Begegnung
von CeeEm
Nun hast Du die WhatsApp-Nachricht also tatsächlich abgeschickt. Bislang war es nur ein gemeinsamer Gedanke, eine kleine Phantasie, die in unseren Köpfen bleiben sollte und dabei ein leichtes Kribbeln im Bauch auslösen - aber nie ihren Weg in die Realität finden.
„Hi, wir sind über Ostern in der alten Heimat und haben vor, am Samstagabend mal die Therme in Eurer Nähe auszuprobieren, die Du mir empfohlen hast. Du hattest nicht zufällig auch vor hinzugehen? Wäre ein schöner Zufall…“
Mein Kopfkino läuft auf Hochtouren. Werde ich Deinen Liebhaber nun also auf eine solch surreale Art kennenlernen? Die nächste Stufe des Wahnsinns, nach allem, was wir ohnehin schon veranstaltet haben? Wie wird sich das für uns alle drei anfühlen, wie werden wir uns verhalten, was wird passieren?
Ich würde zu gerne wissen, was sich in Deinem Kopf abspielt. Wir hatten neulich kurz über die Idee gesprochen, Du hast spontan reagiert, sie „ließe sich sogar relativ leicht umsetzen“, bist dann aber gleich zurückgerudert, weil die Vorstellung Dir doch etwas unbehaglich war. Angst vor der eigenen Courage? Ja natürlich: Er und ich, Dein Partner und Dein Gespiele, zwei verschiedene Welten, die getrennt bleiben sollten. Noch abstruser die Vorstellung, dass er möglicherweise seine „beste Freundin“ mitbringen würde. Nein, völlig verrückt, total abwegig, Schluss damit.
Andererseits war es ihm in Eurem ständigen, oft provokanten Chatkontakt einmal wieder gelungen, Dich neugierig zu machen: Im Saunabereich gibt es viele dunkle Ecken, später abends ist meist wenig los, und so einige Gäste nutzen das gerne für erotische Spiele aus. Im Whirlpool, in der Dampfsauna, im Ruheraum kann man sehen und gesehen werden, mitunter sogar mehr… Er ist regelmäßig dort und hat selbst schon einiges erlebt.
Er hat damit etwas in Dir ausgelöst, das ich mir schon lange eingestanden habe: Der Reiz des Unanständigen, Verruchten, Verbotenen - sich in der Öffentlichkeit mit Blicken zu verschlingen, verstohlen zu berühren, gegenseitig aufzuheizen, vielleicht sogar wirklich Sex zu haben… heiß, scharf, unwiderstehlich!
Was hat nun den Ausschlag gegeben, dass Du mich von Dir aus nochmals auf das Thema angesprochen und mich gefragt hast, ob ich mir vorstellen könnte, es wirklich zu tun? Ich fürchte, die Antwort ist einfach: Du bist scharf auf das nächste Treffen mit ihm. Und wenn demnächst keine „passende“ Dienstreise ansteht, ist der Besuch bei Deinem Vater eben die naheliegendste Option. Meine Offenheit und Neugierde habe ich Dir mehrfach signalisiert, jetzt gibt es kein Zurück.
Schon in den Tagen vor unserer Abfahrt bemerke ich Deine Verfassung: Du bist wieder total rollig, wie Du es selbst gerne nennst. Wir hatten seit Deiner Nachricht an ihn fast jeden Morgen geilen Sex, was immer ein Indiz dafür ist, dass Du auf die nächste Begegnung mit ihm hinfieberst. Mir ist das mehr als recht, meine Eifersucht ist in geregelten Bahnen, wenn ich Dich so emotional erlebe und nebenbei noch selbst von Deiner „aufgekratzten“ Stimmung profitiere.
Bevor wir zur Therme fahren, pflegst Du Dich wieder auffällig lange und sorgfältig: Nach einer ausgiebigen Dusche rasierst Du Deine Achselhöhlen, deine Beine und Deinen Intimbereich. Getreu unserem Ritual prüfe ich nach, dass auch wirklich kein störendes Härchen stehengeblieben ist, und creme Dich anschließend genüsslich ein.
Auf der Hinfahrt herrscht angespanntes Schweigen. Vermutlich malen wir uns beide unterschiedliche Varianten aus, wie dieser Abend verlaufen kann. Ich habe das Gefühl, dass Du mit Dir ringst, und hoffe, nicht gleich ein resigniertes„Was machen wir hier? Das ist doch völlig irre! Lass uns umdrehen, ich sag ihm ab.“ von Dir zu hören. Oder ist das insgeheim mein Wunsch? Ich weiß es nicht. Durchziehen.
