Willkommen auf dem Planeten der Lust - Kapitel 2
von Miox Aven
Wo die Lust niemals endet Band 1
Kapitel 2 – Was in ihr erwacht
Der Widerstand fällt
Susi erwachte in Kirans Armen, immer noch leicht erschöpft, aber voller Gedanken. Sie spürte seinen warmen Körper hinter sich, seinen Atem in ihrem Nacken. Die körperliche Nähe fühlte sich geborgen an, gleichzeitig brachte sie aber auch das Unbehagen, das sich nicht so einfach abschütteln ließ. Während sie seine Wärme genoss, spürte sie das vertraute Ziehen der Erregung in sich. Die Lust begann in ihrem Körper aufzusteigen, und sie merkte, dass diese heute noch intensiver war als gestern. Sie versuchte, das Verlangen zu unterdrücken, aber es war da, immer präsent – wie ein kaum zähmbarer Strom unter ihrer Haut, der bei jeder Bewegung lauter rauschte. Ein Teil von ihr klammerte sich noch an das vertraute Bedürfnis nach Kontrolle, während ein anderer längst begonnen hatte, sich nach dem Fallenlassen zu sehnen – nach diesem tiefen, schwerelosen Moment, in dem sie einfach nur sein durfte, ohne zu denken, ohne zu bewerten – ein pochender, leiser Strom, der durch ihren Unterleib floss.
„Guten Morgen“, murmelte Kiran schläfrig und zog sie noch ein Stück näher zu sich. „Wie fühlst du dich?“
Susi zögerte, bevor sie antwortete. „Ich... ich weiß nicht genau. Es ist alles so verwirrend.“
Kiran küsste sanft ihren Nacken. „Das wird schon. Lass es einfach fließen. Du wirst dich daran gewöhnen.“
Während Susi noch im Bett lag, setzte ihr innerer Dialog wieder ein. Sie versuchte, ihre Gefühle und die Erlebnisse der letzten Stunden zu ordnen. Sie war hin- und hergerissen zwischen dem Widerstand gegen das, was mit ihr passiert war, und der erdrückenden Realität, dass ihr Körper nicht mehr der alte war. Das starke Verlangen, das in ihrem Inneren brodelte, machte es ihr schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Susi erkannte, dass sie vielleicht nie wieder die gleiche Person sein würde, die sie einst auf der Erde gewesen war. Diese Erkenntnis war sowohl schmerzhaft als auch faszinierend, doch ihre Lust lenkte sie immer wieder ab.
Nach einer Weile löste sie sich vorsichtig aus Kirans Armen. Er schien es zu bemerken, aber sagte nichts. Sie stand auf, streckte sich langsam, spürte, wie ihre Haut aufleuchtete unter der Berührung der Luft. Ihre Nippel waren hart, ihre Haut überempfindlich. Jeder Schritt war begleitet von einer flirrenden Spannung. Noch während sie durch den Raum ging, fragte sie sich, ob es überhaupt einen Ort in ihr gab, der nicht auf Empfang geschaltet war.
Nachdem sie sich von Kiran verabschiedet hatte, bewegte sich Susi durch das Haus. Sie sah die anderen Avianer, die miteinander intim wurden, völlig in ihre Lust vertieft, als wäre nichts anderes wichtig. Die Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der sie sich berührten, machte Susi sprachlos. Sie fühlte sich wie eine Fremde in einer Welt, die sie verstand, aber nicht greifen konnte. Sie kämpfte gegen ihre eigene Erregung an, die wie eine ständige Welle in ihrem Körper rollte und jede Bewegung begleitete. Ihr Schamgefühl wurde wieder stärker, und zum ersten Mal seit ihrer Ankunft dachte sie an Flucht. Für einen Moment stellte sie sich vor, wie sie nackt durch den Palmenhain rannte, der hinter dem Haus begann – barfuß über warmen Boden, das Meer glitzernd in der Ferne, der Wind wie ein Schleier aus Freiheit um ihre Haut. Doch noch bevor dieses Bild sich in Hoffnung verwandeln konnte, schob sich eine andere Empfindung dazwischen – das Wissen, dass sie nirgends hinfliehen konnte, weil das, wovor sie davonlaufen wollte, in ihr war. Sie erwog kurz, ob es möglich wäre, einfach wegzulaufen, das Haus zu verlassen und vielleicht einen Weg von der Insel zu finden. Doch wo sollte sie hin? Der Gedanke blieb unausgesprochen, aber nagte an ihr.
Während ihrer Wanderung durchs Haus traf Susi auf Mira, die sie einlud, sich zu ihr zu setzen. „Hey, du siehst aus, als könntest du jemanden gebrauchen, der dir zuhört“, sagte Mira lächelnd und klopfte neben sich auf das Sofa. „Und übrigens, dein schwarzes, seidiges Haar sieht wunderschön aus. Es steht dir wirklich gut.“
Susi hob eine Hand und ließ die schwarzen, glatten Strähnen durch ihre Finger gleiten. Noch immer hatte sie sich nicht daran gewöhnt, wie fremd sie sich anfühlten. „Ich weiß“, murmelte sie. „Aber wenn ich sie berühre, denke ich jedes Mal daran, dass ich gestern vollkommen kahl aufgewacht bin. Und davor waren meine Haare rot und lockig. Jetzt sehen sie aus, als gehörten sie zu einer anderen Frau.“
Mira lächelte geheimnisvoll. „Manchmal passieren hier seltsame Dinge. Oft geschieht so etwas nach sehr intensiven Orgasmen. Vielleicht ist es einfach ein Geschenk von diesem Ort.“
Susi setzte sich zögerlich. „Es ist einfach alles so viel... Ich weiß nicht, ob ich das kann.“
Mira nickte verständnisvoll. „Das geht uns allen so am Anfang. Weißt du, ich bin schon zum fünften Mal hier. Jedes Mal ist es anders, aber das Verwirrende bleibt.“
„Fünf Mal?“ Susi schaute Mira überrascht an. „Und du erinnerst dich jedes Mal daran, wie es war?“
„Ja, jedes Mal kommen die Erinnerungen zurück, wenn ich hier ankomme.“ Mira seufzte leise. „Und jedes Mal denke ich, dass ich es besser verstehe, aber irgendwie... es bleibt immer ein Rätsel.“
Susi spürte das Ziehen der Lust, auch während des Gesprächs, und sie musste sich konzentrieren, um Miras Worte zu verstehen. Mira erklärte Susi, dass viele von ihnen bereits mehrmals auf den Planeten gebracht wurden. Sie beschrieb, wie die Rückkehr zur Erde und der anschließende Gedächtnisverlust verliefen.
