Sklavin der Lust
von Dark Angel
Mein armer Junge sah mich mit seinen traurigen Augen an und es zerriss mir dabei mein Herz. Seit der Scheidung vor gut zwei Jahren hatte er zu kämpfen gehabt und er konnte bis heute die Trennung weder verschmerzen noch akzeptieren. Gestern noch, als wir meinen 40 Geburtstag feierten, hatten wir nach einer Ewigkeit wieder einigermaßen ausgelassen gelacht und getrunken, einen vergnüglichen Tag verbracht und die Sorgen hinter uns gelassen. Und so war es für mich umso schmerzvoller, dass nach nur einem Tag uns die Realität wieder einholte und meine gewonnene Hoffnung nach Besserung zerstörte. Denn erneut und bereits zum dritten Mal wurde er von einer für die Schule mittlerweile zu einem Problem gewordenen Gruppe an Herumstreuner attackiert und geschlagen. Diese selbst ernannte Bande hatte nichts Besseres zu tun als sich wie eine selbsternannte Gang aufzuspielen und ihr Umfeld zu tyrannisieren. Im Elternverein war sogar die Rede, dass sie selbst vor Lehrern nicht Halt machten und es selbst in diesem Bereich zu Zwischenfällen kam.
Ich betrachtete also die geschwollene Wange von Kurt und legte ein kühles Tuch auf die Haut, was ihm guttat. Er versuchte tapfer zu sein und nicht zu heulen, was ich mir im Prinzip von einem Achtzehnjährigen Jungen auch fast erwartet hätte, doch meine Erziehung war vermutlich zu sanft ausgefallen und ich behütete ihn seit seiner Geburt in einem Ausmaß, das ihn nun als Weichling erscheinen ließ und zur willkommenen Zielscheibe dieser Burschen werden ließ. Frustriert nahm ich zur Kenntnis, dass mir weder Schule noch die Polizei helfen konnten und so kam ich nach längerem überlegen zum Schluss, mit den Jugendlichen selbst Kontakt aufzunehmen und mit ihnen ein vernünftiges Gespräch zu führen. Das musste zu machen sein.
Als Kurt am nächsten Tag nach Hause kam aßen wir. Ich versuchte vorsichtig und mit Bedacht von ihm zu erfahren, wer die Strolche eigentlich waren und wo sie sich herumtrieben. Doch allzu viel wusste er nicht zu sagen, doch es war immerhin so viel, dass diese Burschen wohl immer zu Dritt auftauchten und aus den sozialen Ziegelbauten der Kammgarnfabrik entstammten, die längst geschlossen war und als Gebäude den Schandfleck der Stadt darstellte. Ihr Anführer hieß wohl Mark und die Gruppe trieb sich, wie er Gerüchteweise hörte auch im nebenliegenden Park herum und verkauften Alkohol und Zigaretten an Schüler.
Es waren noch zwei Monate, bis er die Schule verlassen konnte und sein Abitur in der Tasche hatte. Diese Zeit mussten wir überstehen und es musste gelingen, ihm die Strolche vom Hals zu halten.
Am Wochenende hatte Kurt zu lernen und auch ich wollte meine Pflichten rasch erledigen, damit ich mich mit einem guten Buch zurückziehen konnte, als am Samstag nach dem Mittagessen mein Handy mit fremder Nummer läutete. Ohne Begrüßung kam der junge Mann zur Sache. „Du kannst nicht ständig um ihn sein, richtig? Das ist lächerlich.“
„Wer ist da?“, erwiderte ich und ahnte bereits das Unheil das auf mich zukam.
„Das Bübchen steht gerade mal fünf Meter von mir entfernt da, ohne seine liebe Mama.“
Ich begann zu begreifen. „Lass ihn zufrieden, “ zischte ich, „oder ich hetze euch die Polizei auf den Hals.“
Ich hörte ein lautes Lachen. „Vielleicht geben wir ihm etwas Schnaps zu trinken, was hältst du davon?“
Meine Gedanken rasten. Sie konnten ihm natürlich Dinge antun, die ich über die Polizei nicht geregelt bekam, und wer weiß, Alkohol konnte auch nur der Anfang sein. Wenn sie ihm Drogen gaben und ihn abhängig machten, das wäre nicht auszudenken.
„Du bist in einer halben Stunde im Park.“ Dann knackte es und die Verbindung wurde unterbrochen.
Viel zu überlegen gab es eigentlich nicht und im Prinzip passte es nicht so schlecht, dass Bewegung in die Sache kam und so schlüpfte ich in eine bequeme Hose, zog einen leichten Pullover über und fuhr mit einer gewissen Unruhe in den Park, höchst unwissend, was mich dort erwarten würde.
Es wehte ein warmer Sommerwind und diese späte Nachmittagsstunde wäre für einen Spaziergang wie geschaffen gewesen. Doch daran war jetzt nicht zu denken und so nahm ich, nur mit meiner kleinen Handtasche bewaffnet den Weg durch das Tor und schritt auf einen jungen Mann zu, der mit engen Jeans auf einer Bank saß und dabei dumpf vor sich hinlächelte. Seine Jacke hatte er neben sich auf die Bank gelegt und so wurde sein Totenkopf-T-Shirt offenbart, das an seinem Oberkörper zu kleben schien.
„Wir haben telefoniert?“
Er sah mich an, ich hielt kurz inne, betrachtete ihn für einen Augenblick und musste mich abwenden, denn sein brutales Gesicht erschreckte mich. Es war das Gesicht eines jungen Burschen, der zu viel gesehen – und vermutlich auch zu viel getan – hatte. Eine tiefe, unregelmäßige Narbe zog sich wie ein verbrannter Weg über sein Kinn, dabei waren die Augen das Schlimmste, schwarz, kalt, unbeteiligt – nicht leer, sondern jenseits von Empathie. Als sähe er durch Menschen hindurch, als wären sie nur Objekte. Werkzeuge. Oder Beute. Da war nichts Gutes mehr in diesem Blick. Kein Zögern, kein Bedauern, kein Mitgefühl. Die Lippen: dünn, blutleer, leicht verzogen – nicht zu einem Lächeln, sondern zu etwas, das wie Spott roch. Ein Spott auf Schwäche, auf Angst, auf jede Form von Unschuld. Es war kein Gesicht, das man vergaß.
„Mark.“ Sein Stimme war dunkel, rau, ohne Gefühl.
„Sag mir wieviel zu möchtest und dann vergessen wir die Sache“, rasch wollte ich das alles hinter mich bringen.
Mark hingegen schien Zeit zu haben. Lässig stand er auf und baute sich knapp vor mir auf. Sein widerliches lächeln verhieß nichts Gutes und wie recht ich damit hatte, folgte in seiner Antwort: „Über das Geld reden wir später. Jetzt will ich deinen Arsch anfassen.“
Das hatte ich so nicht kommen sehen. „Wehr dich und dein Schwuchtelsohn wird bestraft. Hast du das verstanden?“
Mark hatte offenbar alles gut durchdacht und handelte - und es blieb für mich keine Zeit. Mit einem schnellen Schritt überwand er die Distanz die noch zwischen uns lag und ließ mich seine kräftigen Finger spüren, die sich wie gierige Parasiten am Gesäß meiner Hose anhafteten und zugriffen. Mein Körper prallte gegen den seinen und ich wurde regelrecht plattgedrückt.
Ich schnappte nach Luft.
Dann griff eine Hand meinen Nacken und zwang mich den kleinen Schritt zur Bank zu gehen und meine Arme gegen die Rückenlehne zu stemmen. Die Sitzfläche befand sich dazwischen, so dass ich mich nach vorne beugen musste, um mich an die obere Kante der Rückenlehne festhalten zu können.
„Lass das …“ presste ich wütend hervor doch mir wurde durchaus klar, dass dies nicht so einfach passieren würde und so reagierte der Bursche auch, in dem er meinen Nacken etwas nach unten drückte und meinem Hintern ohne Witz einen schmerzhaften Klaps verpasste.
Ein Schrei entfuhr mir, der sowohl den Schmerz als auch die Entrüstung widerspiegelte.
„Drück deinen geilen Arsch heraus, ich will ihn in seiner vollen Pracht sehen.“
„Nein …“ ich nahm meinen Kopf nach oben, so dass sich mein Rücken leicht durchdrückte. Wie surreal war die Situation? Was passierte hier?