In der Umkleidekabine nehme ich Dich in den Arm, küsse Dich zärtlich, schaue Dir in die Augen, streichle Deine Wangen und sage: „Na komm schon, Schnecke, es wird bestimmt schön!“ Dabei versuche ich gefasster und entspannter zu klingen als ich es innerlich bin - in Wirklichkeit bin auch ich gespalten, ob ich das tatsächlich will, was vielleicht nachher passiert.
Wir machen einen Saunagang, und etwas Anspannung fällt von uns ab. Vielleicht taucht er ja am Ende doch gar nicht auf? Dann wird es eben ein ganz normaler Saunaabend zu zweit, nur in neuer Umgebung. Auch eine angenehme Vorstellung.
Auf dem Weg von der Saunahütte zur Dusche stehen wir uns plötzlich gegenüber. Ihr beide erkennt Euch natürlich zuerst, geht aufeinander zu und umarmt Euch freundschaftlich mit einem kurzen Kuss auf die Wange.
Unsere erste Begegnung, aufrechte Haltung, klarer Blick und fester Händedruck, ist überraschend unkompliziert - oder eben auch nicht, denn indirekt kennen wir uns ja doch schon irgendwie und sind uns in vielerlei Hinsicht ähnlich. Ich empfinde keinerlei Hahnenkampfstimmung. Eine im ersten Moment vorsichtig zurückhaltende, aber doch herzliche Begrüßung, dabei natürlich ein heimliches gegenseitiges Mustern, wir sind halt doch Männer…
Ok, er sieht gut aus, hat ein sympathisches Gesicht und spürbaren Charme, wie erwartet (befürchtet?) ein breite(re)s Kreuz, ist dafür etwas kleiner als ich… Was denkt er wohl? „Hm, sehr schlank, da hab ich mehr zu bieten, aber gut in Form, fast noch definiert, na gut, kann nachvollziehen, was sie an ihm findet“ oder so ähnlich. Hoffentlich. Ja, ich habe ihr auch einiges zu bieten und bin immer noch ihre Nummer eins, verdammt nochmal.
Es gelingt uns allen, unnötige Verkrampfungen zu verhindern. Ein angenehmes Gespräch über Belangloses entwickelt sich recht schnell. Man merkt, dass auch er beruflich oft mit Menschen in Kontakt ist. Geschafft, das hätte schlimmer kommen können.
Und er ist alleine. Ich kann Deine Erleichterung spüren: Du hättest nicht gewollt, dass seine „beste Freundin plus“ mitkommt. Zehn Jahre jünger, Schwimmerin, ganz sicher eine Topfigur, und kein Kind von Traurigkeit, wie Du von seinen freizügigen Erzählungen weißt, um nicht zu sagen: ein hemmungsloses Luder. Nein, eine solche Frau willst Du mir nicht auf dem Silbertablett servieren, es gibt kein wie-Du-mir-so-ich-Dir, keine Belohnung dafür, dass ich Dir Freiheiten einräume. Das hier ist Dein Abenteuer und nicht meins.
Wir beschließen, zuerst im Whirlpool zu entspannen. Das Becken ist im Außenbereich, in einer spärlich beleuchteten Ecke nahe der Hauswand, und relativ klein, mit weiteren Personen würde es sich sardinenartig anfühlen. Man muss Acht geben, ungewollte Berührungen zu vermeiden. Moment, oder seid Ihr gerade darauf aus? Während wir weiter miteinander plaudern, bemerkte ich Eure verstohlenen Blicke und ahne, dass Ihr Euch unter Wasser mit Händen und Füßen heimlich neckt. Grrr, sagt das rationale Männchen auf meiner Schulter. Hmmm, soso, mal sehen was sie sich trauen, kommt von dem emotionalen anderen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich genau wissen will, was gerade vor sich geht, und beschließe ein Ausweichmanöver. Außerdem erinnere ich mich, dass ich Dir versprochen hatte, Dir das Ruder zu überlassen. Deshalb beuge ich mich zu Dir, gebe Dir einen Kuss, stehe auf und verabschiede mich in die Dusche. Mit aufgesetzt selbstsicherem Lächeln schaue ich in Eure Richtung und sage gespielt lässig: „Lasst Euch ruhig Zeit und kommt nach, Ihr findet mich im Ruheraum.“
Dort angekommen stelle ich mir vor, wie Ihr übereinander herfallt, sobald ich weg bin. Wilde Küsse, gierige Hände, Eure Körper, die sich im sprudelnden heißen Wasser aneinander reiben. Umso reizvoller, weil jederzeit jemand kommen könnte… Ich habe einen Mordsständer und verziehe mich in die hinterste Ecke der Dusche. Zum Glück ist gerade niemand außer mir hier. Aber wie lange noch? Woran kann ich nur denken, dass das hier nicht peinlich wird?