Mira erzählte Susi, dass die Orgasmen, die die Avianer erlebten, nicht nur für die Trnkh wichtig waren, sondern auch eine Art Verbindung zwischen den Avianern schufen. „Der ständige Austausch von Lust schafft eine tiefe Verbundenheit“, erklärte Mira. „Auch wenn es keine traditionelle Gemeinschaft ist, entsteht dadurch eine Form der Einheit. Wir sind zwar alle von unserer Lust getrieben, aber auf eine seltsame Weise verbindet uns das.“
Susi sah Mira nachdenklich an. „Es klingt so, als wäre es mehr als nur körperliche Befriedigung... aber es ist schwer, das zu verstehen.“
Mira nickte. „Ja, genau. Manchmal versteht man es erst, wenn man es wirklich erlebt hat.“
Susi hörte zu, aber sie konnte das Pochen der Erregung in ihrem Körper nicht ignorieren. Sie versuchte, es zu verbergen, doch ihre Atmung verriet sie teilweise. „Ich... ich weiß nicht, ob ich das will. Ich meine, einfach nur für... für die Lust existieren?“
Mira legte eine Hand auf Susis Schulter. „Es ist okay, dass du dich so fühlst. Viele von uns dachten am Anfang genauso. Aber manchmal... manchmal ist es auch befreiend, diesen Teil von sich zu akzeptieren. Das ist nichts, was du erzwingen kannst. Es ist ein Prozess, und du wirst herausfinden, wo du in diesem Ganzen deinen Platz findest.“
Mira nahm Susi mit nach draußen auf die Terrasse des Hauses, die eine beeindruckende Aussicht auf die umliegenden Häuser und die Felsenküste bot. „Schau dir das an“, sagte Mira, während sie auf die benachbarten Terrassen und Gärten wies. „Das sind wir. Frei und doch verbunden. Jeder für sich, aber auch irgendwie zusammen.“
Susi sah die anderen Avianer, die ebenfalls nackt und in Lust versunken waren. Die Szenen vor ihr ließen ihre eigene Erregung wieder stärker werden, sie fühlte sich fast überwältigt von dem Bedürfnis, nachzugeben. „Es ist so... ich weiß nicht. Ich fühle mich, als müsste ich einfach... nachgeben.“
Mira nickte. „Das Verlangen ist stark. Aber du entscheidest, wie du damit umgehst. Niemand wird dich zwingen. Es ist deine Entscheidung.“
Sie sah die Lulus, die aufmerksam alles beobachteten und bereit waren, zu dienen, wenn sie gebraucht wurden. „Und was ist mit den Lulus?“ fragte Susi. „Warum sind sie immer so... nah dran?“
Mira lachte leise. „Die Lulus sind wie unsere Hüter. Sie sorgen dafür, dass es uns an nichts fehlt. Für sie sind wir etwas Besonderes. Sie verehren uns fast. Und ihre Aufgabe ist es, uns zu dienen, uns zu unterstützen.“
Susi sprach offen darüber, dass sie nicht einfach eine „Orgasmenmaschine“ sein wollte. Sie kämpfte mit dem Gedanken, dass sie hier nur für ihre Lust existierte. Mira hörte ihr geduldig zu und gab ihr zu verstehen, dass viele Avianer anfangs ähnlich dachten. Doch sie erklärte, dass es auf eine gewisse Art auch befreiend sei, diesen Teil von sich zu akzeptieren. Susi kämpfte innerlich gegen ihre steigende Erregung an, während Mira sprach. Sie wollte nicht, dass die Lust sie kontrollierte, doch sie merkte, dass sie immer schwächer wurde im Widerstand. Ihre Oberschenkel spannten sich wie von selbst an, als würde ihr Körper versuchen, sich gegen ein inneres Strömen zu stemmen – vergeblich. Ihr Geist erinnerte sich an das Gefühl von Kontrolle, das sie früher auf der Erde gehabt hatte, wenn sie mit zusammengebissenen Zähnen durch einen stressigen Arbeitstag gegangen war, ohne sich ablenken zu lassen. Doch jetzt... war ihr Körper eine Landschaft, über die sie nur noch begrenzte Macht hatte. Und irgendwo in dieser Ohnmacht lag auch ein leiser, beängstigender Reiz.
Um Susi ein wenig abzulenken, schlug Mira vor, die Lulus zu beobachten. Die beiden schauten zu, wie die Lulus sorgfältig damit beschäftigt waren, alles vorzubereiten, was die Avianer brauchen könnten. Susi merkte, dass die Lulus eine tiefe Hingabe zu haben schienen, und obwohl sie es seltsam fand, spürte sie eine Art Respekt für deren unermüdlichen Dienst. „Sie scheinen wirklich... engagiert zu sein“, sagte Susi leise.
Mira nickte. „Ja, das sind sie. Sie leben dafür, uns zu unterstützen. Für sie gibt es nichts Wichtigeres.“
Gleichzeitig bemerkte Susi, dass sie durch das Beobachten der Lulus ihre Erregung für einen Moment vergessen konnte, auch wenn das Verlangen nicht ganz verschwand. Sie lehnte sich etwas zurück, spürte die Sonne auf ihrer Haut, atmete tief ein. Es war nur ein Moment – aber einer, der ihr zeigte, dass sie nicht verloren war. Noch nicht.
Nachdem sie eine Weile auf der Terrasse verbracht hatten, schlug Mira vor, wieder hineinzugehen. „Komm, lass uns wieder reingehen. Vielleicht können wir ein bisschen entspannen. Es gibt noch so viel, das du lernen kannst.“
Susi willigte ein, zögerlich, aber auch mit einem Funken Neugier. „Okay... vielleicht hilft es ja wirklich, wenn ich mehr verstehe.“
Mira lächelte. „Das wird es. Und denk daran, du musst nichts tun, was du nicht willst. Das hier ist deine Reise, Susi.“
Gleichzeitig wusste sie, dass sie bald einen Weg finden musste, um die brennende Lust in ihrem Inneren zu stillen – dieses Feuer, das wie flüssige Glut unter ihrer Haut pulsierte, fordernd, verführerisch, unaufhörlich. Es war kein plötzlicher Drang, sondern ein ständiges Flackern, das sie von innen heraus wärmte und gleichzeitig auffraß. Manchmal erschien es ihr wie eine lebendige Präsenz, die sie flüsternd daran erinnerte, wer sie jetzt war – oder werden könnte – ob sie es wollte oder nicht. Doch vielleicht, dachte sie, war auch das Teil der Wahrheit, die sie hier lernen musste.
Nachdem Susi sich mit Mira auf die Terrasse zurückgezogen hatte, kehrten sie wieder ins Haus zurück. Doch während Susi versuchte, die neuen Informationen zu verarbeiten, spürte sie erneut das unaufhörliche Drängen der Lust. Die Verzweiflung, es nicht kontrollieren zu können, wuchs. Sie merkte, dass ihr Körper nach einem weiteren Orgasmus verlangte, um die innere Spannung zu lösen. Ihre Hände wanderten unwillkürlich immer wieder über ihre Haut, und sie spürte, wie sich die Erregung langsam steigerte. Die Hitze in ihrem Unterleib war nicht mehr nur ein leises Flimmern, sondern ein pochender Strom, der ihren ganzen Körper durchzog. Jeder Gedanke an Kontrolle wurde überlagert von einem tieferliegenden Impuls: der Sehnsucht, sich endlich hinzugeben.
Mira bemerkte, wie angespannt Susi war, und fragte sie direkt: „Du kämpfst noch immer, oder?“ Susi nickte, ohne in der Lage zu sein, die Worte auszusprechen. Ihre Lippen bebten leicht, und sie konnte Mira kaum in die Augen sehen. Mira lächelte mitfühlend und schlug vor, dass Susi einfach nachgebe. Sie sagte ihr, dass es niemanden gebe, der sie dafür verurteile, und dass sie sich selbst einen Gefallen tun könne, wenn sie dem Drang nachgebe. Susi sträubte sich innerlich, wollte ihre Kontrolle nicht verlieren, doch Mira blieb geduldig.
Während Mira mit Susi sprach, berührte sie sie sanft, strich über ihren Rücken und ihre Schultern. Diese Berührungen waren freundlich und fürsorglich, aber sie ließen Susi nicht unberührt. Die Wärme von Miras Fingern fühlte sich an wie eine Einladung, wie das Öffnen einer Tür, die Susi bisher mit aller Kraft verschlossen hielt. Die Anspannung und das Verlangen in ihr stiegen immer weiter an, ihre Atmung wurde flacher, ihre Gedanken langsamer. Schließlich gab sie zögerlich zu: „Vielleicht... vielleicht sollte ich es einfach zulassen.“ Mira nickte und bot an, ihr zu helfen, falls sie möchte.
Susi ließ zu, dass Mira sie weiter berührte. Einen Moment lang schloss sie die Augen, atmete tief durch, als wolle sie sich selbst innerlich zur Zustimmung bewegen. Ihre Gedanken waren ein Durcheinander, doch inmitten des Strudels formte sich ein stiller Entschluss: Sie wollte sich nicht länger wehren. Wenn sie weiter versuchte, zu fliehen, würde sie nur im Kreis laufen. Vielleicht war der Weg durch das Feuer der einzige, der zur Klarheit führte.
Und bald schon wurde aus der zarten Berührung eine intensivere Erkundung ihres Körpers. Mira leitete sie sanft und half ihr, ihre innere Anspannung zu lösen. Ihre Finger glitten über Susis Rücken, ihre Hüften, ihre Brüste, während sie sie liebevoll küsste und ihr dabei immer wieder kleine Sätze ins Ohr flüsterte – beruhigend, bekräftigend, hingebungsvoll. Susi merkte, dass ihr Widerstand langsam nachließ, während die Lust in ihrem Körper immer stärker wurde. Sie spürte, wie ihre Muskeln weich wurden, wie sich ihre Hüften Miras Bewegungen anpassten. Die Berührungen waren wie Wellen, die sie nach und nach unterspülten.
