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21.10.07, 21:37 Uhr
mondstern70
Beiträge: 41/599
dabei seit: Sep '04
Mondstern
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S-Single:
Ich bekomme ein Küsschen von der Muse und dann ruft die Tastatur nach mir.


Ich denke, die Muse küsst uns alle gelegentlich, und jeder holt seine Inspirationen entsprechend seines Genres aus den verschiedensten Quellen.

Professionell heißt für mein Verständnis, das Profis am Werke sind. (Wobei es natürlich auch Amateure gibt, die professionell arbeiten) Um beim schreiben zu bleiben – diese Leute verdienen damit ihr Geld und der potentielle Leser (=Käufer) darf hier einen grammatisch, richtigen fehlerfreien Text erwarten. Ist die Story langweilig, oder eben zu abstrakt, dass sie keine Käufer findet, wird der Autor zwangsweise arbeitslos werden.

Professionell kann aber auch „Fließbandware“ bedeuten, keine Frage, wenn die von dir angeführten Autoren damit ihre Leser glücklich machen ist ja allen gedient.

"Superprofis" ist in "Anführungszeichen" und kann jeder auffassen wie er will cool Natürlich kann man auch immer das Negative aus einer Aussage ziehen. Ich las mal einen Bericht über "Making-of" der TV-Serie "24". Dort Arbeitet ein ganzes Team an nichts anderem als dem Spannungsbogen. Die haben sogar ein Computerprogramm entwickelt, um "perfekt" zu sein! Das ein Hobbyautor da nicht mithalten kann, … denk ich halt nur so – für mich – alleine in meinem kleinen Zimmer – unter dem Dach …

S-Single:
Mein literarischer Exhibitionismus geht nicht so weit, tut mir leid.


Wie weit dein literarischer Exhibitionismus geht ist alleine deine Sache. Ich frag mich nur warum sich das immer so negativ anhört? confused Und um ehrlich zu sein – regt mich das manchmal schon auf. Geschichten im authentischen Stil sind sicherlich für viele langweilig, aber … (nee, ich sag nichts mehr …)

Ich verurteile ja auch niemanden der sich als „Superheld“ in eine Fantasiewelt stürzt, um darin (seine) Abenteuer zu erleben oder im Grenzbereich der Regeln zu wandeln.

Und wieso denken eigentlich so viele Autoren, sie würden in ihren Geschichten nichts über sich verraten? Ihr verratet viel mehr als ihr eigentlich wollt. wink

LG Mondstern waving
21.10.07, 21:44 Uhr
mondstern70
Beiträge: 41/599
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Mondstern
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-Serenity-:
Erotik schreiben ist vergleichbar mit dem Liebesakt. Man zögert den Höhepunkt bis ins Unerträgliche hinaus.


lol2 Ich weiß ja nicht wie das bei dir Zuhause abläuft, aber mach das dreimal hintereinander bei deiner Frau und sie wirft dich aus dem Bett !!! wink

Erotik hat unglaublich viele Facetten und einfach übereinander herzufallen und sich "den Verstand raus poppen" ist auch eine davon wink

LG Mondstern waving

Die sich das recht nimmt, das Posting ggf. wieder zu löschen cool

Okay, das war leicht gestupfelt wink
21.10.07, 22:37 Uhr
-Serenity-
Beiträge: 117/1337
dabei seit: Aug '02
Serenity
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mondstern70:
Ich weiß ja nicht wie das bei dir Zuhause abläuft, aber mach das dreimal hintereinander bei deiner Frau und sie wirft dich aus dem Bett !!!

lol2lol2lol2Wer dreimal hintereinander quasitot war, wirft niemanden mehr aus dem Bett. lol3
mondstern70:
Erotik hat unglaublich viele Facetten und einfach übereinander herzufallen und sich "den Verstand raus poppen" ist auch eine davon

Du meinst Sex, nicht Erotik. Beim "Verstand raus poppen" knistert nix. Da knackt höchstens die Unterlage, oder was auch immerlol3 Und die literarische Bearbeitung des "Knackens" ist "always boring." Hier sind es, von über 7000 Geschichten, mindestens die Hälfte. Vielleicht untertreibe ich hier.tongue2

Ein Tipp, lies Girodias, dann weißt Du, wie man Erotik definiert und wie man sie zum Leser bringt.

Sereni...ty
*ich liebe dieses Forum
22.10.07, 17:02 Uhr
astweg
Beiträge: 9/84
dabei seit: Jun '01
TetraPack
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Hallo Gemeinde,

ich fing an zu schreiben, weil ich bei vielen Geschichten hier gedacht habe, dass man da mehr draus hätte machen können. Irgendwann fasste ich dann den Mut, eine Geschichte zu schreiben und sie hier zu veröffentlichen. Die Bewertung war OK, Kommentare gab es kaum. Erst bei weiteren Geschichten kamen sehr aufmunternde, ja sogar begeisterte Kommentare. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich eigentlich nur so aus dem Bauch heraus geschrieben. Inzwischen habe ich jedoch einiges über das Schreiben und darüber, wie man gut schreibt, gelesen. Dies hatte bei mir den Effekt, dass ich nun zu überkritisch mir selbst gegenüber geworden bin. Ich schreibe etwas und verwerfe es alsbald wieder. crying Wie kommt man aus einer derartigen Schaffenskrise heraus?

LG
astweg (TetraPack)
22.10.07, 17:11 Uhr
JeremyKottan
Beiträge: 1/75
dabei seit: Aug '01
Jeremy Kottan
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mondstern70:
Ein weiteres Hauptproblem ist die Erwartungshaltung! Der "Wedler" (habe den begriff eben im Forum aufgeschnappt) will ... was wohl?



