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Kommentare: 7 | Lesungen: 975 | Bewertung: 7.21 | Kategorie: Sonstiges | veröffentlicht: 11.01.2012

Auf der Suche nach der verlorenen Sprache

von

Liebe ist eine der ureigensten Eigenschaften des Menschen, eine der stärksten Gefühlsregungen überhaupt. Sie ist untrennbar verbunden mit dem Werden der Menschheit. Als sich vor hunderttausenden Jahren in der afrikanischen Savanne das erregte Fleisch zweier Körper vereinigte – lange bevor in Worten sich Ausdruck fand für Gefühle, die den Verstand der Menschen heute noch aufwühlen –, war unsere Lebensform geboren, die bald schon der Erde ihre jüngste Gravur einschleifen sollte.

Was aber trieb uns an, bis in die entlegensten Orte dieser Welt vorzudringen? Waren es Hass und Zorneswut, die uns forttrieben?

Nein, denn diese führen seit je her nur zur Zerstörung unser Selbst. Und der Tod ist unsere größte Angst. Vielmehr war es der begehrliche Wunsch zu leben, der unser Sein und Tun erfüllte, als wir unsere Spuren im Sand der Zeit hinterließen, denn wir sind endliche Wesen, nur ein kleiner Teil im Schwungrad der Schöpfung, dessen ewigem Kreislauf von Werden und Vergehen wir wehrlos ausgeliefert sind. Die Liebe ist der einzige Weg, den Tod zu überwinden, denn nur durch sie können wir aus uns Neues schaffen – und darin fortleben im Lauf der Zeit.

So bildete der Eros die Triebfeder unseres Seins.

Aber wir haben ihn verstoßen, wir Liebenden, als wir die Grenzen dieser Welt erreichten, wo das Meer das Land berührt, wo Eis und Schnee die Erde überziehen, wo die Sonne nur kargen Grund hinterlässt. Wir kamen zum Stillstand, der uns zusammentrieb, verdichtete, aber auch unsere inneren Regungen einpferchte. Ausbrechen wollten sie, aber das Tageslicht verschreckte sie, denn sie sind scheu. So blieb nur die Nacht, in der sie sich herauswagten.

Am Tage hingegen fügten wir ein fremdes Leben aus Ideen, die negierten, was gewesen war für tausende von Jahren. Sie waren Illustrationen eines negativen Abbilds unser Selbst, eines Unmenschen. Dabei setzten wir mit eigenen Händen das glühende Eisen an die Augen, wollten doch nicht unsere eigenen Lügen lesen, die wir anderen in die blutige Stirn ritzten. So wurden wir uns fremd, erfüllt von Furcht vor dem, was unser Selbst im Spiegel anblicken könnte, wenn wir es nur wagten hineinzuschauen.

Wir waren uns ›einig‹ – und das genügte uns.

Einigkeit, die doch nichts weiter war als Illusion und Lüge, bildete unseren grellen Panzer, der jeden Versuch abwehrte, das Dickicht aus Täuschungen zu durchdringen, das uns umgab und zum Teil nach wie vor umgibt.

Aus den giftigsten Innereien unseres Geistes füllten wir ein Horn, gaben es dem Eros zu trinken, wir selbst, auf dass er dahinsiechen würde. Und er erkrankte, doch starb nicht daran, konnte es auch gar nicht, ohne dass wir selbst mit ihm gestorben wären. Verrat – Selbstverrat begingen wir. Wir verleugneten uns – uns selbst, den Menschen. Und wir wussten es, tief drinnen, wussten es in unseren Höhlenmalereien, unseren Mythen, im Sakralen. Splitter des Zweifels. Aber wir wendeten uns ab.

Von nun an ›glaubten‹ wir.

Wir kehrten allgewaltig alles um: alle Werte, alle Worte, die das Vergessen noch nicht überwuchert hatte, verkehrten ihr Antlitz. Tiefe Löcher gruben wir in das feuchte Erdreich unserer Sprache, wo einst der Eros saß. Nurmehr glaubten wir ihn als die wässrige Wunde in uns, deren süßer Saft bestialische, frevlerische Instinkte wecken würde. Wir übergossen den Eros mit Unrat, stießen ihn ins Dunkel für über zweitausend Jahre.

Aber in einem Zweifelsspalt, der nie geschlossen werden konnte, flirrte ein aberrantes Licht, und die mutigsten Geister wagten, den verwilderten Pfaden zu folgen, die ins Dunkel führten. Die Sicht klärte sich auf. Aber wir hatten keine Worte für das, was verborgen, verloren und vergessen lag. Zuerst mussten wir bereit sein, die Sinnlichkeit von unseren Zungen Besitz ergreifen zu lassen, ihre Zeichen in unsere Sprache zu übernehmen, und von Neuem lernen sie zu gebrauchen.