Als Mira begann, Susis empfindlichste Stellen zu erkunden, lag Susi bereits auf dem Rücken, die Beine leicht geöffnet, ihre Schenkel zitternd vor Erwartung. Mira beugte sich zwischen ihre Beine, küsste sanft die Innenseite ihrer Oberschenkel und glitt dann mit der Zunge vorsichtig über Susis Vulva – langsam, kreisend, mit wachsender Intensität. Ihre Finger spreizten sanft die Schamlippen, während ihre Zunge rhythmisch die Klitoris liebkoste. Susi bog den Rücken durch, ihre Hände vergruben sich im Stoff unter ihr. Als Mira einen Finger in sie gleiten ließ, kam ein zweiter Orgasmus wie ein Stoß, noch bevor der erste ganz verklungen war.
Ihre Finger krallten sich in das Kissen unter ihr, ihr ganzer Körper spannte sich an, als würde er sich für einen Herzschlag in pures Licht verwandeln. Mira erhöhte den Druck, verstärkte das Tempo, und Susi begann leise zu wimmern – nicht aus Schmerz, sondern weil der Drang, sich zu entladen, zu stark wurde. Dann ließ Mira ihre Zunge wieder kreisend über die Klitoris tanzen, während zwei Finger tiefer in Susi arbeiteten – mit präziser, wellenartiger Bewegung, die ihren ganzen Unterleib beben ließ.
Der Orgasmus überrollte sie wie eine Flut, Tränen der Erleichterung liefen ihr über die Schläfen. Und sie spürte, dass all ihre bisherigen Zweifel für einen Moment verschwanden. Nur Lust, nur Licht, nur das Gefühl, dass sie vollständig angenommen war – von Mira, von ihrem Körper, von sich selbst.
Doch zu Susis Überraschung fühlte sie sich danach nicht erschöpft – eher wie nach einem belebenden Tauchgang in eiskaltes, klares Wasser. Ihre Muskeln spannten sich nicht vor Erschöpfung, sondern vor Kraft. In ihrem Innersten kribbelte es, als hätte sich ein unsichtbares Licht in ihr entzündet, wie sie es bei ihren früheren Orgasmen erlebt hatte. Stattdessen fühlte sie sich vital und erholt, fast so, als könnte sie "Bäume ausreißen". Ihr Körper summte vor Energie, ihre Haut prickelte, und ihre Sinne waren geschärft wie nie zuvor. Gleichzeitig merkte sie, dass das Verlangen nach mehr Orgasmen in ihr sogar noch stärker geworden war. Es war, als hätte ihr Körper erkannt, was er brauchte, und nun noch intensiver danach verlangte. Die Lust war nicht verschwunden – sie war neu entfacht worden.
Susi sah Mira an, ihre Augen voller Verlangen, und sie flüsterte: „Ich... ich brauche mehr. Bitte, hilf mir.“ Mira lächelte sanft, ohne zu zögern. „Natürlich, Susi. Dein Körper weiß, was er braucht. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen oder zurückzuhalten.“
Mira küsste Susi erneut, dieses Mal fordernder, und ihre Hände fanden erneut ihren Weg über Susis glatte Haut. Susi gab sich vollständig der Lust hin, ließ alle Gedanken an Zurückhaltung fallen. Die nächsten Minuten waren eine Abfolge von immer intensiveren Berührungen. Susi stöhnte leise, als Mira ihre Lippen an ihrer Hüfte entlangwandern ließ, ihr Atem heiß und fordernd auf der empfindlichen Haut. In Susis Gedanken mischte sich ein Staunen – wie konnte sich diese Berührung gleichzeitig so fremd und so richtig anfühlen? Ihre Finger vergruben sich in Miras Haar, nicht um sie zu kontrollieren, sondern um sich selbst daran festzuhalten. "Ich wusste nicht, dass ich so empfinden kann…" flüsterte sie atemlos, während sich eine neue Welle der Lust in ihr aufbaute, rhythmisch, leidenschaftlich, und jede neue Welle schien noch stärker zu sein als die vorherige.
Es folgten weitere Orgasmen, einer nach dem anderen, ausgelöst durch Miras fließende, perfekt abgestimmte Stimulation. Sie wechselte zwischen Zungenbewegungen und Fingern, ließ ihre Lippen über Susis Klitoris kreisen, nur um im nächsten Moment mit zwei Fingern tief in sie einzudringen, während ihr Daumen gleichzeitig den äußeren Lustpunkt massierte. Manchmal hielt Mira inne, nur um Susi an den Rand zu führen – sie zappeln zu lassen, schutzlos unter der Oberfläche ihrer eigenen Begierde – ehe sie sie wieder ins Zentrum der Ekstase katapultierte.
Miras Zunge arbeitete präzise, abwechselnd hart und weich, und Susi spürte, wie sich ihre Orgasmen übereinanderlegten wie Wellen in einem Sturm. Ihre Beine zitterten unkontrolliert, ihr Atem kam in stoßweisen Lauten, während Mira ihr Becken umfasste und sie gegen ihre Bewegungen presste. In einem Moment stöhnte Susi laut auf, in einem anderen verlor sie fast das Bewusstsein vor Reizüberflutung, bevor sie wieder zurückgezogen wurde – gehalten, geführt.
Mit jedem Höhepunkt wurde die Erregung nicht weniger, sondern tiefer. Ihre Gedanken lösten sich auf, ihre Wahrnehmung war reines Gefühl. Ihr Körper brannte, aber nicht vor Schmerz – es war ein inneres Leuchten, das sich in jeder Faser ausbreitete. Susi gab sich vollständig hin, schrie ihren Namen, bettelte zwischen zwei Orgasmen um mehr, fühlte sich gleichzeitig verloren und vollkommen sicher. Sie trieb nicht nur in einem Meer aus Lust – sie wurde selbst zu diesem Meer, grenzenlos, pulsierend, erfüllt. Ihr Körper war jenseits der Erschöpfung angekommen, an einem Punkt, an dem Energie aus der Lust selbst geboren wurde – unermüdlich, leuchtend, erlöst.
Nachdem die intensiven Momente abgeklungen waren, folgte eine Phase der Entspannung. Mira blieb an ihrer Seite, hielt sie sanft im Arm und strich beruhigend über ihren Rücken. Susi war nicht erschöpft, sondern voller Energie. Ihre Augen glänzten, ihre Haut leuchtete leicht im Licht des Raumes. Sie merkte, dass der ständige Druck in ihrem Körper etwas nachgelassen hatte – nicht verschwunden, aber beruhigt. Sie fühlte sich, als hätte sie eine schwere Last losgelassen, auch wenn die Lust in ihr weiterhin präsent war.
„Siehst du? Es ist okay, nachzugeben. Dein Körper braucht das, und es gibt keinen Grund, sich dagegen zu wehren“, flüsterte Mira ihr zu.
Susi verstand langsam, dass es keinen Sinn hatte, gegen die Lust in ihrem Körper anzukämpfen. Der Gedanke erinnerte sie an einen Moment aus ihrer Jugend, als sie in einem Sommerregen hatte tanzen wollen, es aber nicht wagte – aus Angst vor Blicken, vor dem Urteil anderer. Damals war sie einfach weitergegangen, trocken geblieben. Doch heute, in diesem fremden, warmen Raum, war es, als hätte sie zum ersten Mal beschlossen, stehenzubleiben, die Tropfen zu spüren, den Regen zuzulassen. Die Lust war der Regen. Und der Widerstand – nur ein alter, überholter Schirm, den sie nun langsam beiseitelegte. Der Kampf machte sie nur noch verzweifelter und erschöpfter. Sie realisierte, dass die anderen Avianer sich deswegen nicht schämten und dass es vielleicht tatsächlich befreiend sein könnte, einfach nachzugeben. Mira erklärte ihr, dass es immer Zeit brauche, um sich an die Veränderungen anzupassen, und dass jeder Avianer diesen Prozess auf seine eigene Art und Weise durchlebt.