"Wedler" "Einhandleser".
Immer wieder lese ich von Zeit zu Zeit diese Begriffe hier im Forum. Ich fühle mich genötigt als Autor mal etwas dazu zu sagen, auch wenn ich eventuell Prügel dafür bekomme.
Abgesehen von den unterschiedlichen Qualitätsstufen der einzelnen Geschichten, empfinde ich es als anmaßend, den Leser als "Wedler" und "Einhandleser" zu bezeichnen. Niemand weiß ganz genau, was während und nach dem Konsumieren der Story wirklich passiert. Wenn mir z.B. eine Leserin per Mail schreibt – "Jeremy, ich habe tagelang auf deine Story masturbiert und viel Spaß dabei gehabt …" – freut mich das zuerst. Ob ich das glaube, ist eine andere Sache.
Jedenfalls möchte ich als Verfasser auf keinen Fall ständig als "Schmuddelautor", "Obszönschriftsteller" oder – ich kreiere einen neuen Begriff – "Tittenjournalist" verunglimpft werden, nur weil ich Erotikstories schreibe.

Ich kann doch nicht meinen Hund eine Wurst hinhalten und ihn anschließend als "verfressenen, gierigen Köter" beschimpfen, nur weil er sie angenommen und gefressen hat.

Sorry – aber ich finde die oben benannten Begriffe ebenso doof und abwertend, wie „Fot**“ oder „Pimm**“.
Entschuldigt bitte, wenn ich mit meinem Einwand diese Diskussion gestört oder „verfremdet“ habe. Das war meine Absicht!

JeKo
22.10.07, 17:17 Uhr
mondstern70
Beiträge: 41/599
dabei seit: Sep '04
Mondstern
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-Serenity-:
Du meinst Sex, nicht Erotik. Beim "Verstand raus poppen" knistert nix.


Nicht??? Knistern vielleicht weniger, da knallt’s mehr wink

Aber im ernst, klar - ich sprach von Sex - der (meiner Meinung) ein Teil der Erotik ist. Jeder sieht Erotik anders, ich schaue gern schönen Frauen im Stringtanga nach, schüttle den Kopf wenn ich einen hübschen Mann im Selbigen sehe. Im Mondschein Hand in Hand spazieren gehen und sich an schöne gemeinsame Momente zu erinnern, kann sehr erotisch sein. Ich schlaf gern mit meinem Mann und ich lass mich auch gern mal "poppen" Das ist ein Himmel großer Unterschied und gerade hier denke ich, dass viele durch massiven Konsum von Internetpornographie schon zu abgestumpft sind um das zu unterscheiden.


Ein Tipp, lies Girodias, dann weißt Du, wie man Erotik definiert und wie man sie zum Leser bringt.


Sofern ich herausgefunden habe, wer jener ist ... Dann weiß ich zumindest wie Girodias es definiert. wink

LG Mondstern waving
22.10.07, 17:24 Uhr
mondstern70
Beiträge: 41/599
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Mondstern
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astweg:
Wie kommt man aus einer derartigen Schaffenskrise heraus?


Hi, da gibt`s diese Typen mit der Couch wink Aber du hast das Problem ja selbst schon angeführt. Zitat: Dies hatte bei mir den Effekt, dass ich nun zu überkritisch mir selbst gegenüber geworden bin.

Akzeptiere das du nie perfekt sein wirst, mache deine Fehler, schreib weiter - lösch es nicht, sondern lasse es einfach eine weile liegen. Feil weiter dran und - veröffentliche es!!!

Nach einem Jahr wirst du vieles wahrscheinlich anderes ausdrücken, das ist bei mir nicht anders. Meine ganz "üblen" Sachen liegen zum Glück sicher auf meiner Festplatte und hin und wieder sehe ich es mir an und schüttle den Kopf.

LG Mondstern waving
22.10.07, 17:44 Uhr
mondstern70
Beiträge: 41/599
dabei seit: Sep '04
Mondstern
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JeremyKottan:
Ich kann doch nicht meinen Hund eine Wurst hinhalten und ihn anschließend als "verfressenen, gierigen Köter" beschimpfen, nur weil er sie angenommen und gefressen hat.


Ich find’s auch vermessen, wenn ich eine Komödie schreibe und jemand lacht dann auch noch ...

Im Grunde gebe ich dir recht. In beiden Beziehungen! Sowohl als Leser als AutorIn. Ich verwende den Begriff "Wedler" nicht um jemanden anzuprangern, sonder um ein speziellen Konsumenten damit zu klassifizieren. Wobei ich zugeben muss, das es sich wirklich nicht gerade charmant anhört.

In anderen Forenbeiträgen habe ich geschrieben, das ich kein Problem mit solchen "Geschichten" habe und selbstverständlich auch nicht mit Lesern, die eben nach dem zweiten Absatz gleich "Aktion" wollen.

An den Kommentare sehe ich aber auch, dass diese Leser - meine Geschichten nicht lesen. Deswegen werde ich aber nicht meinen Stil ändern. Und das ist ja bei Sevac gerade das schöne wink

LG Mondstern waving
22.10.07, 19:44 Uhr
tyami
Beiträge: 5/237
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tyami takez
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mondstern70:
astweg:
Wie kommt man aus einer derartigen Schaffenskrise heraus?

Akzeptiere das du nie perfekt sein wirst,

Ich muss Mondstern - wo schreib ich das bloß hin? - zur Feier des Tages zustimmen. Schreib weiter, und akzeptier den Umstand, dass du in der Theorie eben weiter bist als in der Praxis - letztere verbessert sich nur durch praktische Übung. Was mir zusätzlich geholfen hat: Ich sag mir vor dem Schreiben immer, dass ich mir nix mehr beweisen muss und in erster Linie für mich texte. Wenn das Ergebnis was taugt, kann ich es ja immer noch veröffentlichen.
-Faith-: Es ist mir lediglich müßig über Haarspaltereien zu diskutieren, für alles andere stehe ich himmelweit offen.