„Zeig mir was du hast…“ konterte er und verabreichte mir einen weiteren, heftigen Klaps, der auf meiner Leinenhose einen hellen, klatschenden Ton erzeugte.
Ich öffnete meinen Mund und zischte einen kurzen Schmerzenslaut heraus – dabei reagierte mein Körper automatisch, er wölbte meinen Rücken nach unten und drückte meinen Hinterteil nach außen. Meine schlanken, langen Beine wurden dadurch kerzengerade gestreckt und gaben ein sehr sinnliches Bild ab, was dem Kerl nicht unentdeckt blieb.
„Verdammte scheiße.“
„Aufhören …“ hörte ich mich brüllen, wie konnte er es wagen.
Wieder verspürte ich einen Hieb, der exakt die Mitte meines Hinterteiles traf. Ich biss meine Zähne zusammen. Mein Po brannte, noch niemals zuvor war ich so gedemütigt worden.
„Nimm deine Beine etwas auseinander …“
Seine Hand um meinen Nacken drückte noch härter zu, neben dem Schmerz spürte ich so etwas wie Wärme in meiner Magengegend, die ich nicht einordnen konnte. Was konnte ich tun? Konnte ich seinem Griff entkommen? Was würde dann mit Kurt geschehen? Wütend darüber offenbar nichts weiter tun zu können gehorchte ich und nahm meine Beine ein kleines Stück auseinander. Mein Hinterteil reckte sich nun vollends gegen den Himmel, so dass mein Oberkörper und meine langen Beine einen rechten Winkel bildeten. Aufgrund meiner etwas breiteren Beinstellung nahm nun seine flache Hand eine andere Richtung auf, glitt etwas in meinen Pospalt hinein, drückte leicht gegen den Anus und steuerte dann darüber hinweg.
Diese unverschämte Berührung verursachte etwas in mir. Meine Finger krampften sich an der Parkbank fest und mein Kopf zuckte wie von einer Wespe gestochen hoch. Mit offenem Mund atmete ich geräuschvoll ein. Das verdammte Aas hatte es geschafft und mich tatsächlich in eine Situation gebracht, in der ich noch niemals zuvor gewesen war. Mein Körper stand plötzlich in eine Art Aufruhr.
Ein wiederholter, klatschender Klaps ließ mich sofort darauf zusammenzucken aber diesmal aufstöhnen. Ich streckte meine Hände durch und beugte meinen Kopf erneut hoch – der Schlag hatte gesessen, doch er brannte nicht nur, sondern er schickte auch einen Schock durch meinen Körper, der mir eine Gänsehaut über den Rücken jagte.
Aber dann brachte mich die Melodie von Marks Telefon in die Realität zurück. Mit einem kappen „Ja“ nahm er das Gespräch an und beendete es wenig später mit einem „Ich bin sofort da.“
„Kennen sie das alte Lokal ‚Metternich‘?“
Ich nickte ohne ihn anzusehen. Es war nicht weit von hier. Ich erinnerte mich, dass man in dem Restaurant früher Mal ganz gut essen gehen konnte, es mittlerweile aber schon eine geraume Zeit leer stand.
„Ich habe dort rasch etwas zu erledigten. Reden wir dort über das Geld, sagen wir in zehn Minuten.“
Ich atmete tief durch, während das Auto wie ein sicherer Hafen um mich lag. Mein Herz schlug hart gegen meine Rippen, mein Verstand versuchte zu sortieren, was kaum einzuordnen war. Und doch war da mehr.
Etwas in mir hatte auf diese Begegnung reagiert – fremd, verwirrend. Meine Brustwarzen waren steif, ein Detail, das ich kaum ertragen konnte, gerade weil es so real war. Das Gesicht des jungen Mannes – sein Blick, seine Härte – brannten sich in mein Gedächtnis. Ich fühlte mich ertappt von etwas, das ich nicht benennen konnte. Erst nach einigen Minuten fand ich die Kontrolle wieder. Meinetwegen hätte ich nicht gewartet, aber mein Sohn – er brauchte mich. So fuhr ich los. Kurze Zeit später stand ich vor dem alten Restaurant. Die Fassade war nun grellrot gestrichen, frisch, fast trotzig. Über der massiven Eingangstür prangte der Schriftzug „Nachtbar“ – altmodisch, fast elegant. Ein Ort, der Fragen stellte, bevor man ihn betrat. Im Vorraum passierte ich einen schweren Vorhang, dabei kam mir ein gut gekleideter Mann entgegen, der eine kleine Aktentasche trug, mir zunickte und hinter dem Vorhang wieder verschwand. Vor mir öffnete sich ein großer, halbleerer Raum mit einer gediegenen Bartheke, an der sich eine elegante Messingreling entlang zog, die dem Ganzen einen recht noblen Eindruck verlieh. Ansonsten gab es eine kleine Bühne, wenige Barhocker, dafür aber eine tolle verspiegelte Bar, die sich hinter der Theke eindrucksvoll einpasste.
Mark las am hinteren Ende des Tresens in Dokumente und steckte sie gerade weg, als er mich bemerkte.
„Kommen sie. Gerade bin ich Teilhaber der Bar geworden. Montag ist Eröffnung und ich bin für die Security zuständig.“
Langsam schritt ich über den blank geschmirgelten Parkett zu ihm hinüber, als ich nicht umhin kam eine nicht unberechtigte Frage zu stellen.
„Und dann hast du es nötig Schüler zu quälen. Und von mir Geld zu verlangen? Ist das nicht erbärmlich?"
„Kann sein. Wie lange soll ich ihren Sohn beschützen?“
Langsam rechnete ich. „Sieben Wochen“.
„Dann will ich 500 Euro wöchentlich. Ich rufe sie jede Woche an und sage ihnen, wohin das Geld zu bringen ist, klar?“
Ich sagte nichts, nur ein kaum wahrnehmbares Nicken. Dann kam ein Satz, der wie ein Schlag in die Magengrube wirkte: „Wo sind wir eigentlich im Park stehen geblieben?“
Mein Blick hätte ihn verbrennen können. Ich war im Begriff, mich umzudrehen und zu gehen, da packte er mich. Seine Hand fest an meinem Arm, ein kurzer Ruck, er drehte mich zum Tresen – dann ließ er los.
„Hände auf den Handlauf. Sofort.“ Seine Stimme war leise, beinahe beiläufig – aber der Tonfall war unmissverständlich.
„Lass das. Hör auf, du …“
„Hände.“
Das Wort schnitt sich durch die Luft wie eine Klinge. Und es traf. Wieder regte sich dieses diffuse Etwas in mir, das ich nicht benennen wollte.
„Nein“, hauchte ich – zu leise, zu spät. Denn mein Körper hatte bereits reagiert. Schmerz unter dem Stoff, Hitze, ein impulsiver, beschämender Reflex. Ich taumelte einen Schritt zurück, wütend auch über mich selbst, atemlos.
„Du wirst geil, nicht wahr?“ flüsterte Mark.
„Arschloch.“
Sein Lachen ließ mir das Blut gefrieren – es war roh, dreckig, und trug etwas in sich, das nicht nur abstoßend, sondern gefährlich war. Trotz der warmen Luft kroch mir eine Gänsehaut über den Rücken.
„Die Stellung kennst du. Zeig mir deinen geilen Arsch.“
Für einen Wimpernschlag stand die Zeit still. Dann, als gäbe es kein Dazwischen mehr, donnerte es aus ihm: „Sofort!
Und dann kam dieser Moment. Der Moment, in dem ich etwas tat, das gegen alles in mir sprach. Ich spürte, wie das scharf gesprochene Wort Wirkung entfaltete und sich Verachtung in mir breit machte – gegen ihn, gegen die Situation, aber vor allem gegen mich selbst.
Mein Kopf schrie nach Widerstand, nach Flucht, nach einem „Nein“. Und doch bewegte sich mein Körper – langsam, zögerlich, aber unaufhaltsam – in die Stellung, die er verlangte. Meine Finger legten sich um die Stange, fast wie zur eigenen Erdung. Mein Herz schlug panisch, als wolle es mir ein letztes Mal sagen, dass das hier falsch war. Aber tat ich es nicht ohnehin nur meines Sohnes wegen? Mein Blick verschwamm für einen Sekundenbruchteil, und mit ihm auch mein Wille. Ich hasste mich dafür, aber es ließ sich nicht mehr stoppen.