Mira sah Susi an und sagte: "Weißt du, du musst nicht alleine sein, wenn die Lust wieder zu stark wird. Ich werde da sein, um dir zu helfen. Und wenn ich nicht kann, gibt es immer noch andere Avianer, die dir zur Seite stehen." Susi zögerte kurz, dann nickte sie. „Ich... ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, aber ich möchte nicht weiter allein kämpfen.“ Mira lächelte sanft. „Das musst du auch nicht.“
Susi bedankte sich bei Mira, ihre Augen voller Dankbarkeit. Zum ersten Mal seit ihrer Ankunft fühlte sie sich ein wenig getröstet und verstanden. Ihre Hand suchte Miras und ruhte einen Moment darauf, während ein stilles Lächeln über ihre Lippen huschte. Es war nicht groß, nicht triumphierend – aber es war echt. Ein Zeichen dafür, dass etwas in ihr zur Ruhe kam, wenn auch nur für diesen einen Augenblick. Sie wusste, dass sie noch viele innere Kämpfe führen würde. Doch in diesem Moment war sie nicht mehr allein – und das machte den Unterschied.
Teil der Gemeinschaft
Susi erwachte früh am Morgen, und das erste, was sie bemerkte, war die erneute, fast drängende Erregung, die sich in jede Faser ihres Körpers geschlichen hatte. Ihr Innerstes pulsierte vor Verlangen, ein stetiges Kitzeln, das unter ihrer Haut vibrierte. Die Energie, die sie durchströmte, war nicht nur körperlich – sie fühlte sich, als wäre sie Teil eines größeren Stroms, als hätte sie sich geöffnet für etwas, das jenseits des Verständlichen lag. Noch bevor sie sich vollständig aufgerichtet hatte, wusste sie, dass heute ein besonderer Tag war. Heute würde sie sich bewusst der Gemeinschaft der Avianer anschließen.
Der Gemeinschaftsbereich war von weichem Licht durchflutet, und ein warmer, sinnlicher Duft lag in der Luft – eine Mischung aus Haut, Meerwasser und süßlichem Pheromon. Die Atmosphäre war erfüllt von leiser Musik und dem Murmeln vieler Stimmen. Einige Avianer lagen eng umschlungen beisammen, andere tanzten, küssten sich oder bewegten sich synchron in fließenden Bewegungen, als wären sie durch unsichtbare Fäden verbunden. Susi sog das Bild in sich auf – es war ein Ort der freien Lust, aber auch der tiefen Verbundenheit. Die Grenzen zwischen Körpern, Gedanken und Gefühlen schienen hier aufgehoben.
Ihr Blick blieb an einer Szene hängen: Kiran und Rion waren in einer innigen 69-Stellung miteinander beschäftigt, ihre Körper ineinander verschlungen wie ein lebendiges Ornament der Ekstase. Was Susi jedoch besonders fesselte, war nicht nur der visuelle Reiz – das rhythmische Heben und Senken der Körper, die glänzenden Hautflächen, die sich im Takt bewegten –, sondern auch die Geräusche: das leise Stöhnen, das sanfte Schmatzen, das gleichmäßige Atmen. Sie meinte sogar, den süßlich-fruchtigen Duft ihrer gegenseitigen Lust zu riechen, eine fast betörende Mischung, die sich mit dem Pheromon in der Luft verband. Noch stärker aber war das, was sie fühlte: eine tiefe emotionale Verbundenheit zwischen den beiden, eine spielerische Zärtlichkeit, ein Vertrauen, das jede Berührung durchdrang. Es war diese Mischung aus körperlicher Ekstase und seelischer Nähe, die sie zugleich erregte, berührte und verwirrte – und die den Wunsch in ihr weckte, selbst ein Teil dieses lebendigen Netzes aus Lust und Nähe zu werden. Rions Hände glitten dabei verspielt über Kirans Rücken, während Kiran rhythmisch seufzte. Susi fühlte sich zugleich erregt und eingeschüchtert, aber auch neugierig und angezogen. Sie konnte den süßen Druck in ihrer Leiste kaum noch ignorieren. Ihr Körper verlangte nach Nähe – und sie wusste, sie konnte sich dem nicht mehr entziehen.
Eine warme Stimme riss sie aus ihrer Betrachtung. „Hey, du siehst aus, als würdest du gleich platzen“, sagte Rina mit einem Lächeln. Ihre Augen funkelten freundlich. Sie nahm Susi sanft bei der Hand, ohne sie zu ziehen. „Setz dich zu uns. Lass dich treiben.“
Susi zögerte, doch Rinas Ausstrahlung war so ruhig und selbstverständlich, dass ihre Unsicherheit nicht lange gegen die eigene Neugier ankam. Kurz darauf saß sie zwischen Rina und Lea auf einer der breiten Liegeflächen. Ihre nackten Körper berührten sich an Schultern, Hüften und Beinen, ohne dass jemand daraus etwas Besonderes machte. Gerade diese Selbstverständlichkeit nahm der Situation einen Teil ihrer Schwere.
Rinas Hand lag warm auf Susis Rücken. Lea strich zunächst beinahe beiläufig über die Innenseite ihres Oberschenkels, langsam genug, dass Susi jede Bewegung verfolgen konnte. Ihre Finger wanderten über Susis Hüfte, den Bauch hinauf und wieder zurück, bis sie schließlich dicht neben ihrer Vulva innehielten.
Susi sah zu Lea.
Für einen Augenblick tat niemand etwas.
Dann öffnete Susi bewusst die Beine weiter und hob Lea ihr Becken ein wenig entgegen.
Lea lächelte.
Erst jetzt glitten ihre Finger zwischen Susis Schamlippen. Susi atmete scharf ein. Sie war bereits deutlich feucht, und Lea verteilte die Nässe mit zwei Fingern langsam über ihre Vulva, ohne sofort nach der Klitoris zu suchen. Das machte die Berührung beinahe schlimmer. Jeder Umweg steigerte Susis Erwartung, bis ihre Hüften von selbst begannen, den Fingern entgegenzukommen.
Rina beobachtete sie dabei. „Du musst hier nichts beweisen“, sagte sie leise. „Aber du darfst alles wollen.“
Susi wollte antworten, brachte jedoch nur ein undeutliches Geräusch hervor, denn in diesem Moment strich Lea mit der Fingerkuppe direkt über ihre Klitoris.
Ihr ganzer Unterleib zog sich zusammen.
Lea wiederholte die Bewegung, diesmal langsamer. Susi schloss die Augen, öffnete sie aber gleich wieder. Sie wollte nicht einfach nur daliegen und geschehen lassen, was die beiden mit ihr machten.
Ihre Hand fand Rinas Brust.
Zunächst berührte sie sie nur mit der flachen Hand. Dann glitt ihr Daumen über Rinas Brustwarze. Rina reagierte sofort, ihr Atem stockte leicht, und über die noch junge empathische Verbindung traf Susi ein warmer Impuls fremder Lust.
Das überraschte sie mehr als die Berührung selbst.
Sie tat es noch einmal.
Rinas Brustwarze verhärtete sich unter ihrem Daumen, und diesmal wusste Susi bereits vorher, was sie fühlen würde. Nicht genau. Aber genug.
„Das ist seltsam“, flüsterte sie.
„Gut seltsam?“, fragte Rina.
Susi lächelte. „Sehr gut seltsam.“
Lea beugte sich zu ihr und küsste ihren Hals. Während ihre Lippen dort blieben, ließ sie zwei Finger langsam in Susis Vagina gleiten. Nicht plötzlich, sondern Zentimeter für Zentimeter, bis Susi die Hand auf Leas Oberschenkel legte und sich ihr selbst weiter entgegenschob.
Die Fülle ihrer Finger verband sich mit dem kreisenden Druck ihres Daumens auf Susis Klitoris. Susi stöhnte nun offen. Ihr Becken bewegte sich rhythmisch mit, erst zögernd, dann immer deutlicher.
Rina küsste sie.
Susi erwiderte den Kuss sofort. Ihre freie Hand glitt über Rinas Bauch nach unten. Diesmal musste sie nicht darüber nachdenken, ob sie das wirklich tun wollte. Sie wollte wissen, wie Rina sich anfühlte. Ihre Finger erreichten die weiche, glatte Haut zwischen deren Beinen, strichen über die bereits feuchten Schamlippen und fanden schließlich die Klitoris.
Rina löste den Kuss mit einem hörbaren Atemzug.