Ich merke nicht zuletzt an meiner eigenen Schreibe, wie leicht man sich mit ein paar kleinen stilistischen Flapsigkeiten, unnötigen Längen und anderen "Bagatellen" recht brauchbare Storys schnell und sicher zerstört. Literatur ist vorrangig ein Spiel mit Sprache, also mit Buchstaben, Worten und Sätzen, nicht mit Bildern. Um dir trotzdem ein Bild zu liefern: Ein einziger falscher Pinselstrich, und das schönste Bild ist verhunzt.

Genau diese Detailschwächen - und das auch als Antwort an Why-Not - unterscheiden Sevac-Storys unter anderem von "Klasse". Was man sonst noch dazu sagen könnte, würde den Rahmen dieses Threads deutlich sprengen. Nur als Ansatz:
JeremyKottan: Niemand weiß ganz genau, was während und nach dem Konsumieren der Story wirklich passiert.

Es ist letztlich egal, was während und nach dem Lesen in der Realität passiert. Fakt ist, dass die sexuelle Spielart bzw. Handlung zu oft gegenüber jedem anderen Aspekt der Geschichte dominiert, und das lässt sich mittels Kommentaren oder Storyrequests leicht belegen. Aber das ist, auch wenn es niemand lesen will, nun mal eher ein Kriterium der Pornografie denn eines der Erotik (kein Gegensatzpaar!).

Punkt.
22.10.07, 23:22 Uhr
-Faith-
Beiträge: 17/285
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Faith
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JeremyKottan:
mondstern70:
Ein weiteres Hauptproblem ist die Erwartungshaltung! Der "Wedler" (habe den begriff eben im Forum aufgeschnappt) will ... was wohl?



"Wedler" "Einhandleser".
Immer wieder lese ich von Zeit zu Zeit diese Begriffe hier im Forum. (...) Abgesehen von den unterschiedlichen Qualitätsstufen der einzelnen Geschichten, empfinde ich es als anmaßend, den Leser als "Wedler" und "Einhandleser" zu bezeichnen. (...)
Ich kann doch nicht meinen Hund eine Wurst hinhalten und ihn anschließend als "verfressenen, gierigen Köter" beschimpfen, nur weil er sie angenommen und gefressen hat.

JeKo


tyami:
Stimmt grundsätzlich, aber ein Charakter von Ibsen oder Shakespeare (der noch eher) wäre in einer Sevacstory ziemlich verloren. Was mir bei den Ratgebern fehlt, ist einer, der sich auf "Erotikgeschichten" spezialisiert. (...) Natürlich finden sich in anderen Schreibanleitungen genug allgemeine "basics", wie auch im Wikilink, aber die muss man erst mühsam im Selbststudium auf "Erotik" ummodeln.

Ein Hauptproblem besteht darin, dass es vor allem im Deutschen nur sehr wenige bekannte Vorlagen für ernstzunehmende Erotikgeschichten gibt, und so sehen die Sevacstorys auch irgendwie aus.



Hallo,

um mal einen Bogen zwischen diesen beiden Aspekten zu schlagen:

Sevac wird größtenteils wegen der sexuellen Inhalte aufgesucht.
Gerade heute ist mir ein Kommentar aufgefallen, der wohl bezeichnend für einen Großteil der Leser ist.
Zitat: "die (sex) Szene draußen ist heiß beschrieben. Das entschädigt für den langen Anfang."

a) hätte Shakespeare seine Figuren so gut entwickeln können wenn er alle paar Seiten etwas "deftiges" hätte schreiben müssen?
(oh Gott, wie ich diese "hätte" hasse, aber ich will das jetzt nicht noch ewig überarbeiten)
b) ist es überhaupt möglich auf 10 Seiten genug Spannung, Erotik und Tiefe zu erzeugen wie in einem Roman?
c) muss man erst eine Anleitung, eine Formel, von wem auch immer, erhalten um nach dieser Vorgabe "gut" schreiben zu können?

... ich muss schon wieder die Bildsprache bemühen - ich kann halt nicht anders.cool

Die Hauptanziehungskraft von Sevac ist die Pornografie - nicht die nebulöse Erotik (obwohl ich dieser Facette keinesfalls ihre Daseinsberechtigung absprechen möchte)
Wenn jemand ein Striplokal aufsucht erwartet er leicht bekleidete Damen, die sich zur Musik bewegen und ihre Reize zur Schau stellen. Diese Damen müssen keine klassische Ballettausbildung haben, sie müssen eigentlich nur ihre Reize präsentieren.

Sagen wir mal der durchschnittliche Sevacautor ist eine mehr oder weniger gute Stripperin die es versteht ihr Publikum zu begeistern. Sie weiß, dass sie keinem "ehrenwerten" Beruf nachgeht, aber sie hat auch ihren Stolz.

Nehmen wir weiter an, dass ein erfolgreicher Romanautor, der seine Charaktere über viele hundert Seiten entwickeln und ihnen Tiefe verleihen kann, einer Balletttänzerin entspricht. Er hat lange und hart trainiert, wurde unter vielen ausgewählt und hat nun eine große Bühne auf der er seine Künste zeigen kann.

... so weit so gut ... jetzt vertauschen wir mal die Rollen ...

Die Ballerina würde in dem Striplokal bestimmt auch gewisse Reize ansprechen, aber irgendwann (so nach ca. 4 Seiten) würden die ersten Zuschauer aufstehen und laut:
„Titten, Titten, Titten!“, rufen.
Vielleicht ist unsere Ballerina ja so flexibel und lüftet ihr Kleidchen um das Publikum zufrieden zu stellen ...
... aber welche ihrer Talente haben das Publikum dann „befriedigt“?

