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Lesungen: 139 | Bewertung: 6.21 | Kategorie: Lesbisch | veröffentlicht: 31.05.2026

Erste Jobs

von

Auszug aus einem Buch von mir.

Den Start in ihre Anwältinnenkarriere hatte sie sich etwas aufregender vorgestellt, aber sie wollte nicht undankbar sein. Es gab erst einmal jede Menge Anfängerjobs, genau wie man das aus der Serie Suits kennt. Recherche und Vorarbeit für die Helden der Kanzlei. Nur in Deutschland ist das alles nicht ganz so strahlend, mehr Liebling Kreuzberg-Style anstatt Maßanzug-Manhatten-Look.

Ihre männlichen Kollegen waren schlimmer als am Anfang gedacht. Ihre forsche Kleidung schien manchen Kollegen vollkommen aus der Konzentration zu werfen und die solidarischen Damen zeigten ihr deutlich, dass ihre Art sich zu geben ihnen zu sehr nach selbstbewusster Frau aussah. Dies hatte bei weniger selbstbewussten Frauen dazu geführt, dass sie sich zunehmend isoliert fühlen und Schwierigkeiten hätten, sich in das Team zu integrieren. Nicht so bei Anna, diese Form von weiblicher Rivalität stachelte sie an.

An einem sommerlichen Freitagnachmittag hatte sie sich in der Kanzlei-Bibliothek in einen Schriftsatz vertieft, als einer der älteren Partner auf sie zukam und laut ausrief, dass er sehr froh sei sie endlich gefunden zu haben. Anna fragte ihn womit sie behilflich sein könnte und schneller als sie denken konnte hatte er sie in ein Taxi verfrachtet und mit Unterlagen zu einem Termin nach Hamburg geschickt. Sie solle sich zur Not die Sachen die sie für eine Übernachtung benötigen würde auf Kosten der Kanzlei kaufen. Wichtig wäre jetzt nur, dass die Unterlagen pünktlich bis 19 Uhr bei einem Mandaten sein würden.

Gegen einen spontanen Ausflug nach Hamburg hatte Anna nichts einzuwenden. Sie würde sich bei Trixie ein paar Klamotten für den Abend leihen und dann erst am Samstagmorgen mit dem Zug zurück nach Berlin fahren.

Sie lieferte die wichtigen Dokumente ab und machte sich auf den Weg zu Trixie. Dort besorgte sie sich ein paar Übernachtungsutensilien und fuhr nach ein paar Gläsern Sekt in ihr Hotel. Vom Sekt innerlich ganz prickelig machte sie sich auf dem Zimmer noch etwas zurecht und ging dann noch einmal runter in die Hotelbar. Vielleicht würde sie sich ein kleines Taschengeld verdienen. Hier in Hamburg hatte sie noch immer einen reichen Mann dazubekommen seine Geldbörse für ihre Dienste bereitwillig zu öffnen.

Es war ein frischer Sommerabend in Hamburg, als Anna die Bar ihres eleganten Hotels betrat. Die Bar war stilvoll eingerichtet, mit gedämpftem Licht und leiser Jazzmusik im Hintergrund. Die Atmosphäre war einladend und versprach einen angenehmen Abend, wenn sich noch ein „Opfer“ finden würde.

Anna setzte sich an den Tresen und bestellte einen Martini. Während sie ihren Drink genoss, ließ sie ihren Blick durch den Raum schweifen. Die Bar war gut besucht, aber nicht überfüllt. Die Gäste waren überwiegend gut gekleidet und schienen die gehobene Atmosphäre zu schätzen.

Plötzlich fiel ihr Blick auf eine attraktive Frau, die am anderen Ende der Bar saß. Die Frau, die etwa Mitte fünfzig war, hatte eine elegante Ausstrahlung und trug ein schwarzes Abendkleid, das ihre Figur betonte. Ihre grauen Haare waren zu einem stilvollen Knoten gebunden, und ihre Augen funkelten geheimnisvoll. Sie strahlte eine Selbstsicherheit und Gelassenheit aus, die Anna sofort faszinierte.

Nach einigen Minuten des Zögerns entschied sich Anna, die Frau anzusprechen. Sie nahm ihren Drink und ging zu ihr hinüber. «Ist dieser Platz noch frei?» fragte sie mit einem Lächeln.


Die Frau sah auf und lächelte zurück. «Natürlich, setzen Sie sich doch.»

Anna stellte sich vor und erfuhr, dass die Frau Maria hieß und 52 Jahre alt war. Sie war in Hamburg, um an einer Kunstauktion teilzunehmen. Die beiden Frauen begannen ein Gespräch über Kunst, Reisen und das Leben im Allgemeinen.Die Gespräche wurden immer anregender und Anna spürte wie sich Maria von ihr angezogen fühlte.

Maria erzählte von ihrer Leidenschaft für Kunst und wie sie ihre Karriere als Kunsthändlerin aufgebaut hatte. Sie sprach mit Begeisterung über die Werke, die sie auf der Auktion gesehen hatte, und Anna lauschte fasziniert. Anna schlüpfte in ihre Escortrolle Pia und erzählte von ihrer Arbeit als Marketing-Managerin und ihren Reisen um die Welt. Sie teilten Geschichten und lachten über gemeinsame Erfahrungen, die trotz des Altersunterschieds doch in Teilen so ähnlich waren.

Nach einigen Drinks und viel Gelächter spürte auch Anna eine wachsende Anziehung zu Maria. Die Chemie zwischen ihnen war unbestreitbar und das diskrete Geständnis von Anna, dass sie eigentlich eine Verabredung mit einem Herren gehabt hätte der sie als Begleitung gebucht hatte, dann aber absagen musste hatte Maria nicht davon abgehalten ihr vorzuschlagen auf ihr Zimmer zu gehen, um die Unterhaltung dort in privater Atmosphäre fortzusetzen. Anna zögerte nicht lange und nahm diese Einladung gerne an.

Im Zimmer angekommen, setzte sich Maria auf das Sofa und bot Anna ein Glas Wein an. Die Spannung in der Luft war greifbar. Sie unterhielten sich weiter, doch bald schon wurden die Worte überflüssig. Maria legte ihre Hand auf Annas und zog sie sanft zu sich heran. Ihre Lippen trafen sich in einem leidenschaftlichen Kuss, der all die unausgesprochenen Wünsche und Sehnsüchte offenbarte.

Die Stunden vergingen wie im Flug, während sie sich gegenseitig erkundeten und ihre Leidenschaft entfachten. Es war eine Nacht voller Sinnlichkeit und Intimität, die beide Frauen in vollen Zügen genossen.

Als der Morgen dämmerte, lagen sie nebeneinander im Bett, erschöpft, aber glücklich. Anna wusste, dass diese Begegnung eine besondere war, eine, die sie nie vergessen würde. Sie verabschiedeten sich mit einem letzten Kuss und dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben.


Hamburg hatte ihnen eine unvergessliche Nacht geschenkt, und beide Frauen gingen mit einem Lächeln im Gesicht und einem warmen Gefühl im Herzen auseinander. Ausserdem hatte Maria ihr diskret einen Umschlag beim Frühstück überreicht.

Anna freute sich, denn sie hatte sich in dieser Nacht ihr erstes Honorar als hurende Juristin verdient und nicht mehr als Studentin. Maria musste die Nacht und die gemeinsamen Streicheleinheiten gut gefallen haben, denn der Umschlag enthielt eine unverschämt großzügige Summe und eine Visitenkarte.

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