Irgendwie schaffe ich es dann, meinen Körper und Geist abzulenken, erreiche meinen schützenden Bademantel am Haken (nie waren fünf Meter so weit!) und kann mich auf den Weg zum Ruheraum machen, ohne einen Rausschmiss wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu provozieren. Ich finde eine freie Liege und mache es mir bequem. Von Euch keine Spur, eine gefühlte Ewigkeit lang, obwohl es vielleicht nur zehn Minuten dauert, bis Ihr verschämt grinsend und mit erhitzten Gesichtern auftaucht. „Na, genug Geblubber?“ ist das einzige, was mir auf die Schnelle einfällt, weil ich mir die ganze Zeit ausgemalt habe, ob, wie und wo Ihr Eure aufgestaute Geilheit entladen habt. Auf Deine unnachahmlich ausweichende Art sagst Du mit einem vielsagenden Grinsen: „Das Wasser war so schön warm, ich wollte gar nicht raus…“
Nach einer guten halben Stunde stillem Dösen ergreifst Du das Wort: „Ich hätte jetzt total Lust auf die Dampfsauna!“ Mich durchfährt ein Blitz, denn mir wird sofort klar: Das ist Deine Phantasie aus der Sevac-Geschichte, die ich Dir neulich geschickt habe und die Dich total angemacht hat. „100 Punkte, Note 1“, hast Du gesagt. Und jetzt willst Du sie wahr werden lassen. Also dann… Ob er etwas ahnt oder weiß? Habt Ihr das eben sogar verabredet? Keine Ahnung. Oder spielt mein Kopf jetzt verrückt, und Du denkst Dir gar nichts dabei? Wir werden sehen…
Inzwischen ist es nach 21 Uhr. Wir sind alleine in der Kabine. Zu dritt. Es ist still, bis auf die leise Lüftung und vereinzeltem Plätschern von Wassertropfen, die von der Decke auf den Boden treffen, ist nichts zu hören.
Wir sitzen in einer Reihe nebeneinander, Du symbolisch in Mitte, er links von Dir in der Raumecke, ich rechts in Richtung Tür.
Nach ein paar Minuten, in denen wir uns schweigend an die feuchtwarme Luft gewöhnen, beugst Du Dich zu mir, küsst sanft meinen Hals, leckst hoch bis zum Ohr und flüsterst: „Bleib einfach sitzen, Schatz, ja?!“
Dann stehst Du auf und stellst Dich vor ihn, zuerst mit etwas Abstand. Ich sehe Euch durch den Nebel nur unscharf. Du beugst Dich vor, küsst ihn lüstern auf den Mund, nimmst seine rechte Hand in Deine und richtest Dich wieder auf. Unendlich langsam führst Du Eure Hände auf Deinen flachen Bauch. Seine Fingerspitzen zeichnen Deine Konturen nach. Spielen mit den Schweißperlen auf Deiner Haut.
Fahren Deine Flanken entlang, genießen Deine schlanke Taille, wandern nach oben, berühren Deine Brüste, kitzeln Deine harten Nippel. Ich höre Dich atmen, einen erregten Seufzer, ein leises „Jaaa…“.
Seine andere Hand findet Dein Hinterteil, fährt zuerst sachte über Deine Rundungen, und knetet dann die Pobacken, zieht Dich näher an sich heran.
Als die erste Hand von Deiner Brust nach unten wandert und Dich zwischen den Beinen zu streicheln beginnt, stöhnst Du kehlig und ungewohnt hemmungslos auf. Deine Hände greifen nach seinem Kopf und wühlen in seinen Haaren.
Ich lehne mich zurück und spüre meine pochende, zuckende Erektion. Es ist verrückt, aber es macht mich unendlich geil, wie Du Dich direkt neben mir, und doch völlig entrückt, von ihm verwöhnen lässt.