Die Stripperin wiederum hätte keinerlei Probleme von Anfang an oben ohne auf die Theaterbühne zu gehen. Spätestens (so nach ca. 2 Seiten) wenn sie auf allen Vieren über den Orchestergraben steigt, würde es empörte Puh – Rufe geben. Und obwohl sich so mancher denkt ‚endlich mal was los in dem alten Schuppen’ würde er sich dezent räuspern und seiner Gattin zum Ausgang folgen.

Um den Bogen abzuschließen
Ein Romanautor kann sicherlich auch die Erwartungen des Sevacpublikums erfüllen, allerdings wird sein Talent nur so weit anerkannt, wie er die entsprechenden Reize vermittelt. (und bereit ist seinen guten Ruf aufs Spiel zu setzen)

Der durchschnittliche Sevacautor wird im grellen Rampenlicht scheitern, aber in gewissen Seitenstraßen auf reges Interesse stoßen. (sonst gäbe es so was wie Sevac ja nicht)

Mein persönliches Fazit:
Nur weil ich mich virtuell (im Übertragenen Sinn) auf eine Strippbühne stelle, heißt das ja nicht, dass ich in meiner Freizeit auch noch Tanzstunden nehme, einfach um mich von den anderen Hupfdohlen abzuheben – selbst wenn es mir bei meinem aktuellen Publikum kaum etwas bringt.
... Und vielleicht – eines Tages ... so manche/r kam schon von ganz unten ...


Was allerdings problematisch ist:
- Wenn ich mich in ein Striplokal setze und laut rufe: „Mach mir den sterbenden Schwan Baby!“
- Wenn ich mich mit knöchellangem Batikrock, Birkenstocksandalen und Strickjacke auf die Stripbühne stelle und Blockflöte spiele.


... einfach nur so – vor dem ins-Bett-gehen...

lg
Fwaving
22.10.07, 23:46 Uhr
-Serenity-
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Serenity
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mondstern70:
Sofern ich herausgefunden habe, wer jener ist ... Dann weiß ich zumindest wie Girodias es definiert.

Ich habs ein bisschen missverständlich formuliert. Maurice Girodias ist eine schillernde Verlegerpersönlichkeit, der aus einer Not heraus zusammen mit seinem Vater Bücher für Touristen publiziert hatte, die nicht der damaligen Moral entsprachen. Nach dem zweiten Weltkrieg betrieb er in Paris den berühmten Verlag Olympic Press, der die Werke von Autoren publizierte, die heute zur Weltliteratur zählen. Später, als sich die harten Zensurbedingungen in den USA lockerten, zog er nach New York um. 1973 gab er den Verlag auf und verkaufte die Rechte an Jörg Schröder bzw. den Märzverlag.

Olympia Press

Wen die Lebensgeschichte interessiert:
Maurice Girodias

@Faith: Wenn ich Deinen Beitrag richtig verstehe, stellst Du Analogien zu visuellen Ereignissen her. Der Vergleich hinkt, wenn Du versuchst, so den Bogen zur geschriebenen Erotik zu schlagen. Geschriebene Erotik, wenn sie denn gut ist, soll Emotionen, Gefühle und Bilder im Kopf des Lesers frei setzen. Das bedingt aber, dass dem Leser genügend Freiraum für die eigene Fantasie bleibt. Vermutlich ist das auch das Phänomen, dem Jeremy begegnet war. Eine Geschichte kann verdammt anregend sein, ohne graphisch explizit zu sein. Eine erstaunliche Erfahrung, die mir auch vergönnt war. (Positives Feedback aus dem Lager einer anderen sexuellen Präferenz hätte ich nie in meinem Leben erwartet)

Vielleicht bin ich nicht so einfach strukturiert, um auf eine Ansammlung vulgärer Schlagworte und Wortschöpfungen in höchste Erregung zu geraten, eine Dauerlatte beim Lesen zu haben und anschließend Tastatur und Bildschirm mit Eiweißen zu bekleckern.

Für die Leserschaft, die solche "Geschichten" bevorzugt, wäre es ehrlicher, Pornobildgeschichten einzustellen, denn dann könnte man sich viele unsinnige Worte sparen. Wenn wir ehrlich sind, können wir die sogenannten "stroke stories" eigentlich nicht als Geschichten bezeichnen, sondern nur als Beschreibungen. Beschreibungen von Bildern, die der "Autor" gesehen hat und 1:1 dem Leser serviert. Ganz Klevere bedienen sich dabei noch der Möglichkeit, dem positiv kommentierenden Leser ein Bild des nackten Hinterns der Freundin per mail zu schicken.

Die männliche Leser-Dominanz im Sevacboard garantiert den Fortbestand von geschriebenen W-Vorlagen. Vielleicht wäre es eine Herausforderung, Erotik- und Pornografiegeschichten für Frauen zu schreiben. Die Geschlechterverteilung in Deutschland spräche dafür. Wie solche Geschichten aussehen müssten, kann ich mir sehr gut vorstellen.
23.10.07, 13:14 Uhr
tyami
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tyami takez
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-Faith-:
a) hätte Shakespeare seine Figuren so gut entwickeln können wenn er alle paar Seiten etwas "deftiges" hätte schreiben müssen?
(oh Gott, wie ich diese "hätte" hasse, aber ich will das jetzt nicht noch ewig überarbeiten)
b) ist es überhaupt möglich auf 10 Seiten genug Spannung, Erotik und Tiefe zu erzeugen wie in einem Roman?
c) muss man erst eine Anleitung, eine Formel, von wem auch immer, erhalten um nach dieser Vorgabe "gut" schreiben zu können?