„Nicht aufhören.“
Dieser Satz löste etwas in Susi aus.
Sie begann Rina mit kleinen kreisenden Bewegungen zu stimulieren, während Lea weiterhin mit zwei Fingern in ihr arbeitete. Gleichzeitig spürte Susi Leas Lippen an ihrer Brust. Lea nahm eine ihrer harten Brustwarzen in den Mund, ließ die Zunge darübergleiten und saugte gerade kräftig genug daran, dass der Reiz bis in Susis Unterleib schoss.
Zum ersten Mal war Susi nicht nur diejenige, die Lust empfing.
Sie gab sie zurück.
Und über die Empathie kam sie zu ihr zurück.
Rinas Erregung mischte sich mit ihrer eigenen. Leas Lust lag wie eine zweite warme Spur darunter. Susi konnte noch unterscheiden, was zu wem gehörte, doch die Grenzen wurden unschärfer.
Ihre Finger an Rinas Klitoris wurden schneller.
Lea zog ihre Finger beinahe ganz aus Susis Vagina, ließ nur die Fingerspitzen darin und drang dann wieder tief ein.
Susi keuchte auf.
Noch einmal.
Der Druck in ihrem Unterleib wurde plötzlich so stark, dass sie die Bewegung ihres eigenen Beckens nicht mehr kontrollieren konnte. Sie presste sich gegen Leas Hand, ihre Oberschenkel spannten sich, und die ersten Kontraktionen liefen durch ihre Vagina.
„Lea ...“
Mehr brachte sie nicht heraus.
Der Orgasmus traf sie hart. Ihre Vaginalmuskeln schlossen sich in schnellen Pulsen um Leas Finger, während ihre Klitoris unter dem Druck von Leas Daumen weiterspann. Susi warf den Kopf zurück und stöhnte laut auf.
Doch diesmal blieb das Gefühl nicht bei ihr.
Im gleichen Moment spürte sie Rina.
Susis Orgasmus traf die andere Frau über die Empathie wie ein plötzlicher Stoß. Rinas Körper spannte sich unter Susis Hand an. Ihre Vulva wurde noch feuchter, und nur wenige Sekunden später zuckte ihre Klitoris unter Susis Fingern, während Rina selbst kam.
Susi fühlte diesen Orgasmus beinahe ebenso deutlich wie ihren eigenen.
Und Lea fühlte beide.
Lea gab einen überraschten Laut von sich, ihre Finger verharrten tief in Susi, während ihr Körper plötzlich zu zittern begann. Sie presste die Oberschenkel zusammen und erreichte ihren Höhepunkt, ohne dass eine der beiden Frauen sie in diesem Moment direkt zwischen den Beinen berührte.
Damit kippte etwas.
Susis eigener Orgasmus war noch nicht vollständig abgeklungen, als Rinas Höhepunkt in sie zurückschlug. Ihre Vagina zog sich erneut um Leas Finger zusammen. Lea reagierte darauf mit einem weiteren heftigen Lustimpuls, der wiederum Susi und Rina erreichte.
Susi riss die Augen auf.
„Was ...“
Sie konnte den Satz nicht beenden.
Eine zweite Orgasmuswelle ging durch sie. Rina lachte atemlos, bevor ihr Lachen in ein Stöhnen überging. Lea zog ihre Finger aus Susi, doch die Lust brach nicht ab. Sie legte lediglich ihre Hand auf Susis Bauch, und selbst diese Berührung genügte, um den Kreislauf weiterlaufen zu lassen.
Die anderen Avianer bemerkten die Veränderung. Einige blickten zu ihnen herüber, andere kamen näher, doch niemand drängte sich dazwischen. Susi nahm sie kaum wahr. Zum ersten Mal verstand sie körperlich, was die anderen mit einer Schleife gemeint hatten. Nicht ein endloser einzelner Orgasmus. Etwas viel Seltsameres. Jede von ihnen wurde zum Auslöser für die anderen. Rinas Nachbeben erreichte Susi. Susis Reaktion darauf brachte Lea erneut zum Zittern. Leas Höhepunkt traf wiederum Rina und kam von dort verstärkt zu Susi zurück. Sie konnte das Zittern von Leas Oberschenkeln fühlen, obwohl es nicht ihre eigenen Beine waren. Sie nahm Rinas pochende Klitoris fast so wahr, als lägen ihre eigenen Finger noch darauf. Gleichzeitig blieb ihr eigener Körper vollkommen gegenwärtig: die Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen, das Nachzucken ihrer Vagina, ihre überempfindlichen Brustwarzen und Leas Hand auf ihrem Bauch.
Minuten verloren ihre Bedeutung. Irgendwann wusste Susi nicht mehr, wie viele Orgasmen sie erlebt hatte. Doch sie wusste etwas anderes. Sie lag nicht mehr passiv zwischen zwei Frauen, die ihr zeigten, wie diese Welt funktionierte. Sie war Teil dessen geworden, was zwischen ihnen geschah.
Mehr noch. Jedes Mal, wenn sie sich stärker auf Rina oder Lea konzentrierte, veränderte sich die Schleife. Ein Lustimpuls wurde deutlicher, ein Höhepunkt kam schneller, ein Nachbeben hielt länger an. Susi begriff noch nicht, wie sie es tat. Aber sie tat es.
Als die Verbindung nach langer Zeit endlich schwächer wurde, blieb sie zwischen Rina und Lea liegen, keuchend, verschwitzt und noch immer von kleinen Nachbeben durchzogen. Erschöpft fühlte sie sich erstaunlicherweise nicht.
Im Gegenteil. Ihr Körper fühlte sich wacher an als zuvor.
Rina strich Susi eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Du hast uns mitgerissen. Ich glaube, du bist eine natürliche Schleifenbildnerin.“
Susi sah sie noch immer etwas benommen an. „Eine was?“
Rina lächelte. „Jemand, bei dem besonders leicht eine Orgasmusschleife entsteht. Wir sagen meistens einfach O-Schleife dazu. Deine Lust verstärkt die der anderen, deren Reaktion kommt zu dir zurück und löst bei dir wieder etwas aus. Irgendwann braucht es kaum noch neue Stimulation, weil jeder Höhepunkt den nächsten anstößt.“
Susi dachte an die vergangenen Minuten, an Rinas Orgasmus, der ihren eigenen Körper erneut erfasst hatte, und daran, wie Leas Reaktion anschließend wieder zu ihnen zurückgekehrt war. „Also genau das, was gerade mit uns passiert ist.“
„Genau“, bestätigte Rina. „O-Schleifen sind nichts völlig Ungewöhnliches. Bei manchen Avianern entstehen sie leichter als bei anderen, und mit mehreren Beteiligten können sie ziemlich intensiv werden. Normalerweise verlieren sie aber irgendwann von selbst ihre Kraft.“
Lea ließ sich erschöpft tiefer in die Polster sinken und lachte. „Was ich nach gerade eben ausgesprochen beruhigend finde. Noch ein paar Runden davon und meine Stimmbänder hätten wahrscheinlich ebenfalls Urlaub beantragt.“
Susi musste lachen, obwohl ihr Körper noch immer von kleinen Nachbeben durchzogen wurde.
Nach einer Weile zogen sie sich zu dritt auf eine gepolsterte Liege zurück. Dort, mit einem warmen Tuch über ihren Hüften und den Armen der anderen um sie gelegt, kam es zu einem Gespräch, das tiefer ging als alles zuvor. Rina erzählte von ihrem Ankommen, ihren Unsicherheiten, ihrer ersten eigenen Schleife. „Man denkt, man ist verloren“, sagte sie, „aber in Wahrheit wird man hier gefunden.“
Susi nickte langsam. „Ich hatte immer Angst, dass ich mich selbst verliere, weil ich lange geglaubt habe, dass meine Lust gefährlich ist – etwas, das mich schwach macht, das mich beschämt oder entblößt. Auf der Erde habe ich meine Bedürfnisse oft unterdrückt, mich angepasst, mich versteckt. Aber hier... hier fühle ich mich plötzlich stark in dieser Offenheit. Es ist, als hätte ich einen Teil von mir gefunden, den ich nie zu leben gewagt habe – und der trotzdem immer da war, wenn ich mich so öffne... aber ich glaube, ich habe mich gerade das erste Mal wirklich gespürt.“
„Du hast dich gezeigt“, sagte Lea, nun wieder etwas ruhiger. „Das ist das Mutigste, was man tun kann.“
In diesem Moment wurde Susi sich bewusst, dass sie angekommen war – nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Sie war Teil von etwas Größerem geworden. Und sie wollte nie wieder zurück.