Dein Körper, auch wenn ich ihn nur erahnen kann, strahlt pure Lust aus: Dein Kopf ist nach hinten geneigt, Dein Hals und Kinn ausgestreckt (eines meiner erotischen Lieblingsmotive!), Dein Becken seinen Berührungen entgegengereckt.
Jetzt rückt er leicht nach vorne und kniet vor Dir. Sein Kopf verharrt direkt vor Deiner Spalte, deren Duft ihn genauso scharf macht wie mich. Er beginnt Dich zu lecken, zuerst langsam und sanft, dann immer gieriger. Deine Erregung steigt weiter, Dein Stöhnen wird lauter, seine Hände umfassen Deinen geilen Arsch, die Backen ziehen sich rhythmisch zusammen. Ich sehe gebannt zu, versuche durch die Nebelschwaden so viele Details wie möglich wahrzunehmen, verbiete mir aber, mich selbst zu berühren.
Und dann passiert es: Dein Bauch zeigt das mir wohlbekannte Zittern, das ich so liebe, weil es Deinen kurz bevorstehenden Orgasmus ankündigt. Meine Schwanz ist steinhart und tut fast weh. Mit jedem Atemzug spanne ich meine Bauchmuskeln an, mein Schaft und meine Eichel pulsieren.
Seine Zunge trifft ganz offensichtlich genau die richtigen Stellen, Du drückst Dich ihm entgegen, umfasst seinen Kopf und kommst heftig zuckend mit einem letzten langen lauten Stöhnen.
Ich bin fast gleichzeitig soweit, drücke mich in den Sitz und entlade mich zuckend. Purer Wahnsinn, ohne eine einzige Berührung, nur mit dem Kopf…
Ihr beide habt mich nicht beachtet, wart in Eurer eigenen Welt. Gut so. Völlig verrückt, das alles.
Du raunst „Puh, war das geil!“ in den wieder stillen Raum, drückst ihn sanft zurück in den Plastiksitz und beginnst ihn zu streicheln. Auch sein Schwanz steht kerzengerade. Ungefähr so groß wie meiner, registriere ich nebenbei, typisch Mann, erleichtert, vielleicht etwas dicker (ist das wohl geiler für Dich, wenn er in Dich eindringt und durchfickt?), und irgendwie… markant. Deine Hände fahren über seinen breiten Torso. Die bullige Statur, die muskulösen Arme, das Tattoo… Ich kann Deine Faszination auf perverse Weise nachvollziehen. Er macht Dich heiß. Nicht mehr als ich. Aber eben anders. Ein Mann, der Dich begehrt, und den Du willst.
Als Du Dich vor ihn kniest, beginnst seinen Sack zu kraulen und Deine Lippen sich seiner Schwanzspitze nähern, stehe ich auf und taste mich in Richtung Ausgang. Ich höre noch Dein lüsternes „So, und jetzt bist Du dran…“, bevor ich die Tür hinter mir schließe und Euch zum zweiten Mal heute Abend alleine lasse.
Mit wirrem Kopf stelle ich mich unter die kalte Dusche, sehe Bilder von Euch vor mir, wie Du ihn lutscht, seine Eier in den Mund nimmst, Dich dann vielleicht umdrehst und mit dem Rücken zu ihm auf ihn setzt, um Dich zum Abschluss aufspießen und von ihm nehmen zu lassen, wie sein Schwanz immer schneller in Dich stößt, er Deine Brüste knetet, die harten Nippel zwirbelt - wie ich es selbst im Augenblick der Ekstase so liebe - und sich dann animalisch grunzend in Dich entlädt.
Ich bin im Ruheraum eingedöst, als Du mir einen zarten Kuss gibst. Brav in ihren Bademantel gehüllt steht meine geliebte Partnerin zufrieden lächelnd vor mir. „Wir waren noch kurz zusammen unter der heißen Dusche. Er ist schon gefahren, er lässt schön grüßen und hat nochmals betont, wie sehr er uns bewundert und ein wenig beneidet.“
Du legst Dich zu mir auf die Liege, schmiegst Dich an mich und flüsterst: „Danke, dass wir das zusammen erleben!“ Ich halte Dich fest, atme Deinen Duft ein und raune „Ich liebe Dich!“ in Dein feuchtes Haar. Die nächsten Minuten gehören unseren eigenen Gedanken.
Auch auf dem Heimweg reden wir nicht viel.
Müde gehen wir ins Bad, ziehen uns um und fallen matt ins Bett. Oder doch nicht…?
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