Um erst mal die Fragen zu beantworten:
a) Shakespeare gehört wahrscheinlich zu den "deftigsten" Klassikern überhaupt, vor allem in seinen Komödien. Allerdings darf man sein Werk dafür nicht aus heutiger Sicht betrachten, sondern mit den Augen seiner Zeitgenossen. Aber wir können als Beispiel auch die "Mutzenbacher" heranziehen, die zwar übelste (und zum Teil verbotene) Pornografie darstellt, zugleich aber durchaus beeindruckende Charakter- und Milieustudien liefert.
b) Tiefe ... eher nein, den Rest kann man - so man kann - auch auf einer einzigen Seite erzeugen.
c) Müssen muss man nicht, trotzdem gibt es sowas wie "Naturgesetze der Rezeption". Wer darüber ein wenig Bescheid weiß, ist sicher nicht im Nachteil. (Willkürliches Beispiel: Identifikationspotenzial eines Charakters)
-Faith-: Sevac wird größtenteils wegen der sexuellen Inhalte aufgesucht.

Stimmt. Wir können uns darauf einigen, dass man sich Pornografie, wie auch Erotik, deswegen reinzieht, damit sich in der Hose was rührt. Der Rest der Aussage ... naja. Wer so tut, als bekäme Erotik oder auch Pornografie in der "gehobenen" Literatur keinen Platz, oder bestenfalls einen schmuddeligen Winkel, hat schlichtweg die letzten 40 Jahre Literaturgeschichte verpennt. Guten Morgen, die sexuelle Revolution hat in den 1960ern stattgefunden ... heutzutage mit verzopftem Literaturbild längst geöffnete Türen einzurennen, fällt wohl unter "angewandter Don Quichotismus".
Um in deiner Analogie zu bleiben: Auch die Revuen eines "Moulin Rouge" bewegen sich bereits seit Jahrzehnten auf einer künstlerischen Höhe, die mit jedem "normalen" Tanztheater locker mithält, und die Geschichte des künstlerischen Erotik- bzw. Nackttanzes ist noch weit älter.

Es gibt längst einen (leider noch wenig entwickelten) Markt für seriöse erotische Sekundärliteratur, und die höchst angesehene "Literary Review" vergibt seit mittlerweile 14 Jahren den "Bad Sex in Fiction Reward" für die schlechteste Sexpassage in zeitgenössischen Romanen, um nach eigener Aussage das Niveau in diesem Bereich zu heben. Die Frage ist schon lange nicht mehr, ob Erotikliteratur den Leser sexuell stimulieren darf, sondern wie sie das am besten schafft, und der einzige, durchaus berechtigte Vorwurf gegenüber der Pornoliteratur besteht darin, dass sie zu mechanistisch und zu sehr auf das Endergebnis (zu Deutsch, aufs Abspritzen) ausgelegt ist.
-Faith-: Gerade heute ist mir ein Kommentar aufgefallen, der wohl bezeichnend für einen Großteil der Leser ist.

Die Aussage ist ziemlich spekulativ. Gerade unter Lesern, die sich an höher bewertete Geschichten "wagen" (huuuh ... lookaround ), wird mehr erwartet als plumpe Pornografie - das kann man an Niveau und Inhalt vieler Kommentare ablesen. Es lässt sich auch leicht nachprüfen, ob nur eine einzige Statistik bei sevac von "stroke storys" angeführt wird. Wenn dem so ist, dann hast du mit deiner Aussage natürlich Recht.

Womit wir jetzt hoffentlich wirklich in Arbeitsstimmung sind ... cool

bye, tyami
23.10.07, 22:26 Uhr
-Faith-
Beiträge: 17/285
dabei seit: Okt '02
Faith
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tyami:
-Faith-: Sevac wird größtenteils wegen der sexuellen Inhalte aufgesucht.

Stimmt. Wir können uns darauf einigen, dass man sich Pornografie, wie auch Erotik, deswegen reinzieht, damit sich in der Hose was rührt. Der Rest der Aussage ... naja.


Mir ist bewusst, dass Erotik und Sex heute auch in der "gehobenen" Literatur ihre Platz haben.
Mir war nicht bewusst, dass mein bildhafter Vergleich in einem so engen Verständnis übersetzt wird.

tyami:
Es gibt längst einen (leider noch wenig entwickelten) Markt für seriöse erotische Sekundärliteratur, (...) Die Frage ist schon lange nicht mehr, ob Erotikliteratur den Leser sexuell stimulieren darf, sondern wie sie das am besten schafft, und der einzige, durchaus berechtigte Vorwurf gegenüber der Pornoliteratur besteht darin, dass sie zu mechanistisch und zu sehr auf das Endergebnis (zu Deutsch, aufs Abspritzen) ausgelegt ist.


Was ist denn "seriöse erotische Sekundarliteratur"?
Wenn ich das "seriöse" richtig verstehe, ist es wohl nicht wunderlich, wenn der Markt nur wenig entwickelt ist.

Denn da kommen wir zu meinem zitierten Zitat:
tyami:
-Faith-: Gerade heute ist mir ein Kommentar aufgefallen, der wohl bezeichnend für einen Großteil der Leser ist.

Die Aussage ist ziemlich spekulativ. Gerade unter Lesern, die sich an höher bewertete Geschichten "wagen" (huuuh ... lookaround ), wird mehr erwartet als plumpe Pornografie


Ich bin mir ziemlich sicher, das mein spekulatives Zitat sehr nah an der Wahrheit liegt.
Wenn wir uns die drei Messgrößen (Klicks, Votes, Kommentare) bei Sevac anschauen, wird recht schnell klar, dass die Mitarbeit der Leser mit steigender Aussagekraft abnimmt.

Klicken muss jeder, aber ein Klick hat gar keine Aussagekraft ob dem Leser der Inhalt gefallen hat, lediglich die Verpakung war ansprechend.

