr | |
| Killapower Beiträge: 0/2 dabei seit: Jun '04 | Hey, kleine Rückmeldung von einem den es direkt betrifft : Ich bin nämlich schwarz. Meinereiner freut sich sehr, wenn er nicht Worte wie Nigger,Neger oder Blacky lesen muss. Gegen Schwarzer oder Dunkelhäutiger genauso wie Farbiger habe ich überhaupt nichts. Ausserdem muss ich sagen, dass ich auch aus amerikanischer Erfahrung heraus, das Wort "Nigger" im Sprachgebraucht zwischen 2 Schwarzen völlig akzeptiere. Das liegt daran, das 2 Schwarze zum Teil völlig anders miteinander über die Hautsprache reden. Leider ist es so, dass der Rassismus in unseren Landen immer mehr zunimmt und deshalb vor allem Schwarze auf Ausdrücke die die Hautfarbe betreffen ziemlich empfindlich reagieren. Ich weiss aber nicht wieviele Farbige hier unterwegs sind. Und jetzt hoffe ich auf Rückmeldungen. Grüße ![]() |
| 5.2.07, 11:33 Uhr | |
| maho69 | Killapower: Hallo, nur eine Frage, weil's mich interessiert. Wie wird denn von den Farbigen ein "Weißer" rassistisch benannt? Bei "Bleicher", "Blasser", "Farbloser" würde ich mich noch nicht so fühlen. lg maho69 |
| 5.2.07, 19:06 Uhr | |
| XXX-Zine | maho69:Killapower: 'Weißbrot' hab ich mal gehört! |
| 5.2.07, 23:12 Uhr | |
| Why-Not | maho69: Ich denke, die Bezeichnung bekommt erst dann eine emotionale Bedeutung, wenn man ohnehin benachteiligt bzw. ausgegrenzt wird. Die Bezeichnung selbst dürfte dabei meist nicht wichtig sein, sondern die Absicht, mit der sie (gewöhnlich) benutzt wird. |
| 26.3.07, 07:54 Uhr | |
| Coy Beiträge: 0/3 dabei seit: Jul '04 | Was Killapower sagte kam mir auch von Anfang dieses Threads an in den Sinn. Wenn ich eine Story über zwei Gangxta-Rapper lesen würde, die sich gegenseitig 'Nigger' nennen, wäre das in meinen Augen völlig normal, weil ich Leute kenne, die genau so reden. Ich hab es immer als seltsam empfunden, daß da eine Trennung betrieben wird, wo man doch eigentlich rassistische Vorurteile abbauen will, aber ich würde wohl als Schreiber ebenfalls sorgfältigst auf diesen und ähnliche Begriffe außerhalb der wörtlichen Rede verzichten. Innerhalb wörtlicher Rede ist es allerdings klar eine Frage der Epoche in der die Geschichte spielt und der Sprecher! |
| 30.3.07, 21:38 Uhr | |
| tyami | jaaack: Das Wort "Neger" leitet sich aus dem lateinischen ab, von einem adjektiv, "negro". Hei ihrs, liest sich recht spannend bisher. Das lateinische Wort heißt zwar "niger", und so nennt man heute auch einen Staat in Afrika (sogar zwei, wenn man "Nigeria" als Ableitung dazuzählt). Trotzdem hat "Nigger" bzw. "Neger" gerade durch die Literatur eine Bedeutung bekommen, die oft reflexartig mit "primitiv", "dumm" oder "unselbständig" verbunden wird. Nicht ganz zufällig bleibt an Dunkelhäutigen bis heute die Rolle des "triebhaften (Geschlechts-)Tieres" hängen, und damit nähern wir uns schon bedenklich dem Rassismus. An den Ausdrücken allein liegt es sicher nicht. Einfaches Beispiel: "Auch Neger sind Menschen" klingt wohl für die meisten Menschen weniger rassistisch als: "Schwarze sind dumm, faul und verschlagen." So plump geht es heute allerdings - mit Ausnahme der "Völkischen" - kaum noch wer an. Eine verdeckte, oft unabsichtliche Form von Rassismus besteht darin, dem "schwarzen Mann" in einer Geschichte eine "Ausbildung in Europa" zuzugestehen. Nett gemeint, aber: Wird er dadurch "edler", dass er jetzt angeblich wie ein Brite, Franzose, Deutscher, ... denkt und lebt? Warum nicht gleich einen Weißen in die Geschichte einbauen? Um den Exotenbonus abzusahnen, und wegen des schönen Farbkontrasts?Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens auch die Position von Mulatten, auf deren deutschsprachige Webpräsenz ich zum Abschluss hinweisen möchte. So, Ende der Fahnenstange. bye, tyami |