Susi erwachte nach einer Nacht voller intensiver, beinahe visionärer Träume – in einem davon war sie durch ein leuchtendes Meer aus vibrierenden Farben geschwommen, begleitet von flüsternden Stimmen, die sie aufforderten, sich ganz der Lust hinzugeben. In einem anderen hatte sie gespürt, wie ihre Haut mit jedem Atemzug biolumineszierte und sich mit anderen Körpern zu einem einzigen, strahlenden Wesen verband. Diese Bilder hatten sich tief in ihr eingebrannt und hallten noch immer in ihrem Innersten nach über die gemeinsame Erfahrung mit Rina und Lea. Noch während sie ihre Augen öffnete, spürte sie diese vertraute Hitze in sich aufsteigen – eine Erregung, die nicht nur aus Verlangen bestand, sondern sich anfühlte wie ein leuchtender Strom, der durch ihren ganzen Körper pulsierte. Ihre Haut prickelte förmlich vor Empfindlichkeit, jeder Atemzug schien ihre Nervenenden zu streicheln. Das Licht, das durch das Fenster fiel, brach sich an ihrer Haut, als ob es dort verweilen wollte. Sie ließ ihre Finger über ihren Körper wandern, spürte das neue Maß an Feinfühligkeit und Erregbarkeit, das sie seit ihrer Ankunft entwickelt hatte. Es war, als würde sie mit jeder Berührung eine neue Sprache lernen – eine Sprache der Lust, der Wahrnehmung und der Transformation.
Im Gemeinschaftsbereich traf sie auf Lea, die sie mit einem wissenden Lächeln begrüßte. Die beiden setzten sich eng nebeneinander auf eine der Liegeflächen, und schon beim ersten Körperkontakt spürte Susi, wie ihre Energie wieder zu fließen begann. Lea strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und sagte leise: „Hast du bemerkt, was mit dir passiert ist?“ Susi runzelte leicht die Stirn, woraufhin Lea fortfuhr: „Du hast begonnen, dich zu verbinden“, sagte Lea mit leiser Ehrfurcht. „Das heißt, du bist nicht mehr nur Empfängerin von Lust – du wirst Teil eines energetischen Netzwerks. Bei den Avianern ist das Verbinden etwas Besonderes: Es geht nicht nur um körperliche Berührung oder Erregung. Es ist ein gegenseitiges Öffnen, ein Verschmelzen von Empfindungen und Bewusstsein. Man fühlt nicht mehr nur sich selbst – sondern auch den anderen, oft so intensiv, dass man nicht mehr unterscheiden kann, wo die eigene Lust endet und die des anderen beginnt. Es ist wie ein Tanz zweier Seelen im selben Raum.“. Als wir gestern miteinander verschmolzen sind, hast du nicht nur unsere Lust gespürt – du hast sie beeinflusst. Das ist der Anfang deiner Fähigkeit.“ Susi horchte auf. Ihre Neugier wurde sofort geweckt, begleitet von einer Mischung aus Staunen und leichter Angst.
Lea nahm sie mit in einen ruhigeren Bereich des Hauses – eine Art Rückzugsnische mit weichen, organischen Kissen und halbtransparenter Abgrenzung aus schimmerndem Stoff. „Hier ist es leichter, dich zu konzentrieren“, sagte Lea und bat Susi, sich zu entspannen. Susi legte sich auf den Rücken, während Lea sich seitlich neben sie setzte. „Schließ die Augen. Atme tief. Lass deine Gedanken los. Fühle mich, ohne mich zu berühren.“
Susi atmete ein, atmete aus. Und dann geschah etwas. Zunächst war es wie ein zarter Strom, der durch ihre Gedanken floss – dann wie ein Echo fremder Lust, das sich überlagerte mit ihrer eigenen. Sie spürte Leas Wärme, als ob sie selbst berührt wurde, obwohl sie regungslos dalag. Und dann – ein Beben. Ein kurzer, intensiver Schauer, der nicht aus ihrem eigenen Körper kam, sondern durch ihn hindurchging. Ihre Nerven reagierten, als würde Leas Orgasmus direkt durch sie hindurchlaufen. Es war so intim, so nah – und gleichzeitig fühlte sie sich frei wie nie zuvor. Ihre Lust und Leas Lust verbanden sich wie Wellen, die ineinandergriffen. Und das Verrückteste war: sie konnte beeinflussen, wie stark diese Wellen wurden. Ihre eigene Erregung intensivierte Leas und umgekehrt.
Gerade als sie dieses Zusammenspiel verstand, trat Rion hinzu. Sein Blick war ruhig, seine Präsenz weich und einfühlsam. „Darf ich?“ fragte er. Susi zögerte einen Moment, doch ihr Körper antwortete mit einem warmen Pulsieren, das sie kaum ignorieren konnte. Sie nickte. Rion setzte sich hinter sie, seine Hände legten sich auf ihre Schultern. Seine Berührung war wie ein Stromkreis – stabilisierend, aufladend, zutiefst menschlich. Er begann, ihren Nacken zu massieren, während Lea ihre Fingerspitzen sanft über Susis Brust gleiten ließ. In diesem Moment war alles klar: Susi war bereit, sich auf eine tiefere Ebene der Verbindung einzulassen.
Was dann folgte, war eine langsame, kreisende Steigerung. Sie alle bewegten sich miteinander, tastend, suchend, wachsend. Rions Küsse in ihrem Nacken, Leas Zunge auf ihrer Haut, Susis Hände, die sich wie instinktiv auf die Körper der beiden legten – alles war rhythmisch, synchronisiert, wie eine intime Choreografie. Die drei verschmolzen zu einem geschlossenen Kreislauf aus Lust, in dem jede Bewegung und jedes Flüstern eine Welle auslöste, die sich durch alle drei Körper bewegte.
Und dann passierte etwas Neues. Susi spürte plötzlich Rions Erregung – nicht nur emotional, sondern körperlich, als wäre sein pochender Penis Teil ihres eigenen Körpers. Ein kurzer Moment der Verwirrung durchzuckte sie: War das überhaupt noch ihr eigener Körper? Doch dann wich das Erschrecken einem ehrfürchtigen Staunen. Sie konnte das Pulsieren, das Drängen, das innere Beben wahrnehmen, als würde sie selbst kurz vor dem Höhepunkt stehen. Gleichzeitig erlebte sie Leas Orgasmus – wie ein Lichtblitz, der durch ihre Brust zuckte, durch ihren Bauch vibrierte, bis in ihren Schoß. Es war mehr als eine Spiegelung – es war eine vollständige Verschmelzung. Drei Körper, drei Empfindungen, ein gemeinsamer Zustand tiefster Verbindung. Und Susi begriff: Diese Vereinigung war keine Fantasie, sondern real, spürbar, mächtig.
Und dann kam noch eine Erkenntnis: Sie konnte jederzeit aussteigen. Sie war nicht mehr Opfer der Wellen – sie konnte sie steuern. Und genau das erschreckte sie fast mehr als alles zuvor. Denn mit der Kontrolle kam auch Verantwortung. Susi spürte eine neue Macht in sich – eine Fähigkeit, die Lust anderer nicht nur zu lenken, sondern zu beeinflussen, zu formen, vielleicht sogar zu beherrschen. Für einen Moment fragte sie sich, ob sie dieser Kraft gewachsen war. Doch gleichzeitig durchströmte sie ein Gefühl von Stolz. Sie war nicht mehr nur Teil des Stroms – sie war selbst zur Quelle geworden.. Susi testete das Gefühl, zog sich innerlich einen Moment zurück – und sah, wie Lea erschrocken die Augen öffnete. Ihre Lust war kurz abgebrochen. Als Susi sich wieder öffnete, durchzuckte Lea sofort ein neuer Orgasmus. Susi verstand: Sie hatte die Kontrolle. Aber auch die Verantwortung.