Votes werden nur von einer einstelligen Prozentzahl vergeben, hier habe ich eine zahlenwertige Aussage einer Lesergruppe, die der Geschichte in sofern wohlgesonnen ist, als dass sie sich offenbar die Mühe gemacht hat den Inhalt nach Kategorien zu bewerten.

Kommentare liegen eher im Promillebereich und sind allermeistens wohl gesonnen, selten empört und gelegentlich von befreundeten Autoren oder "Fans".

Das heißt wir wissen von über 90% der Konsumenten gar nicht was sie von dem Produkt halten, aber anhand der Verpackungen, für die sie sich entscheiden, wissen wir was sie erwarteten. Und hier ziehen deftige Überschriften und einschlägige Kategorien.
Und aus meiner individuellen Menschenkenntnis heraus behaupte ich jetzt einfach mal das der ganz große Teil dieser „Suchenden nach deftigem“ keine Freunde großer Worte oder Gedanken sind. Sie wollen klare Bilder und gut ist.

Aber gerade weil viele Autoren (und das schließe ich mich nicht aus) versuchen ihren Geschichten so etwas wie Tiefe, Dramatik oder Anspruch zu geben vergraulen oder langweilen sie diese 90% der „stummen Konsumenten“ UND erfüllen gleichzeitig nicht die Ansprüche der „sprechenden Konsumenten“.

(das ist dann so als würde eine Stripperin auf der Bühne Blockflöte spielen. Sie will beweisen, dass sie mehr ist als ein Sexobjekt aber sie langweilt ihr Publikum, dass nur wegen einer guten (sex)Show gekommen ist.)

Das ist ein Dilemma aus dem man fast nicht herauskommt.
Spezialisiere ich mich auf einen Teilbereich oder schreibe ich mal so mal so (wenn ich es kann) oder versuche ich eine „Copolymere“ Geschichte zu schreiben, in der die Charaktere bei allem Facettenreichtum in regelmäßigen Abständen die Hüllen fallen lassen und deftige Bilder liefern?

Aber das ist verdammt schwer, zumal wirkt es konstruiert wenn auf einen tief greifenden Dialog ein Blow-Job folgt...

Also eine „gute“ Geschichte im Sinne vom Großteil der Sevackunden muss „deftige“ Inhalte haben. Sie wollen was „schmutziges“ lesen, denn „seriöse Erotik“ (zumindest im dem Sinne wie ich diesen Begriff verstehe) wird auch von großen Verlagen angeboten und wirkt meistens wie ein hardcore Porno der auf FSK 16 geschnitten wurde.

Mal angenommen (nur mal angenommen) alle Sevacautoren würden dazu übergehen, literarisch anspruchsvolle Geschichten mit seriöser Erotik zu posten – die Leserzahlen würden noch weiter einbrechen.
Das was übrig bleibt ist sicherlich ein elitärer Kreis an Literaturkennern...
... aber ist nicht die Mischung aus beiden viel interessanter?

Mein alter Deutschlehrer hat mal gesagt:
„Manchmal muss man auch ein billiges Revolverblatt lesen um wieder Freude an guter Literatur zu haben.“

... gute Nacht liebe Leser.

lg
Fwaving
23.10.07, 22:51 Uhr
-Faith-
Beiträge: 17/285
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Faith
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Hallo,

bekam gerade eine Mail von einer (so behauptet sie) Leserin, die eine meiner Geschichten bei lit. ganz toll fand, und wollte euch die Kernaussage im Anbetracht des Themas nicht vorenthalten.

Leserfeedback:
.... Aber ich nehm das nicht so ernst, nehm die geschis meist eh nur um einen gute Basis für mein eigenes Kopf-kino zu haben... da kann es dann auch einfach mal total einfach sein.... schwanz raus, blasen, pussy ficken, anal-sex, sperma schlucken.... muss also nicht immer anspruchsvoll sein =)



lg
Fwaving
23.10.07, 23:13 Uhr
mondstern70
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dabei seit: Sep '04
Mondstern
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tyami:
Ich muss Mondstern - wo schreib ich das bloß hin? - zur Feier des Tages zustimmen.


lol2 – ich habe im Kalender vermerkt

tyami:
Literatur ist vorrangig ein Spiel mit Sprache, also mit Buchstaben, Worten und Sätzen, nicht mit Bildern. Um dir trotzdem ein Bild zu liefern: Ein einziger falscher Pinselstrich, und das schönste Bild ist verhunzt.


Literatur bedient sich aber doch dieser Dinge um – Bilder entstehen zu lassen, oder nicht?
Wenn man dem Maler zeigt, wo der falsche Pinselstrich ist, kann er ihn leicht überarbeiten. Dasselbe gilt auch für den Schreiberling. Nur – nicht alles was andere als „Fehler“ ansehen, ist halt einer in dessen Augen. Beispiel: Der eine meint bei mir – „quassle nicht zu viel“ der andere schreibt mir eine Mail, das gerade diese Szenen ihn zum nachdenken brachten.

Der eine meint - schreib die Sexszenen detaillierter, der andere sagt – lass Platz für Fantasien. Also was tun?

-Faith-:
Wenn jemand ein Striplokal aufsucht erwartet er leicht bekleidete Damen, die sich zur Musik bewegen und ihre Reize zur Schau stellen.


Sollte man voraussetzen dürfen. yes Ich mag solche Beispiele. Wenn jemand ins Bordell geht, weiß er, dass es nicht umsonst ist, aber dass er dort halt auch bestimmte Dienstleistungen einkaufen kann.
Wer in eine Softstory einstellt, oder gar eine der Rubrik „Sonstiges“ der erwartet keine „Bordellbesucher“. Das sich dennoch viele „verirren“, belegt die Einzelstatistik und die votes im Blauen Bereich.