Dabei sind sie es doch, die Sprache und ihre Symbole, die uns unterscheiden von all den anderen Tieren dieser Welt. Die Sprache lässt uns das Hirn zermartern über unser Leben, diese Welt, die Anderen und mit ihnen (und zuweilen ohne sie) über Sex – Ausdruck einer ureigensten Eigenschaft des Menschen. Der Eros ist der Farbstich, der alldem anhaftet, was in zurückliegenden Jahrhunderten bloße poetische Verklärung fand. Wohingegen Marguerite Duras das Unausgesprochene, aber immer Gefühlte, aus seiner Verstell

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Kommentare


Coy
dabei seit: Jul '04
Kommentare: 156
Kojote
schrieb am 12.01.2012:
»AJ, Das ist... gut!
Ich mag rein inhaltlich nicht ganz deiner Meinung sein und mir ganz persönlich ist es zu wortgewaltig oder wortverliebt, als dass ich es wirklich flüssig und vor allem eingängig finden würde. Aber andererseits forderst du dadurch meine Aufmerksamkeit ein und zwingst mich zur Konzentration.
Ich komme zum gleichen Gesamtergebnis, wie der Einleser und fand deinen Stil am sichersten. Da weißt du wirklich genau, wo du hin willst.

Ehrlich, Mann. Zeig ruhig was von dem, was du drauf hast. Das macht es immens viel leichter, deine Meinung zu akzeptieren. ;-)«

tuzla
dabei seit: Mar '02
Kommentare: 2
schrieb am 12.01.2012:
»versteh ich nicht :-(«

Adlerswald
dabei seit: Feb '01
Kommentare: 166
Adlerswald
schrieb am 14.01.2012:
»Schwülstiges Gesülze! Mein Gott, wie kann ein Mensch so geschraubt schreiben.«

tyami
dabei seit: Dec '03
Kommentare: 106
tyami takez
schrieb am 15.01.2012:
»Ich hab die Pointe nicht kapiert. Und ich frage mich, ob ich das traurig finden soll, weil in dem Teil, den ich kapiert habe, leben wir schlicht und ergreifend in Parallelwelten.

Übrigens wirken abstrakte Sprachbilder zweidimensional und statisch. Und alles andere als "sinnlich".«

helios53
dabei seit: Aug '11
Kommentare: 404
Helios53
schrieb am 16.01.2012:
»Für die Verbreitung und Aufrechterhaltung des Lebens sorgt der Fortpflanzungstrieb, der schon die Einzeller "beseelt", Eros sorgt bloß dafür, dass es gelegentlich mehr Spaß macht und komplizierter wird.
Sich blumig statt prägnant auszudrücken, führt dazu, dass eine Vielzahl von Deutungsmöglichkeiten entsteht. So hat der Autor immer irgendwie auch Recht und irgendwie dann wieder nicht. Nicht zwanghaft ist das dann auch "Kunst". So gesehen bleibt nur die Frage, ob oberstes Leitmotv von Auden James "Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?" ist.«

Leichtgewicht
dabei seit: Mar '10
Kommentare: 279
Leichtgewicht
schrieb am 17.01.2012:
»Mit so etwas spaltet man die Leserschaft, was ja auch schon mal was ist.
Mir hat die Grundidee gefallen, und mit der Syntax hast du auch keine Schwierigkeiten.
Trotzdem gefällt mir Deine Sprache nicht, denn ihr fehlt das Wichtigste: Präzision! Präzison heißt nicht nüchtern, sondern Eindeutigkeit.
Du hast viele schöne Bilder aufgerufen, arbeitest offensichtlich gern mit Metaphern, aber diese metaphern kommen aus allen möglichen bereichen und wirken wie Leipziger Allerlei. Jede einzelne ist schön zu lesen, aber wenn sie zusammengwürfelt werden, verlieren sie ihren Bezugsrahmen, ihr Ordnungsschema, das, was ihnen Kraft und Bedeutung verleiht und macht sie zu Worthülsen.
Deine Botschaft ist diskutabel, sollte aber nicht Bestandteil einer Wertung sein.
Ich meine, dass Du hier mehr schreiben solltest. Dann wird die Richtung auch klarer.

Liebe Grüße
Leichtgewicht«

-Serenity-
dabei seit: Aug '02
Kommentare: 19
Serenity
schrieb am 07.07.2013:
»Verstanden habe ich es nicht. Einzelaussagen kann ich einordnen.
Es ist nicht der Tod, vor dem Menschen Angst haben. Sie haben Angst vor dem Sterben.«



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