„Gut.“
Zwei harte Schläge trafen mich, präzise, kontrolliert – nicht zufällig, sondern mit kalkulierter Wirkung. Ich zuckte zusammen und mein leises Keuchen verriet ihm mehr als mir lieb war. Ich spürte, wie sich mein Atem verflachte. Jeder Muskel in mir war gespannt – bereit zur Flucht, bereit zum Widerstand… und doch blieb ich reglos.
Aber wollte ich den Kampf überhaupt verlieren?
„Nein… hör auf damit…“, presste ich hervor, doch er scherte sich nicht um mich. Er beugte sich vor, so nah, dass ich seinen Atem spürte – und dann hörte ich das leise Klicken des Verschlusses meiner Hose. Der Reißverschluss folgte, Zentimeter für Zentimeter, mit einer Unaufhaltsamkeit, die mich erschütterte. Die Hose wurde danach langsam über mein Hinterteil gezogen und etwa Mitte meiner Schenkel losgelassen. Ein unbehagliches Gefühl kroch in mir hoch, als ich begriff, dass dieses Etwas, das sich in mir regte, nicht von außen kam – es war schon immer Teil von mir gewesen. Es war, als ob es jahrelang im Verborgenen gelauert und darauf gewartet hatte, endlich hervorzutreten. Und nun war es diesem Jungen gelungen, dass es seinen Weg ans Licht fand.
Zwei Hiebe, diesmal ohne den Schutz meiner Hose ausgeführt, ließen mich weiter stürzen, sie waren dazu bestimmt mich weiter zu brechen, mich zu demütigen, mich zu etwas zu machen was ich nicht verstand. Ich wollte nicht schreien, wollte nichts von mir preisgeben, doch ich versagte und die Laute die aus mir herauskamen stellten mich bloß.
„Ganz ruhig, es ist alles so wie es sein soll.“ In seinem Ton lag nicht nur Spott – sondern blanke Sicherheit, von jemanden, der längst wusste, dass mein Widerstand nur eine Frage der Zeit war. Seine entlarvenden Worte entlockten mir ein kehliges Stöhnen, dass durch meine zusammengebissenen Zähne drang, geboren aus einer Wollust, die sich wie eine Flut über mich ergoss. Doch kaum verklang der Laut, überrollte mich etwas anderes – Scham. Heftig. Eiskalt. Und vollkommen gerechtfertigt. Was zur Hölle hatte ich getan?
„Verdammt… es ist spät“, murmelte Mark, trat zurück und hob beiläufig meine Tasche auf. „Meine Verlobte ist gleich da. Sie sollten jetzt besser gehen.“
In den Tagen danach herrschte Funkstille. Kein Lebenszeichen von Mark – kein Anruf, keine Nachricht. Und auch sonst lief alles wie gewohnt weiter. Äußerlich zumindest. Innerlich war es ein anderes Bild. Gedanken und Gewissensbisse kamen in Wellen, ließen mich tagsüber kaum zur Ruhe kommen und hielten mich nachts wach. Ich verstand nicht, was mit mir geschah. Mein Körper hatte reagiert – heftig, kompromisslos – und das machte mir Angst. In meinem Alter glaubt man, sich selbst zu kennen. Man denkt, man hätte herausgefunden, was einen ausmacht, was einen reizt, was man ablehnt. Doch plötzlich war alles in Bewegung, als hätte jemand heimlich an den Grundfesten gerüttelt. Nie zuvor hatte ich derartige Fantasien in mir gespürt. Weder im Alltag noch in Filmen, Büchern oder Gesprächen. Es gab keinen Hinweis, kein heimliches Kitzeln, keinen früheren Impuls. Und doch war da dieses Erleben, roh, ungeschönt, überfordernd.
Ich begann zu recherchieren, heimlich natürlich. In Foren, in Artikeln, in anonymen Beiträgen, die ähnliche Erfahrungen schilderten. Ich suchte nicht nach Bestätigung – ich suchte nach einem Anker. Nach einer Erklärung. Doch was ich fand, waren nur Fragmente. Verwirrte Stimmen, gebrochene Gewissheiten. Nichts, was mir wirklich weiterhalf.
Und so blieb alles ein unausgesprochenes Rätsel, über das ich mit niemandem reden konnte. Also ließ ich Gras darüber wachsen. Die Erinnerung verblasste, jedenfalls oberflächlich. Der Alltag übernahm wieder die Kontrolle. Auch um Kurt war es ruhig geworden – zumindest was die Vorfälle betraf. Das bedeutete jedoch nicht, dass die Gefahr verschwunden war. Ich hörte von anderen Eltern, dass es weiterhin Zwischenfälle gab. Die Täter blieben clever, verschwanden immer rechtzeitig, und die Polizei war machtlos. Ein Wochenende verging, dann noch ein paar Tage. Und dann kam der Anruf.
Mark.
Überraschung war es keine – eher das Gegenteil. Ich war vorbereitet. Die Zeit hatte mir Abstand verschafft, vielleicht sogar ein wenig Klarheit. Und so hob ich ab. Ohne zitternde Finger. Ohne diesen Druck in der Brust, der mich damals beinahe erstickt hätte
Und so nahm ich die noch geschuldeten 400 Euro plus die 500 für diese Woche, erreichte zur gegebenen Stunde die eröffnete Bar und wartete wie zugesagt im Auto, als nach wenigen Minuten Mark im dunklen Anzug aus der Tür trat und sich an der Fahrertür herunterbeugte. Ich öffnete das Fenster und reichte das Geld durch.
„OK, bis nächste Woche.“
Er erhob sich und verschwand in zügigen Schritten wieder hinter der Eingangstür der Bar, die sich geräuschlos hinter im verschloss.
Erleichtert über das unspektakuläre Treffen ließ ich die Anspannung langsam von mir abgleiten. Während ich durch die abendliche Innenstadt fuhr, atmete ich tief aus, beobachtete die Ströme müder Menschen, die wie gleichgültige Schatten aus den Bürogebäuden quollen und in Richtung Zuhause strömten. Doch je länger ich fuhr, desto spürbarer wurde ein vages Unbehagen in meiner Magengrube – ein stilles, nagendes Gefühl, das sich nicht vertreiben ließ. Erst daheim – als ich die Wohnungstür hinter mir schloss und mich kurz hinsetzte – begriff ich, was es war: Enttäuschung. Verstörende, peinliche Enttäuschung. Trotz allem hatte ich insgeheim gehofft – gehofft, dass er etwas tun würde. Dass wieder etwas passieren würde. Etwas Verbotenes, Aufrüttelndes. Ich erschrak über diesen Gedanken. Über mich. Über die Vorstellung, dass ich eine derart kranke Hoffnung in mir trug – dass ich sie überhaupt zuließ.
Ich dachte an professionelle Hilfe, an Gespräche mit Freundinnen. Aber jede Option schien undenkbar. Zu entblößend. Zu beschämend. Und was, wenn Kurt davon erfuhr? Nein. Undenkbar. Also tat ich das, was ich immer tat, wenn ich nicht weiterwusste – ich funktionierte. Ich setzte mich zu Kurt, wir schauten etwas Belangloses im Fernsehen, und gegen elf ging ich ins Bett. Aber der Schlaf kam nicht. Und dann vibrierte das Telefon. Marks Name leuchtete auf. Mein Herz setzte aus – und schlug dann umso heftiger. Ich hob ab, zögernd.
„Kommen sie in einer halben Stunde zum Hintereingang der Bar. Ziehen sie einen Rock an.“
Seine Stimme war kühl, sicher. Im Hintergrund wummerte Musik, Stimmengewirr.
„Spinnst du? Weißt du, wie spät es ist? Und du hast dein Geld längst bekommen.“
„Sie werden tun, was ich sage.“ Dann war die Leitung tot.
Und nun? Mein Herz pochte, als wolle es sich durch die Rippen bis in meinen Schädel drücken. Es schlug nicht einfach – es hämmerte, vibrierte, ließ meine Gedanken flackern wie Kerzen im Wind. Gänsehaut breitete sich über meine Arme aus, und wieder stieg dieses seltsame, nagende Gefühl in mir auf – eine Enttäuschung, dumpf und unangenehm, die mich seit jener Geldübergabe nicht mehr losließ. Jetzt erfüllt sich wohl deine kranke Hoffnung, schoss es mir durch den Kopf, und ich schüttelte abwehrend den Kopf, als könnte ich den Gedanken dadurch fortjagen.
Reiß dich zusammen. Bleib sachlich.