-Serenity-:
Wen die Lebensgeschichte interessiert:


Dankeschön

-Serenity-:
Vielleicht wäre es eine Herausforderung, Erotik- und Pornografiegeschichten für Frauen zu schreiben. Die Geschlechterverteilung in Deutschland spräche dafür. Wie solche Geschichten aussehen müssten, kann ich mir sehr gut vorstellen.


Es gibt einige, wenn auch wenige, männliche Autoren die das meiner Meinung schon sehr gut hinbekommen haben. Die Geschlechterteilung in Sevac spricht aber deutlich dagegen!

Die Leser hier wollen das nicht lesen! Eine Baggersee Geschichte, die nicht wenigstens in eine Orgie ausufert ist doch blöd. Schließlich hat jeder in seiner Jugend das ja selbst erlebt und saß am Wochenende nicht zu Hause und schaute „Wetten Dass“.

Wieso also den Leser mit Geschichten langweilig, die das Gefühl vermitteln – so war oder so könnte es gewesen sein - ??? Wieso jemanden erklären wie Frauen fühlen, wenn er doch nur zwei Minuten in sie ein f**** will? Wieso die Illusion zerstören, die Frau ist vielleicht doch mehr als „etwas das man poppen kann“? Wieso über Schmetterlinge im Bauch erzählen, wenn es im Teenybereich Gangbang gibt?

LG Mondstern
24.10.07, 00:28 Uhr
tyami
Beiträge: 5/237
dabei seit: Dez '03
tyami takez
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mondstern70: Literatur bedient sich aber doch dieser Dinge um – Bilder entstehen zu lassen, oder nicht?

Nein. Die Bilder entstehen im Kopf der Leserschaft, oder nirgends. Du kannst das leicht ausprobieren: Öffne ein Buch und schau hinein, ohne zu lesen. Egal, wie du es drehst, die Buchstaben werden keine Bilder (außer vielleicht nach Konsumation von Halluzinogenen, aber das zählt nicht). Was du lieferst, ist kein Bild, sondern eine Bildbeschreibung. Du lieferst auch keine Filmsequenzen, Hör-, Tast- oder Geruchsproben - nur Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen. Alles, was entsteht, kommt aus der Fantasie des Lesers, du lieferst "nur" eine Art Katalysator.
Faith: Mal angenommen (nur mal angenommen) alle Sevacautoren würden dazu übergehen, literarisch anspruchsvolle Geschichten mit seriöser Erotik zu posten – die Leserzahlen würden noch weiter einbrechen.

Mal angenommen, Steine wären für Menschen essbar - es gäbe keinen Welthunger. Ich weiß nicht, was du mit der Aussage belegen willst. Dass die Erwartungshaltung "des Lesers" dran Schuld trägt, dass hier (fast) nur platteste Pornografie rumliegt, weil er sich sonst, heillos überfordert mit guter Literatur, beleidigt zurückzieht? Äh ... nein. Kein Kommentar dazu, höchstens ein "Full Ack" an Serenity für seine Bemerkung zu den Pornobildgeschichten.
Faith: Das was übrig bleibt ist sicherlich ein elitärer Kreis an Literaturkennern...
... aber ist nicht die Mischung aus beiden viel interessanter?

Übrigbleiben kann nur etwas, das schon da ist. Und wie du selbst richtig bemerkt hast: Sevac wird wegen sexueller Inhalte aufgesucht. Was jetzt Pornoschreibe noch immer nicht zur "einzig wahren Erotikliteratur" macht. Manchmal sollte man auch gute Geschichten lesen, um das Revolverblatt einschätzen zu lernen.

bye, tyami
24.10.07, 01:59 Uhr
-Serenity-
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Serenity
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tyami:
Kein Kommentar dazu, höchstens ein "Full Ack"

"Full" ist klar, aber ...
confused A.C.K.?

Ytineres
*vergewaltigt gerade mal wieder dienstlich seinen Schlaf-Wach-Rhythmus
*btw ... bei Bildergeschichten bekäme man massive Probleme mit dem ©
24.10.07, 11:34 Uhr
tyami
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tyami takez
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-Serenity-:
"Full" ist klar, aber ...
confused A.C.K.?

"Ack" ist kein Akronym, sondern eine Abkürzung für "Acknowledgement". Heißt also "volle Zustimmung" und ist eine gängige Abkürzung (obwohl die Zeiten der Zeichenbegrenzung im Netz längst vorbei sind).

Und mein Hauptproblem mit Bildergeschichten läge sicher nicht im (urheber-)rechtlichen Bereich, obwohl das natürlich auch zu beachten wäre. Aber wozu brauch ich bei Bildern überhaupt noch Text? Nimmt doch nur Platz weg, und die "Handlungen" sind ohnehin selbsterklärend.

bye, tyami
24.10.07, 13:02 Uhr
mondstern70
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Mondstern
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tyami:
mondstern70: Literatur bedient sich aber doch dieser Dinge um – Bilder entstehen zu lassen, oder nicht?

Nein. Die Bilder entstehen im Kopf der Leserschaft, oder nirgends. Du kannst das leicht ausprobieren: Öffne ein Buch und schau hinein, ohne zu lesen. Egal, wie du es drehst, die Buchstaben werden keine Bilder (außer vielleicht nach Konsumation von Halluzinogenen, aber das zählt nicht). Was du lieferst, ist kein Bild, sondern eine Bildbeschreibung. Du lieferst auch keine Filmsequenzen, Hör-, Tast- oder Geruchsproben - nur Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen. Alles, was entsteht, kommt aus der Fantasie des Lesers, du lieferst "nur" eine Art Katalysator.


Mann tyami!! Das sagte ich doch!!! wink

LG Mondstern waving
24.10.07, 16:05 Uhr
-Serenity-
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tyami:
Abkürzung für "Acknowledgement".