„Bleib bei uns, Susi“, flüsterte Rion. „Fühl dich nicht verpflichtet. Fühl dich frei.“ Lea legte ihre Stirn an Susis Schulter. Susi spürte Tränen in ihren Augen – Tränen der Überwältigung, aber auch der Dankbarkeit. Sie blieb.
Sie blieben verbunden, schwebend in einem Strom, der Raum und Zeit auflöste. Wellen von Lust, Licht, Klang und Energie durchfluteten sie. Immer wieder. Bis die Nacht sie einholte.
Als sie später die Augen öffnete, war der Raum in tiefes Dunkel getaucht – doch durchbrochen von sanften Lichtschleiern. Die Körper der anderen Avianer glühten. Biolumineszente Muster zogen sich wie Sternenbahnen über ihre Haut, reagierten auf Berührungen, auf Atmung, auf Nähe. Jeder leuchtete in seinem eigenen Rhythmus – manche pulsierend, andere fließend, wieder andere wie langsam flackernde Flammen.
Susi hob ihre Hand – und sah es auch an sich. Ihre Haut leuchtete in einem warmen Goldton, durchzogen von schimmernden Adern aus Kupfergrün und zartem Violett. Bei jeder Bewegung zeichnete sich ein feines Leuchten ab, das mit einer angenehmen Hitze einherging. Ihre Brustwarzen funkelten wie kleine Sterne, ihr Bauch war wie ein nächtlicher Himmel voller Impulse. Es war wunderschön – und zutiefst verwirrend.
Sie setzte sich auf, betrachtete Rion und Lea, die dicht an sie geschmiegt lagen. Ihre Gesichter waren entspannt, fast kindlich friedlich. Susi stand auf, leise, bedacht, trat ein paar Schritte in den zentralen Raum, wo mehrere Avianer in langsamer Bewegung ineinanderflossen – Berührung, Atem, Licht. Alles schien eins. Und sie war mittendrin.
In diesem Moment begriff sie: Ihre Transformation war nicht nur körperlich. Sie hatte sich geöffnet – geistig, sexuell, energetisch. Was einst Fremdheit war, war jetzt Zugehörigkeit. Was einst Angst war, war nun Kraft. Sie spürte das Netzwerk der Avianer – nicht nur durch Empathie, sondern fast wie ein intuitives Gewebe, das sich über die gesamte Insel spannte.
Sie kniete sich hin, legte eine Hand auf den Boden – der war warm und vibrierte ganz leicht, als ob er selbst atmete. Ein süßlich-erdiger Duft stieg ihr in die Nase, gemischt mit etwas Salzigem, das an Haut erinnerte. Der feuchte Stein unter ihren Fingerspitzen pulsierte leise, wie im Einklang mit den entfernten Lustwellen der anderen Avianer, schloss die Augen. Und spürte sie alle. In weiter Ferne, irgendwo in einem anderen Haus, lachte jemand. In einem anderen Dorf pulsierte gerade ein intensiver Orgasmus. Und irgendwo ganz nah schrie jemand in Ekstase. Susi lächelte.
Sie war angekommen.
Und es war erst der Anfang.
Die erste Schleife
Erst gegen Morgen hatte Susi sich wieder zu Lea und Rion gelegt. Als sie kurze Zeit später erwachte, schliefen beide noch immer tief. Sie streckte sich genüsslich, doch ihr Blick blieb sofort an ihnen haften. Ihre Körper lagen schwer und reglos da, die Haut feucht glänzend, während das sonst so warme Leuchten ihrer Biolumineszenz nur noch schwach flackerte. Rions Brust hob sich kaum merklich, und Leas Gesicht wirkte blass und eingefallen, als hätte die vergangene Nacht all ihre Reserven aufgezehrt. Ein süßlich-fruchtiger Nachhall der Pheromone hing in der Luft – intensiv, aber nicht unangenehm, eher wie das Echo eines ekstatischen Fiebers.
Im Gegensatz zu ihnen fühlte Susi sich beinahe unheimlich wach. Ihr ganzer Körper prickelte, als hätte er sich während der Verbindung neu aufgeladen. Erstaunen und Sorge mischten sich in ihr. Hatte sie den beiden unbewusst Kraft entzogen? Hatte ihre Fähigkeit, die Lust zu bündeln, eine Wirkung hinterlassen, die sie selbst noch nicht verstand?
Leise verließ sie das Schlaflager und schlich sich in den Gemeinschaftsbereich. Die ersten Sonnenstrahlen fielen golden durch die halbtransparenten Vorhänge. Dort traf sie auf Mira, die wie so oft schon wach war – still, aufmerksam, gegenwärtig. Ihre Augen ruhten einen Moment prüfend auf Susi, ehe sie sanft fragte: „Etwas beschäftigt dich?“
Susi zögerte. Die Worte wollten nicht sofort heraus, doch die Unruhe in ihrer Brust drängte nach Ausdruck. „Ich weiß nicht, was mit mir passiert ist“, begann sie schließlich leise. „Gestern, in dieser Schleife… ich fühlte mich irgendwann wie abgekoppelt von allem. Als würde ich schweben – und gleichzeitig wurde mein Körper immer stärker. Ich spürte, wie meine Sinne schärfer wurden, wie jede Faser in mir wach war. Aber dann sah ich Lea und Rion, wie sie langsam erschöpften. Ihre Energie wurde schwächer – und ich konnte es nicht stoppen. Jetzt schlafen sie noch – und ich… ich bin einfach hellwach.“
Mira hörte ruhig zu, legte dann eine Hand auf Susis Arm. „Das klingt nicht nach Schuld, Susi. Das klingt nach einer Gabe. Du bist vielleicht in der Lage, mehr zu bündeln, als andere es können. Vielleicht regenerierst du dich sogar durch die Verbindung. Das wäre etwas völlig Neues.“
„Aber sie sind erschöpft…“
„Und dennoch nicht verletzt.“ Mira lächelte. „Es wäre gut, die Lulus zu befragen. Vielleicht haben sie schon einmal etwas Ähnliches beobachtet.“
Gemeinsam suchten sie einen der Lulus auf. Der kleine, zierliche Hüter der Rituale und Beobachter der Avianer musterte Susi mit offenem Interesse, während Mira ihre Erzählung ergänzte. Als sie geendet hatte, herrschte einen Moment lang Stille.
„So etwas habe ich nur aus alten Aufzeichnungen gehört“, sagte der Lulu schließlich. „Von Avianerinnen, die Schleifen nicht nur erzeugen, sondern verlängern und erhalten konnten. Aber nie in dieser Intensität. Dass du selbst vital bleibst, während andere ausgelaugt sind… das ist ungewöhnlich.“
Er schwieg kurz, dann fragte vorsichtig: „Wärest du bereit, das noch einmal zu versuchen? Mit anderen Partnern, unter Beobachtung?“
Susi senkte den Blick. „Ich… weiß nicht. Was, wenn ich ihnen schade?“
„Wir würden vorsichtig sein“, sagte Mira. „Du wärst nicht allein. Und Marek und Nia haben bereits Interesse bekundet.“
„Marek und Nia?“ Susi blinzelte überrascht. „Aber… sie wissen, was geschehen ist?“
„Ja. Und genau deshalb wollen sie es versuchen. Sie sind erfahren, kennen ihre Grenzen. Und sie sind neugierig.“
Gerade als Mira dies sagte, trat Marek mit einem schelmischen Grinsen in den Raum. „Hab ich meinen Namen gehört?“
Seine Präsenz war wie ein Schub Wärme. Hinter ihm folgte Nia – ruhig, fokussiert, ihre Augen wie zwei helle Feuer. Sie nickte Susi zu. „Ich bin bereit, wenn du es bist.“
Susi atmete tief durch. Ihr Herz pochte. Noch immer fühlte sie sich unsicher, aber auch neugierig. Die Angst, jemandem zu schaden, rang mit der Lust, ihre Fähigkeiten zu erkunden.