Zitternd stieg ich aus dem Bett, leise, um niemanden zu wecken. Im Halbdunkel öffnete ich den Kleiderschrank, zog einen knielangen Faltenrock hervor, eine schlichte, weiße Bluse und halterlose Nylons, die ich nur selten trug – bei bestimmten Gelegenheiten. Im Badezimmer kleidete ich mich hastig, fast fahrig an. Meine Brüste zwängte ich in einen veilchenfarbenen BH, der mir plötzlich zu auffällig erschien, aber ich dachte nicht weiter darüber nach. Ich schob die Nylons über meine glatte Haut, zog den Rock hoch, knöpfte die Bluse zu. Meine Locken bändigte ich notdürftig, schnürte mich in meinen leichten Sommermantel und schlüpfte in ein Paar schwarzer 5-cm-Pumps – eine von vielen.
Als ich die Tür leise hinter mir schloss, pochte mein Herz wieder, diesmal schneller. Die Stadt war nicht so leer, wie ich gehofft hatte. Noch zu viele Menschen, zu viele Augen. Ich suchte einen Parkplatz, fand ihn erst nach einigem Kreisen und ging schließlich zügig, beinahe gehetzt, an der hell erleuchteten Vordertür der Bar vorbei – hin zum schmalen, kaum sichtbaren Hintereingang.
Die Tür war aus Blech, neu und unscheinbar, im Halbschatten gelegen. Und während ich näherkam, wurde mir schlecht. Ein Schwindel überkam mich – eine Mischung aus Ekel, Erwartung und einem dunklen Prickeln, das ich nicht einordnen konnte. Immer wieder wechselten meine Zustände: Übelkeit, ein Anflug von Euphorie, dann wieder lähmende Zweifel. Alles vermischte sich. Gedanken sprangen wild umher, keiner blieb lang genug, um greifbar zu sein. In mir wuchs das Bewusstsein, dass ich gerade dabei war, etwas zu tun, das falsch war. Verboten. Vielleicht gefährlich. Und doch ging ich weiter. Langsam. Zögerlich. Bis ich angekommen war.
Ein Schatten löste sich neben der Tür, trat aus der Dunkelheit.
„War nicht leicht, oder?“ Seine Stimme klang ruhig, fast beiläufig.
Ich senkte den Blick. Fühlte mich ertappt. „Du kannst mich nicht einfach mitten in der Nacht anrufen und…“
„Wie heißen sie eigentlich?“
Ich schaute auf.
„Was?“
„Ihr Name. Ich will wissen, wie sie heißen.“
„Gruber.“
„Nein, der Vorname.“
„…Ascension.“
Ein kaum merkliches Lächeln spielte um seine Lippen. „Schöner Name …“
Er trat zur Seite, lehnte sich an die Tür, das Gesicht halb im Schatten.
Er trug noch immer seinen dunklen Anzug – schwarz, schlicht, ohne Krawatte. Trotzdem haftete ihm nichts Seriöses an. Im Gegenteil: Es ließ ihn nur noch unnahbarer wirken. Und gefährlicher.
„Kommen sie näher Ascension, damit sie nicht die Leute von der Straße aus sehen.“
Ich blickte mich um und erkannte, dass er wohl Recht damit hatte. Die Straße hob sich hell vom dunklen Seitengang ab und das Licht strahlte einige Meter hinein, erreichte uns aber nicht. Mit langsamen Schritten erreichte ich ihn und blieb vor ihm stehen. „Also wie ich schon sagte, du kannst nicht einfach mir nichts dir nichts anrufen. Schon gar nicht um diese Uhrzeit. Das musst du begreifen.“
Sein leises lachen kam schnell und herablassend.
„Was für ein Bullshit, sie sind sicher schon feucht zwischen den Schenkel – und dass allein schon nur deshalb, weil ich sie hierher bestellt habe. Oder vielleicht nicht?“
Der Lump nahm sich kein Blatt vor dem Mund und hatte auch noch recht damit. War es so offensichtlich? Wie konnte er das trotz seiner Jugend wissen? Was hatte ich mir auch nur dabei gedacht hierher zu fahren und dem absurden ‚Etwas‘ nachzugeben, das ich bis heute noch nicht einmal richtig verstand?
„Blöder Idiot …“ ich stockte, rang nach Luft und trat einen Schritt zurück. Sein Lachen war unschön.
„Sie können es gar nicht erwarten, dass ich mir nehme was ich will, nicht wahr?“
Ich blickte zu Boden und mein Körper begann jetzt zu zittern, als ob ich Fieber hatte. Seine Worte waren klar und es war einfach nur absurd, dass er damit auch noch Recht hatte.
„Ich habe gesagt sie sollen einen Rock tragen, und den tragen sie auch, was soll ich also davon halten?“
Seine Augen funkelten vor Schadenfreude, als er meine Angst wahrnahm. Ein kurzer Augenblick, in dem ich versuchte, mich zu fassen, dann schloss ich meine Augen, um seine Worte zu blockieren. Doch sie schnitten scharf und tief in mein Inneres und verhöhnten mich. Was hatte ich mir nur gedacht? Die Frage schien mich zu erdrücken, und als ich sie mir selbst stellte, erschrak ich über die Antwort. Ich hob den Blick, fand keinen Halt mehr. Alles, was gerade geschah, war zu viel, zu groß für mich, für mein Verstehen. Die Welt begann sich zu verdunkeln. Mark reagierte, drehte sich zu mir und zog mich dabei mit. Ich wurde hart gegen die Tür gedrückt, und der schmerzhafte Aufprall ließ mich stumm aufkeuchen.
„Mach den verdammten Mantel auf.“
Meine Hand ergriff wie von selbst den schmalen Gürtel und der einfache Knopf öffnete sich. Der Stoff teilte sich, so dass Mark die beige Bluse erkennen konnte, die von meinen Brüsten mehr als gut ausgefüllt wurde, und dessen Knospen sich mittlerweile hart und gut sichtbar gegen den Stoff abzeichneten. Verzweifelt drehte ich meinen Kopf zur Seite, damit ich das Gesicht und das widerliche Grinsen des Burschen nicht sehen musste, atmete hektisch, so dass sich mein Brustkorb deutlich auf und ab senkte. Dann spürte ich seine beiden Hände, die sich wie selbstverständlich auf meine fleischigen Brüste legten und ohne Skrupel zudrückten.
„Deshalb bist du doch gekommen, nicht wahr?“, seine Stimme klang wie das Knurren eines Tiers. Hitzig und getroffen starrte ich ihn kurz an und verdrehte meinen Kopf diesmal zur anderen Seite. Seine Hände drückten nach, bis das Fleisch meiner Brüste nicht mehr nachgab. Die harten Brustdornen quollen hervor und wurden in den BH und den Blusenstoff gewuchtet, abgeknickt und zusammengestaucht, was erbärmlich wehtat. Ich ächzte.
„Das macht dich an, ich weiß …“ Er war zum vertraulichen Du übergegangen.
„Du kleine Ratte …“ presste ich hervor und drückte meinen Oberkörper hart gegen die Tür.
„Zeig es mir …“
Mein knapper, jämmerlicher Schrei verhallte in der Nebengasse, seine Aufforderung war unglaublich beschämend und wie ein Dorn in meinem Fleisch, ich verdrehte meine Augen und ließ mich noch härter gegen die Tür stoßen, die daraufhin einen hellen Ton von sich gab.
„Ich werde mir jetzt dein Höschen nehmen.“
„Das darfst du nicht … nicht das …“ meine Stimme brach.
„Ich will sehen wie nass deine Fotze ist …“
Für mich waren seine für ihn sicher belanglos dahingesprochenen Worte wie ein Signal, dass mich urplötzlich in die Sphäre der Realität zurückführte. Etwas fiel von mir ab und ich sah klar, denn der Bogen schien überspannt. Ich schrie, stieß ihn mit meinen Fäusten zurück und nahm Reißaus, erreichte unbehelligt das Licht der Straße, orientierte mich und hastete wie eine Besessene zu meinem Auto, holte die Schlüssel aus der Manteltasche und fuhr los.