T.H.A.L. (Thanks a lot)wink
25.10.07, 00:19 Uhr
Why-Not
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tyami:
mondstern70: Literatur bedient sich aber doch dieser Dinge um – Bilder entstehen zu lassen, oder nicht?

Nein. Die Bilder entstehen im Kopf der Leserschaft, oder nirgends. Du kannst das leicht ausprobieren: Öffne ein Buch und schau hinein, ohne zu lesen. Egal, wie du es drehst, die Buchstaben werden keine Bilder (außer vielleicht nach Konsumation von Halluzinogenen, aber das zählt nicht). Was du lieferst, ist kein Bild, sondern eine Bildbeschreibung. Du lieferst auch keine Filmsequenzen, Hör-, Tast- oder Geruchsproben - nur Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen. Alles, was entsteht, kommt aus der Fantasie des Lesers, du lieferst "nur" eine Art Katalysator.

Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen sind aber nicht der Katalysator. Denn sonst würde ein Telefonbuch ja die gleiche Wirkung entfalten, wie eine "gute" (was immer das ist) Geschichte.

Why-Not
26.10.07, 21:55 Uhr
-Faith-
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Faith
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tyami:
Faith: Mal angenommen (nur mal angenommen) alle Sevacautoren würden dazu übergehen, literarisch anspruchsvolle Geschichten mit seriöser Erotik zu posten – die Leserzahlen würden noch weiter einbrechen.

Mal angenommen, Steine wären für Menschen essbar - es gäbe keinen Welthunger. Ich weiß nicht, was du mit der Aussage belegen willst. Dass die Erwartungshaltung "des Lesers" dran Schuld trägt, dass hier (fast) nur platteste Pornografie rumliegt, weil er sich sonst, heillos überfordert mit guter Literatur, beleidigt zurückzieht?


... wenn man Steine essen könnte, gäbe es schon keine mehr und wir würden alle in Lebkuchenhäuschen wohnen ... wink


Was ich eigentlich sagen will:
Ich bin der Meinung, (und das Recht habe ich) dass einige Leser hier Geschichten lesen wollen, in denen explizit erklärt wird, wie ein Schwanz in die Fotze gerammt wird.
Wenn das Drumherum gut formuliert ist, die Charaktere Tiefe und die Geschichte Spannung hat, ist das nicht von Nachteil, solange der Sex zahlreich und laut und deutlich vorkommt.

Ob man als Autor in diese Kerbe schlägt bleibt ja jedem selbst überlassen, zumindest werden Versuche, etwas Höheres zu erreichen nicht ausgebuht.

lg
Fwaving
9.12.07, 20:15 Uhr
barkas
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barkas
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mondstern70:

Erotik ist unglaublich leicht zu beschreiben und wahnsinnig schwer! Sich so auszudrücken, damit es mit den Gedanken, den eigenen Bildern, im Einklang ist - ist eine sehr große Herausforderung LG Mondstern waving


Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus, Mondstern!

Vor 2 od 3 Wochen hab ich mal spaßeshalber gesagt, dass ich mit einem sprachgesteuerten Schreibprogramm, oder was ähnlichem, viel schneller mit dem schreiben wäre. Ich wär nicht nur schneller, manches würde auch nicht wieder im "gedanklichen Mülleimer der neuronalen Netzes" landen. Also: Vergessen werden lol

Da ich nicht "blind" tippen kann, kann ich manchmal den Gadanken nicht so schnell auf der Tastatur folgen, wie sie mir ins Bewußtsein schiessen.

Mittlerweile habe ich das Grobraster für meine erste veröffentlichte Story hier (die zweite ist im Pool), was den Umfang der Denkansätze, der Plotentwicklung und das weitere leben der Charaktere ziemlich umgeschmißen. Bin gespannt, ob ich die mir selbst gesteckte Hürde nehmen kann.

schönen advent, barkas
9.12.07, 20:36 Uhr
barkas
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-Faith-:
Was ich eigentlich sagen will:
Ich bin der Meinung, (und das Recht habe ich) dass einige Leser hier Geschichten lesen wollen, in denen explizit erklärt wird, wie ein Schwanz in die Fotze gerammt wird.
Wenn das Drumherum gut formuliert ist, die Charaktere Tiefe und die Geschichte Spannung hat, ist das nicht von Nachteil, solange der Sex zahlreich und laut und deutlich vorkommt.

Ob man als Autor in diese Kerbe schlägt bleibt ja jedem selbst überlassen, zumindest werden Versuche, etwas Höheres zu erreichen nicht ausgebuht.

lg
Fwaving


Kann Dir da nur zustimmen.
Ich selber mag übrigens beides: Country und Western - will heissen: Sowohl (vom Text/Story her) anspruchsvollere, als auch die etwas derbere, deftige Art.
Und warum auch nicht, oder mag jeder der Sevac-Gemeinde für sich selber auch nur "Blümchen-Sex"?
Darüber entscheidet wohl eher die Tagesform, Partner, Anlass,Gemütslage, was auch immer..... Und noch ein Zitat: "UND DAS IST GUT SO!" ok

Und last but not least eine Bitte an ALLE:
Vergesst nie Eure eigenen, sicherlich mehr oder weniger holprigen ersten Versuche!Viele Erstversuche von Sevac-Autoren sind bestimmt auch in den Papierkorb gewandert, oder?

Menschen, also auch Autoren, entwickeln sich in der Regel weiter, wenn sie sich ernst- und dauerhaft mit einer Sache beschäftigen.
(OK - Konsalik, Barbara Cartland usw widmen sich dem Geldverdienen!!) surprised
9.12.07, 20:45 Uhr
barkas
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barkas
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mondstern70:
Okay, das war leicht gestupfelt wink


Liebe Mondstern, WAS bedeutet bitte: "... getupfelt.."? Ein in freudiger Erregung Deiner Antwort harrender bildungswilliger

Barkas clap
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