Ablenkung verschuf ich mir die darauffolgenden Tagen mit der Pflege unseres kleinen Gartens, mähte das Gras und versuchte mich in Erklärungen, warum ich Reaktionen gezeigt hatte, die so noch nie vorgekommen waren und die mich verstandsmäßig regelrecht außer Betrieb setzten und dadurch gefährlich wurden. Mittlerweile aber waren nur mehr vier Wochen bis zu den Prüfungen hin und so entschied ich durchzuhalten, da danach der Spuk ohnehin zu Ende gehen würde. Mark ließ in Summe auch erst zwei Wochen nach der Eskapade in der Nebenstraße von sich hören und ich brachte ihm das geforderte Geld, ohne das etwas Unvorhergesehenes passierte. Er nahm die Euro emotionslos entgegen und verlor kein Wort über die Vergangenheit. Nachdem auch danach eine Woche verging und indessen bereits in der nächsten und übernächsten Woche die Prüfungen stattfanden, hatte ich das erste Mal das Gefühl, die Zeit ganz gut überstanden zu haben.
In der letzten Woche läutete es und er stand unangemeldet und in hautenger Hose aus braunem Leder und weißem T-Shirt vor der Tür, drängte sich herein und nahm das restliche Geld entgegen. „Damit ist unser Deal erledigt. Dein Sohn wird sein Abitur machen, und wir werden ohnehin den Kindergram aufgeben.“
Er schien meine Erleichterung zu spüren. „He, ich bin Geschäftsmann. Wenn ich etwas Zusage, dann halte ich mich daran. Das hat nichts mit der anderen Sache zu tun, dein Idiotensohn ist aus dem Schneider. See you.“
Weg war er und ich wusste nicht recht wie ich seine Worte einzuschätzen hatte. Leicht verunsichert doch mit überwiegender Erleichterung feierten mein Sohn und ich zwei Wochen später seinen Abschluss. Ich war mächtig stolz, da er mir auch endgültig zusagte, Jus studieren und sich in der Landeshauptstadt eine Studenten-WG suchen zu wollen. Alles lief perfekt, als Mark an einem Mittwoch, noch nicht ganze zwei Wochen nach Kurts Abitur, anläutete und vor der Haustür stand. Mein Sohn war an diesem Tag mit dem Zug in die Hauptstadt gefahren, um sich mit potentiellen Mitbewohnern eine Wohnung anzusehen, so dass er mich alleine und beim Wäschewaschen antraf. Verdutzt starrte ich ihn fragend an – denn damit hatte ich so überhaupt nicht mehr gerechnet. Er drängte sich nicht wie bei seinem letzten Besuch herein, sondern blieb an der Schwelle stehen. Sein derbes Gesicht kam mir etwas schmaler als zuletzt vor, wodurch es noch kantiger wurde und gleichzeitig seine breiten Schultern noch stärker zur Geltung brachte.
„Hallo Ascension.“ Sein Lächeln war unecht.
„Was willst du noch?“ In mir begann sich eine leichte Anspannung bemerkbar zu machen.
„Ich habe dich vorgestern in der Innenstadt in diesem schwarzen Lederrock gesehen. Trag ihn heute Abend. Um 23:00 Uhr erwarte ich dich im Sport Café, in der ersten Kabine der Herrentoilette. Dort riecht es nach Pisse und genau dort werde ich dir dein verdammtes Höschen ausziehen.“ Seine Worte flossen mühelos aus ihm heraus, wie ein reißender Fluss, und ich klammerte mich schockiert an der Tür. Mein Gesicht verlor jegliche Farbe und wurde aschfahl, während ich verzweifelt nach einer scharfen Antwort suchte.
Dann hatte ich mich soweit gefangen, dass ich die Unverfrorenheit des Burschen mit der Erfahrung einer 40jährigen Frau konterte. „Die Zeiten sind vorbei Junge. Geh nach Hause spielen und lass erwachsene Menschen in Frieden, denen du nicht das Wasser reichen kannst.“
Seine Grimasse spiegelte etwas von seiner Rohheit wider, die ich bereits mehrere Male am eigenen Leib verspürt hatte und die Angst machte.
„Wir wissen beide, dass du kommen wirst und dass dein Höschen schon auf dem Weg zum Café feucht sein wird.“ Mit einem letzten Blick verschwand er hinter dem Gartenzaun. Aufgebracht knallte ich die Eingangstür zu, durchaus mit einer wachsenden Panik in mir.
Nur mühsam und nach einiger Zeit fasste ich klare Gedanken und spulte mein Tagesprogramm ab, ehe Kurt nach Hause kam und wir zu Abend aßen. Wir sprachen über die Wohnung und das er sie wohl nehmen würde, und dass er sich noch mit Freunden verabredet hatte, um die Stadt unsicher zu machen.
Obwohl ich mich bemühte, den Vormittagsbesuch zu ignorieren, schaffte ich es nicht. Eine unangenehme Nervosität baute sich stündlich auf und ließ mich flatterhaft und gereizt erscheinen, was Kurt dazu bewegte, früher als geplant zu seinen Freunden aufzubrechen. Gegen zehn Uhr hatte die innere Unruhe ihren Höhepunkt erreicht. Fantasien flogen mir durch den Kopf, Gefühle strömten auf, und Sehnsüchte überwältigten mich – alles gleichzeitig und in einer Intensität, die ich so noch nie empfunden hatte. Irgendwie wurde es für mich unausweichlich, ja geradezu obsessiv, dass ich um 23:00 Uhr den vereinbarten Ort aufsuchen musste.
Der auf beiden Seiten leicht eingeschlitzte Rock, der mir perfekt passte und bis an die Knie reichte, der superleichte Kaschmir-Pullover mit V-Ausschnitt, die passende Wäsche samt schwarzen, halterlosen Strümpfen, der elegante Schalen-BH, der meinen wuchtigen Busen in Form hielt und nicht zuletzt meine schicken Pumps, die meine wohlproportionierten Beine formschön und lang zur Geltung brachten, flogen mir regelrecht aus den diversen Kästen zu. Ich legte sie mir an und ich begutachtete mich im großen Spiegel, aber die Qual, die meine Gefühle in mir entfachte, konnte ich kaum mehr ertragen.
Die Überreizung stieg also um jede Minute an und ich suchte mindestens drei Mal die Toilette auf, nahm einen kleinen Cognac zu mir und stieg schließlich in meinen Polo, um die Fahrt auf mich zu nehmen.
‚Wir beiden wissen das du kommen wirst und dein Höschen schon bei der Fahrt zum Café feucht sein wird …‘
Die Worte des Burschen ließen mich nicht los. Mein Verstand wusste, dass das, was ich tat, verrückt, abartig und gefährlich war. Es war nicht so, dass ich völlig die Kontrolle verloren hatte; ein leiser, warnender Teil in mir schrie vor Unheil, erinnerte mich an die Schwere und Unangemessenheit meines Handelns und daran, dass ich die Folgen nicht absehen konnte. Mark war unter keinen Umständen jemand, den ich als akzeptabel oder angemessen betrachten konnte. Hätte das Schicksal uns nicht durch meinen Sohn zusammengeführt, wäre ich niemals mit solch einem Menschenschlag in Berührung gekommen. Es gab also nicht den geringsten Grund mich mit jemandem wie ihn abzugeben. All das war richtig und nicht zu widerlegen. Und es stand auch so wie eine unverrückbare Wand folgelogisch und vernünftig vor meinem geistigen Auge. Aber – und dieses Aber entwickelte sich zu einem übermächtigen Gegner – diese nüchterne Analyse hatte nicht das zu bieten, was sich mir so unerwartet offenbart hatte. Und das war nichts Anderes als der blanke und nackte Appetit auf das Verspüren von Lebendigkeit, Gefährlichkeit, Besonderheit … bis hin zur, ja, ich gestand es mir ein, Geilheit.
Der Satz war dennoch verheerend: ‚Wir beiden wissen das du kommen wirst und dein Höschen schon bei der Fahrt zum Café feucht sein wird …‘
Der Junge würde recht behalten und daran zerbrach ich beinahe.
Der Wagen wurde geparkt und ich trat in das verrauchte Lokal ein, dass ich von meinen Shopping-Touren – zumindest von außen - kannte. Es war um diese Zeit halbvoll und die Gesichter der – vorwiegend aus Männer bestehenden – Gäste wandten sich konzentriert auf Großbildschirme, auf denen ein Pferderennen im Gange war. Die Einrichtung und die schemenhaften Gesichter verschwammen vor mir im wahrsten Sinne des Wortes, mein Blut wurde in einer Geschwindigkeit durch meinen Körper gepumpt, dass mir schwindelig und unheimlich zumute wurde. Kurz orientierte ich mich, die Toiletten befanden sich im hinteren, etwas ruhigeren Bereich. Ich konnte ohne weiteres Aufsehen zu erregen durchgehen und die besagte Herrentoilette aufsuchen, in der sich zum Glück niemand befand, und in die erste Kabine schlüpfen. Sofort schloss ich ab und nahm den beißenden Uringeruch wahr, wie es mir Mark prophezeit hatte. Ob ich zuvor an Mark vorbeigegangen war oder nicht, war mir in meiner Überreiztheit nicht erinnerlich und so atmete ich tief ein und aus und versuchte meiner Aufregung Herr zu werden.
Nachdem meine Uhr knapp nach Elf anzeigte hörte ich, wie jemand eintrat und zu den Kabinen durchmarschierte. Ich erschrak zu Tode als es an meiner Tür klopfte und der helle Ton an den schmutzigweissen Kacheln verhallte. Hektisch nestelte ich am Schloss herum, als mir die Kabinentür auch schon aus den Händen gerissen und aufgestoßen wurde. Mark stand im hautengen Polohemd da und kam umgehend herein, schloss sorgfältig ab und drückte sich an die andere Wand, so dass wir uns gegenüberstanden. Sein Gesicht sprach Bände: Überheblichkeit, Charakterlosigkeit und eine Brutalität die in seinen grausamen, grauen Augen funkelten.
„Die kleine Sau ist also gekommen, wie ich es vorausgesagt hatte.“
Was war das nur für ein Schwein. Ich blieb stumm, paralysiert, meine übelsten Befürchtungen hatten sich bewahrheitet und eine Antwort wäre mir ohnehin unmöglich gewesen. Seine Worte waren so niederträchtig, dass sie sich schmerzhaft in mein Innerstes brannten. Alles um mich herum drehte sich plötzlich, und ich senkte den Blick. Mein Atem war so hektisch und unregelmäßig, dass meine Brust sich wie die einer Ertrinkenden hob und senkte. Doch das war nicht alles; mein Innerstes brannte vor unerträglicher Scham, der ich mich selbst ausgesetzt hatte und mich nun bis ins Mark erschütterte.
„Ich werde jetzt dein Höschen abziehen. Ist dir recht, ja?“
Ich konnte nicht antworten, alles versagte in mir.
„Sag mir ob du es willst.“
Er spürte, dass ich nicht in der Lage war etwas zu sagen und so kam seine Hand hoch, die Finger griffen in mein Haar und drückten mein Gesicht zu sich. Seine Zunge durchbrach meine Lippen und drang tief in meinen Mund hinein. Das war einfach zu viel. Ich explodierte. Er hatte an der richtigen Taste gedrückt und die Schleusen der Geilheit wurden geöffnet und es gab kein Hindernis mehr. Meine Zunge rotierte, als ob es um das nackte Überleben ging, bis Mark überaus frustrierend seine Zunge wieder abzog und meinen Kopf zurückbeugte. Wir sahen uns an. „Du kleine Sau.“ Ich wurde beinahe ohnmächtig. Mark nahm seine Hand aus meinem Haar, führte beide Hände unter meinen Rock, zog mein Höschen mit ein oder zwei heftigen Bewegungen ab, beugte sich hinunter und entwand es mir unter meinen Füssen. Nachdem er wieder hochgekommen war, kamen seine Lippen dicht an meinem Ohr. „Das nächste Mal lecke ich dir die Fotze trocken.“
„Niemals …“
„Wichs dich jetzt, ich muss gleich gehen.“ Sein Ton, den ich als eiskalt wahrnahm, zeigte mir, wie berechnend er an die Sache heranging. Er nahm meine Hand und führte sie unter meinen Rock.
„Du Bastard …“ meine langgliedrigen Finger glitten, da das Höschen entfernt wurde, problemlos in die Spalte hinein und wurden von einer überfluteten Pforte aufgenommen, die augenblicklich reagierte und einen Orgasmus auslöste, der sich wie eine scharfe Sense durch mein Fleisch arbeitete und eine unaussprechliche Qual verursachte. Ich löste mich von Mark, stieg hoch und warf meine spitzen Schreie gegen den Plafond. Der Bursche wartete zu, als er mich schließlich zur Seite schob und die Tür aufschloss. Kurz wandte er sich mir noch zu und hielt mir mein Höschen vor die Nase. „Morgen wirst du meine Zunge spüren.“
Kurt hatte sich also eine leistbare Wohnung gefunden und zog bereits heute in die WG ein, da er Sommerkurse besuchen und sich an das Studentenleben gewöhnen wollte. Wir hatten vereinbart, dass er jedes Wochenende seine Wäsche brachte und zumindest den Samstag zuhause verbringen sollte, damit wir uns regelmäßig sehen und austauschen konnten. Als er gepackt und das Haus verlassen hatte, verspürte ich Wehmut und einen Hauch des Kummers, denn mein Sohn war 19 Jahre lang mein Projekt und Schutzbefohlener gewesen, den man nicht so einfach ziehen lassen würde. Doch nun war es soweit und ich richtete mich darauf ein, künftig mehr Zeit für mich und meine Freunde zu haben, was sich so gesehen auch als nicht so schlecht ausnahm.
Mark rief schließlich wie er es angekündigt hatte an und wollte mich am Schrottplatz am Stadtrand treffen. Ich sagte zu.
Am Schrottplatz kam ich danach etwas verfrüht an, da ich in der Reinigung etwas rascher fertig wurde und der Verkehr keine Probleme bereitete. Für heute – es war ein herrlicher, wolkenfreier Sommertag - entschied ich mich für einen leichten Bordeaux farbenen Hosenanzug, der mit seiner Röhrenhose und dem Blazer, der mit großen, ebenfalls Bordeaux farbenen Knöpfen verschlossen wurde, sehr modisch und geschäftsmäßig wirkte. Ich schritt also wie es mir Mark beschrieben hatte zu eines der schmalen Türen des Gebäudekomplexes zu, öffnete sie und trat ein. Mitten im kleinen, vollgeräumten Raum stand ein hoher und schwer aussehender Holztisch, der normalerweise wohl als Arbeitstisch fungierte und daher unsauber und benutzt aussah. Auf den Rücken der Tischplatte lag eine zierliche Blondine mit ausgebreiteten Armen und auseinandergespreizten Schenkel da. Mark stand in einer schwarzen Bomberjacke seitlich neben ihr und drehte an den erigierten Brustwarzen, die von den Brüsten des Mädchens steil hervorsprangen. Die Augen des Mädchens waren weit geöffnet und nach oben verdreht, so dass die hellgrünen Pupillen kaum mehr auszumachen waren. Ihr Mund - befüllt mit schönen, weißen Zähnen - stand offen. Sie trug einen schwarzen Minirock aus weichem, von Nieten durchzogenen Leder, halterlose Nylons aus ebenfalls dunkelschwarzer Farbe, High Heels und schließlich einen von den hübschen, faustgroßen Brüsten lieblos abgerissenen Leder-BH, der unordentlich unterhalb des geblähten Fleisches feststeckte. Mark hatte das Knarren der Tür gehört, drehte sich zur Seite und erblickte mich. Dann sah er auf seine Uhr und - ohne mit seiner Beschäftigung aufzuhören - runzelte er die Stirn. „Du bist zu früh.“
Ich wurde so rot wie ein ertapptes Schulmädchen, dass vor den Direktor zitiert wurde und ich trat unwillkürlich einen kleinen Schritt zurück. Die Szenerie traf mich derart unvorbereitet, dass es mich unglaublich peinlich berührte.
„Komm rein“, während er mich herbeiwinkte holte er sein Handy aus den Jeans und tippte eine Nummer hinein.
„Sie ist bereit.“ Sein Kopf nickte und er drückte erneut auf einen Knopf und ließ das Handy wieder verschwinden. Dann wandte er sich mir zu und ließ ein angedeutetes, falsches Lächeln erkennen.
„Dann werde ich dir also die Fotze auslecken.“
Fassungslos wich ich zurück und drückte mich gegen die Wand. Diesmal hatte er sich aber geschnitten. „Das meinst du nicht ernst. Ich bin heute das letzte Mal …“
Ein lautes Geräusch unterbrach mich. Die Tür wurde aufgestoßen und sofort wieder zugeknallt. Plötzlich stand ein kleinwüchsiger, fetter Mann im Raum, der sich zu uns umsah, überaus blöde grinste und Mark ansprach. „Was willst du denn mit d e r hier?“ Seine kleinen Schweinsaugen blitzten streitsüchtig auf und fixierten Mark, der sich aber gelassen gab.
„Kümmere dich nicht um mich. Mach deinen Job und gut ist es.“
Das bärtige Gesicht des Fetten entspannte sich, während er seinen Hosengurt öffnete und die Militärhose einfach bis zu den Kniekehlen fallen ließ. Darunter trug er nichts, und so kam sein halbsteifer Schwanz zum Vorschein, der schwer und massiv ins Freie trat. Seine Bomberjacke, ähnlich wie die von Mark behielt er an, zog allerdings den Reißverschluss herunter, so dass sie sich öffnete und sein gewaltiger Bauch herausquoll.
Ich atmete tief ein, dieser verdammte Skinhead, der mit seinen schweren Springerstiefeln inmitten des Raumes dastand, flößte mir Angst an. Das Gesicht des Mannes verzerrte sich zu einer widerwärtigen Grimasse, während er seinen Schwanz ungeniert vor uns zu wichsen begann und zu einem Koloss anwachsen ließ. Nachdem er auf die Antwort von Mark keine schlagfertige Gegenrede wusste, wechselten seine Augen plötzlich zu mir und deutete auf den Koloss: „Den darfst du ablutschen, wenn ich mit Blondie fertig bin.“
Ich versuchte mit trockenem Mund zu schlucken, was weh tat und mich daran erinnerte, was für eine Närrin ich doch war. Aber der Mann verlor das Interesse an mir und blickte zur Blondine, die auf sein erigiertes Gemächt starrte und heftig atmete. Mit heruntergezogener Hose beugte er sich zu ihr hinunter und steckte ihr wie selbstverständlich die Zunge in den Mund. Dabei nahm er ihre jungen, spitzen Brustwarzen zwischen seine Finger und begann sie zu drehen. Das Mädchen stöhnte wollüstig auf, während er sich noch weiter an sie heranschob, kurz innehielt und ihr seinen dicken Schwanz in das wartende Loch steckte. Seine Fickbewegungen begannen zunächst kurz und langsam anzulaufen, wobei sie aber nach wenigen Minuten durch schnelle, gleichmäßige Stöße abgewechselt wurden.
Spätestens jetzt wurde ich durch Mark in meiner Wahrnehmung unterbrochen, denn er rückte zu mir auf, stellte sich vor mich hin und blickte mir in die Augen.
„Willst du nachher seinen Schwanz ablutschen, wenn er mit Blondie fertig ist?“ In meinem Bauch manifestierte sich ein absonderliches, ja richtiggehend bizarres Gefühl, das sich wie eine Mischung aus Ekel, Abstoßung und Anziehung anfühlte und mich durch die Gegensätzlichkeit in eine eigentümliche Stimmung versetzte.
Ich schüttelte angewidert meinen Kopf.
„Mal sehen, jetzt wirst du erstmal geleckt. Deswegen bist du doch gekommen, nicht wahr?“
Warum schrie ich ihn nicht an, schlug ihn, trat ihn, warum beschimpfte ich ihn nicht? Auf irrige Weise passierte genau das Gegenteil, ich spürte die Hände, wie sie sich fast wie von selbst zum obersten Knopf meines Blazers bewegten, als wollte der Körper handeln, bevor der Verstand eine Entscheidung traf. Es war, als ob ein unsichtbarer Kampf in mir tobte, zwischen dem Drang, ihm endlich meine Meinung zu sagen, und der Unfähigkeit, wirklich zu reagieren. Und dann, plötzlich, brach ein Gedanke hervor, mächtig und unabwendbar: Wie sah Mark mich in diesem Moment? Was dachte er wirklich, als er mir ins Gesicht schaute?
Der erste Knopf sprang also auf, und ein leiser Schock fuhr mir durch den Körper. Ich suchte instinktiv nach seinen Augen, wollte, dass sie sich mit meinen trafen, um zu erkennen, was in ihm vorging. Ich starrte auf seine Pupillen, leblos wie ein Spiegel ohne Reflexion, versuchte, durch sie hindurchzusehen, zu verstehen, was er über mich dachte. In diesem Moment, als sich der zweite Knopf öffnete, schien es, als ob seine Augen mir tatsächlich etwas verrieten, als ob ich für einen Bruchteil einer Sekunde seine Gedanken erhaschen konnte. Der letzte Knopf gab nach, und der Blazer öffnete sich, so glatt und fließend, wie es nur bei so einem teuren Stück Stoff der Fall war. Mark nickte ruhig und seine Lippen formten die Worte, die schließlich ganz leise kamen: „Bist schon ganz geil, was.“
Ich biss auf meine Unterlippe. Doch es half nichts, mein Fleisch gehorchte mir nicht mehr. Meine Finger fielen ohne mein Zutun tiefer so dass sie zum kleinen Verschluss an der Röhrenhose vordringen konnten, um ihn zu enthaken und den kleinen Schiebergriff des Reißverschlusses hinunter zu ziehen. Geil stöhnte ich dabei auf. Ich begann zu zittern, gleich würde er…
„Kannst es nicht erwarten, was …“ dabei ging er in die Knie, ergriff die von mir geöffnete Hose und begann sie quälend langsam über meinen Po zu ziehen. Stockend und direkt behutsam begann ich mein Gesicht zu senken und an mir herunter zu blicken – erfüllt von der Angst, das zu sehen, was ich eigentlich schon wusste. Und tatsächlich kam es einem Schock gleich, als ich mitansehen musste, wie er die Anzughose Stückchen für Stückchen über meinen Po zog und dabei schrittweise meine intimste Zone freigab. Zum Vorschein kam mein Höschen, das sich perfekt zwischen meine anliegenden Schenkel und der Hüfte eingepasst hatte und ein makelloses Dreieck bildete. Wenige Zentimeter unterhalb stoppte Mark und nahm mit dem Zeigefinger gekonnt mein Höschen zur Seite und enthüllte meine rasierte Spalte, die sich wie ein rosa Strich knapp vor ihm länglich und formschön darbot. Sofort war seine Zunge da, alleine der Anblick, dass er mich so berührte war nicht auszuhalten, die Berührung selbst aber zerstörte mich beinahe. Aus der Zunge floss eine stromstoßartige, unheilvolle Energie. Was konnte ich dagegen tun? Kurz noch durchzuckte mich Panik. Wohin führte das? Wohin gehst du? Doch die Antworten blieben aus. Es blieben nur meine verzweifelten Schreie, die meine Ausweglosigkeit eingestanden, es blieb meine Vulva, die unter seiner Zungenspitze heftig aufzuckte, es blieb mein Becken, dass zu kreisen begann, aber wo blieb mein Ehre?
„Sieh mich an.“
Ich konnte nicht.
„Verdammt noch mal, sieh mich an“, wiederholte er.
Um uns herum war nur noch er und ich. Alles andere, das Mädchen, der ekelhafte Mann – sie waren längst verschwunden. Wollte ich wirklich noch wissen, was er über mich dachte? Seine Augen, die mich durchdrangen, flackerten auf wie ein Feuer, das mich verbrennen würde. Und sie sagten mir etwas, das ich schon längst zu spüren begann: Ascension Gruber, 40 Jahre alt, Mutter – sie will meine Hure sein, wird alles tun, was ich fordere.“
Danach stand er auf und ließ mich unvollendet zurück. Er wendete sich dem Mädchen zu, das noch immer von dem Ekelpaket gefickt wurde, holte aus der hinteren Ecke eine schwere Matratze hervor und schleifte sie nach vor, sah zu mir, wartete auf meinen Blickkontakt und öffnete den Reißverschluss seiner Hose. Danach holte er sein Fleisch heraus, das wie ein mittelgroßer Zucchino dick und schwer an ihm herunterhing. Unmöglich, dass ich mich von etwas abwendete, dass sich so anzüglich, monströs und doch so furchtbar schön präsentierte. Mir stockte regelrecht der Atem - eine merkwürdige Bezauberung materialisierte sich in mir. Was für ein Irrsinn.
Mark bewegte sich nach vor und legte sich neben dem Mädchen auf die Matratze hin, hob den ihm am nächsten liegenden Schenkel an und drehte sie von seinem Körper weg. Danach spitzte er sein Fleisch an, bis es eine gewisse Steifheit erreichte und schob es vorsichtig in das kleine Loch des Mädchens hinein. Mit offenem Mund beobachtete ich, wie er den Eingang des Mädchens schrittweise um ein Vielfaches ausweitete und schließlich in sie eindrang. Das Bild hatte für mich etwas Grausames an sich. Denn das Fleisch war für das Mädchen nicht geschaffen und es erinnerte an eine kleine Maus, die von einem Elefanten geschwängert werden sollte. Die Kleine schrie ihre Schmerzen hinaus, leckte über den Schwanz des Ekelpakets der ihn ihr hinhielt und brüllte erneut auf, als Mark sie in langsamen Stößen pfählte. Der Vorgang dauerte aber schließlich keine Minute, denn das arme Ding konnte sich nicht halten, sie erlitt einen Höhepunkt bei dem zwischen Marks Schwanz und ihrem geschundenen Loch unkontrolliert Urin herausspritzte. Mark zog daraufhin sein Fleisch ab und stieß die zuckenden Beine von sich, er wuchtete sich hoch und reinigte mit einem bereit gelegten Handtuch sein Fleisch. Danach legte er es auf der Matratze aus, so dass sich die angesammelte Pisse aufsaugen konnte.
„Mann, jedes Mal die gleiche Scheiße“, raunzte das Ekelpaket, der mit hochrotem Kopf ebenfalls aufstand und seine Hose hochzog. „Dein Schwanz ist eine Waffe.“ Sein dummes Grinsen klebte an seinem Gesicht fest als er dem Mädchen half, sich aufzurappeln und sich zurecht zu machen. „Fahr sie heim, ich denke wir haben ihr für heute genug gezeigt.“ Mark nickte, dabei sah er mich kurz an. „Was machst du eigentlich noch hier?“
Ich hörte am nächsten Morgen das Telefon klingeln, und sofort schoss ein kaltes Zittern durch meinen Körper. Das hier war kein gewöhnlicher Anruf, das spürte ich sofort. Ich wusste einfach, wer es war, und ich wusste einfach, was er wollte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er wieder rufen würde.
Mit zitternden Fingern nahm ich ab, der Klang seiner Stimme kam mir wie ein schwerer, eisiger Schlag entgegen.
„Ascension.“
Seine Stimme war ruhig. Ich spürte sofort, wie sich etwas in mir zusammenzog.
„Morgen. 18 Uhr. Schottergrube, zweite Tür. Zieh dich wie eine Nutte an, du wirst vorgeführt.“ Seine Worte waren kalt und präzise. Ich wollte schreien, ihm sagen, dass ich genug habe, dass ich nicht wieder diese Person sein will, die sich ihm ergibt.
„Ich werde nicht kommen.“ Log ich? Ich wusste es nicht. Aber ich konnte nichts anderes sagen.
„Du wirst kommen“, sagte er gelassen. „Und ich werde dich vor ihm ficken.“
Seine Worte bohrten sich wie Pfeile in meinen Kopf. Ich schloss die Augen, und für einen Moment hielt ich den Atem an. Der Schmerz wurde stärker. Mein Magen verkrampfte sich, und ich fühlte, wie die Dunkelheit in mir wuchs. Warum lasse ich das zu? Warum kann ich nicht einfach sagen: Nein, ich will das nicht? Weil ein Teil von mir diese Demütigung braucht? Es war ekelhaft. Es war erschreckend.
„Ich werde nicht kommen“, wiederholte ich.
Mark legte auf, aber die Verzweiflung blieb.
Der Meetingraum des Gebäudekomplexes der Schottergrube war spärlich eingerichtet: eine lange, unauffällige Bank, ein Glastisch, der so kalt und unnahbar wirkte wie der Raum selbst, und zwei Stühle, die zwischen unbequem und ungemütlich schwankten. In der Mitte des Raumes stand ein hagerer Mann, mittelgroß, in einem teuren, aber irgendwie zu engen Anzug, der mich sofort an einen Anwalt erinnerte – jedoch nicht den vertrauten, wohlmeinenden Typus, den man aus Filmen kannte. Dieser Mann strahlte etwas Unheilvolles aus. In seiner rechten Hand hielt er eine schwarze Ledertasche, die linke Hand war tief in seiner Anzughose vergraben. Mark führte mich an ihm vorbei und deutete auf die Bank, ohne ein Wort zu verlieren. Der Anwalt, dessen schneeweißes Haar in einem zu perfekten Seitenscheitel glänzte, reichte Mark die Hand. Beim Vorbeigehen nahm ich den scharfen Duft seines Parfums wahr – süß, irgendwie aufdringlich.
„Guten Tag“, seine Stimme war unerwartet hell, fast zu freundlich. Doch die Kälte, die in seinen Augen lauerte, ließ mir keinen Zweifel an seiner wahren Natur.
„Setzen wir uns?“, fragte er Mark, der die Tür leise hinter uns schloss, als wäre er ein Wächter, der uns in diese Falle führte. Mit einer fast unsichtbaren Handbewegung deutete der Anwalt an, dass sie sich auf die beiden Stühle setzen sollten – ein Signal, das nicht nach Wahl, sondern nach Notwendigkeit klang.
Für mich waren die letzten Tage längst zuviel geworden, ich musste eingestehen, dass ich zu einem willigen Spielzeug des verdammten Jungen geworden war. Hinzu kam, dass mein Körper durch ein Wechselbad an Gefühlen geschickt worden war, dass ich unmöglich mehr ertragen konnte.
War ich aufgeregt? Neugierig? Geil? Wenn man mich in diesem Moment gefragt hätte, dann hätte ich zugestanden, dass alles gleichermaßen zutraf.
„Sie ist nicht mehr die Jüngste, richtig?“ Die Stimme klang geschäftsmäßig, wobei ein Vorwurf hörbar wurde.
„Dafür sehr hübsch und sie hat eine gute Figur.“
Der Mann blickte den Jungen direkt an. „Das sollte selbstverständlich sein.“
„Natürlich, aber vergessen sie nicht, dass eine derart naturgeile Frau sehr selten ist.“
„Was sich noch herausstellen muss, junger Freund“, sein aufgesetztes Lächeln wirkte unnatürlich.
Mark erhob sich und setzte sich neben mich. „Sie wird in einer Minute quieken wie ein Schwein.“ Er blickte mich für einen kurzen Moment an, amüsiert davon, dass ich mich gekleidet hatte, wie er es wollte, dass ich in die Läden gegangen war, um seine Vorstellungen zu erfüllen, dass ich jetzt hier um diese Zeit saß, so, wie er es vorgesehen hatte und ihm hörig geworden war. Dann näherte sich sein Gesicht, ohne weitere Worte zu verlieren, ohne Zärtlichkeit, und seine Zunge drang durch meine Lippen hindurch. Der Junge hatte mich sofort wieder auf den Punkt, er knipste mich mittlerweile an und aus, wie es ihm beliebte und ich akzeptierte, wie er mich nach Sekunden zum Höhepunkt führte. Wie bunte Flecken nahm ich dabei die beiden Personen wahr, die mich beobachteten und meinen Orgasmus wie eine lästige Pflichtübung abwarteten.
Ich richtete mich danach auf und setzte mich aufrecht hin, eine unvorstellbare Situation.
„Das kann sie hoffentlich besser.“
Mark verengte seine Augen, er wusste, dass es für ihn nicht gut lief, und der Mann wollte jetzt auch alles. „Sie soll es sich selbst machen.“
„Gut, wie sie möchten.“ Der Junge stand auf und zog mich an meinen Armen hoch, so dass ich vor ihm zu stehen kam. Seine Finger packten daraufhin meinen hinteren Haarschopf und richteten mich kerzengerade auf, wobei er meinen Kopf leicht nach hinten drückte. „Mach hin, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.“ Wie konnte er nur.
Kurz darauf ereilte mich der zweite Höhepunkt. Ich schrie – hoch, spitz, verzweifelt. Ich brüllte sie an, spie ihnen mein Leben vor die Füße. Wie konnte man das nur fühlen – so tief, so beschmutzt – wie sollte ich nicht den Verstand dabei verlieren?
„Gut“, sagte der Anwalt, „wir melden uns.“
Ich hörte die Tür und blickte mich wie volltrunken um. Mark stand am offenen Eingang und hatte seine Hände in die Jackentasche gesteckt. „Wenn du soweit bist, darfst du gehen. Ab Montag wirst du in meinem Club arbeiten.“
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Hoffe auf eine Fortsetzung.«
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Bitte weiter schreiben :-)«
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Pluto2«
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bitte bald mehr«
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Wird nicht langweiligund macht Spass zu lesen!
Ich hoffe auf baldige Fortsetzung!
Danke«
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redaktion@giada.de
Homepage: https://giada.berlin/magazin/«
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eva«
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