„Ich will es verstehen“, sagte sie schließlich. „Ich will wissen, was mit mir geschieht – und ob es mehr ist als nur körperlich.“
Der Lulu trat einen Schritt näher. „Vielleicht kannst du nicht nur verlängern, sondern leiten.“
Ein Schauer lief Susi über den Rücken. Für einen Moment stockte ihr der Atem, als hätte er etwas ausgesprochen, das tief in ihr bereits gewusst wurde, aber nie benannt war. Ihr Blick flackerte kurz zu Mira, dann wieder zurück zum Lulu. Die Vorstellung, ein Zentrum zu sein – ein Knotenpunkt –, ließ sie gleichermaßen erschauern und hoffen.. Vielleicht bist du ein Knotenpunkt, ein Zentrum.“
Susi sah zu Mira. Diese nickte nur. „Wir begleiten dich.“
In der Zwischenzeit waren auch Lea und Rion erwacht. Ihre Körper bewegten sich langsam, doch sie wirkten nicht leidend – eher benommen, wie nach einem intensiven Traum. Susi ging zu ihnen, setzte sich neben das Lager.
„Es tut mir leid, wenn ich euch überfordert habe…“
Lea hob die Hand, unterbrach sie. „Es war unglaublich, Susi. Ich habe noch nie etwas Vergleichbares erlebt. Mein Körper war überfordert – ja – aber mein Innerstes war wie… gereinigt.“
Rion nickte. „Ich habe das Gefühl, als wäre etwas in mir neu sortiert worden.“
Susi atmete auf. Ihre Schultern entspannten sich zum ersten Mal an diesem Tag.
Die Vorbereitungen für die neue Verbindung mit Marek und Nia begannen am Nachmittag. Der Raum wurde gereinigt, mit frischen Tüchern ausgelegt, das Licht gedimmt. Mira sprach mit den Lulus, damit sie im Hintergrund beobachten konnten, ohne einzugreifen.
Susi saß einen Moment allein in der Mitte, während Marek und Nia sich vorbereiteten. Ihre Gedanken rasten, kreisten wie aufgeregte Vögel, doch darunter pulsierte etwas Ruhiges, Tieferes. In ihrem Geist tauchte ein Bild auf: Sie stand inmitten eines Feldes aus Licht, während leuchtende Linien aus allen Richtungen zu ihr führten – wie Adern eines größeren Bewusstseins. Sie war nicht verloren darin, sie war der Mittelpunkt. Eine Stimme, aus dem Inneren kommend, sprach flüsternd: „Du bist gemacht für Verbindung.“
Etwas in ihr fühlte sich bereit. Nicht nur bereit – berufen.
Diesmal wollte sie nicht nur erleben.
Diesmal wollte sie bewusst führen.
Am Nachmittag trafen sich Susi, Marek und Nia in dem vorbereiteten, abgeschiedenen Bereich des Hauses. Während die Lulus im Hintergrund ihre Plätze einnahmen und Mira darauf achtete, dass alles unter kontrollierten Bedingungen geschah, versuchte Susi, die Unruhe in ihrem Körper mit ruhigen Atemzügen zu bändigen. Sie war nervös, doch unter ihrer Sorge lag eine deutliche Neugier: Zum ersten Mal wollte sie nicht bloß in eine Lustschleife geraten, sondern sie bewusst entstehen lassen, lenken und notfalls auch wieder beenden.
„Mach dir keinen Kopf, Susi. Wir sind hier, um das zusammen zu erleben. Es wird sicher spannend“, zwinkerte Marek aufmunternd.
Susi nickte zögernd. „Ich hoffe nur, dass ich es nicht übertreibe...“
„Du wirst das großartig machen“, sagte Nia und lächelte. „Und wir sind ja auch hier, um zu helfen. Also keine Sorge.“
Marek positionierte sich hinter Susi, während Nia sich auf den Rücken legte und Susi dazu aufforderte, sich über sie zu knien. In dieser 69-Stellung konnten beide Frauen einander oral verwöhnen, während Marek hinter Susi kniete und sich auf das vorbereitete, was kommen würde. Susi spürte, wie Nias Hände sanft ihre Hüften umfassten, während ihre Zunge sacht über Susis extrem glatten, haarlosen Intimbereich glitt. Die unglaubliche Weichheit und Glätte ihrer Haut verstärkte die Empfindungen noch weiter. Gleichzeitig beugte sich Susi zu Nia hinab, um sie ebenfalls zu stimulieren, und ihre Lippen trafen auf Nias genauso glatten und geschmeidigen Intimbereich. Es fühlte sich fast unwirklich an, wie makellos die Haut der beiden war, als ob sie für diese Art der Berührung geschaffen worden wären.
„Oh, Susi... genau da“, flüsterte Nia leise, ihre Stimme voller Erregung. Ihre Hände glitten über Susis Hüften, und Susi konnte spüren, wie Nias Körper auf ihre Berührungen reagierte.
Marek kniete hinter Susi, drang jedoch nicht sofort in sie ein. Aus einer kleinen Schale, welche die Lulus bereitgestellt hatten, nahm er etwas warmes Pflanzenöl und verteilte es langsam zwischen ihren Pobacken. Seine Finger glitten über ihren Anus, massierten das Öl behutsam ein und warteten, bis die anfängliche Spannung unter seinen Berührungen nachließ. Auch ihr Avianer-Körper hob die körperliche Notwendigkeit eines Gleitmittels nicht auf; der Unterschied bestand vielmehr darin, wie bewusst und bereitwillig ihre Muskeln auf Mareks Berührungen reagierten.
Susi erinnerte sich daran, wie angespannt sie bei ähnlichen Erfahrungen auf der Erde häufig gewesen war. Damals hatte es sich manchmal wie ein Kompromiss zwischen Begehren und Unbehagen angefühlt. Jetzt spürte sie Mareks Vorsicht ebenso deutlich wie seine Erregung, und durch ihre wachsende empathische Verbindung wusste sie, dass er auf jede noch so kleine Reaktion ihres Körpers achtete.
Als seine eingeölte Eichel gegen ihren Anus drückte, atmete Susi langsam aus und bewegte ihr Becken ein wenig nach hinten. Der erste Druck brannte leicht, doch Marek hielt sofort inne und gab ihrem Körper Zeit, sich an die Dehnung zu gewöhnen. Erst als Susi sich weiter gegen ihn schob, drang er langsam tiefer in sie ein. Das anfängliche Brennen ging in eine intensive, warme Fülle über, während ihre Analmuskeln sich erst entspannten und anschließend fest um seinen Penis schlossen. Marek begann sich mit vorsichtigen, gleichmäßigen Stößen zu bewegen, und Susi ließ die ungewohnte Mischung aus Druck, Lust und emotionaler Nähe durch sich hindurchströmen.
„Wow, Susi, du bist so entspannt“, sagte Marek mit einem Stöhnen. „Das fühlt sich unglaublich an.“
Susi schloss die Augen und ließ die verschiedenen Empfindungen auf sich wirken. Während sie immer mehr in die Lustschleife glitten, bemerkte Susi, dass sie Marek mit ihren Analmuskeln „melken“ konnte, und durch die Verbindung spürte sie genau, was in Mareks Penis vorging. Die Position fühlte sich für Susi sowohl intensiv als auch aufregend an, da sie die Zärtlichkeiten von Nia spürte und gleichzeitig Mareks Präsenz hinter sich fühlte. Die Verbindung zwischen den dreien begann sich zu intensivieren, während sie sich gegenseitig stimulierten. Susi konnte Nias Zunge fühlen, die immer wieder über ihre empfindlichsten Stellen glitt, und spürte dabei, wie Nia ihre Lippen sanft um Susis Klitoris schloss und begann, daran zu saugen. Susi erwiderte diese Berührungen, indem sie sich zu Nia hinabbeugte, ihre Zunge über Nias extrem glatten Intimbereich gleiten ließ und sich dann ebenfalls an ihrer Klitoris festsaugte. Die gegenseitige Stimulation war überwältigend und verstärkte die Lust noch weiter. Gleichzeitig spürte Susi, wie Mareks Bewegungen hinter ihr zunehmend fordernder wurden.
„Susi, du bist unglaublich“, stöhnte Nia, ihre Stimme zitterte vor Lust. „Ich kann gar nicht genug von dir bekommen.“
Susi erwiderte das Stöhnen, ihre eigene Erregung steigerte sich immer weiter. Sie fühlte sich, als wäre sie von einer Welle aus Lust umhüllt, die sie immer tiefer in diesen Zustand der völligen Hingabe zog.
Nach einiger Zeit spürte Susi, dass Marek kurz vor seinem Orgasmus stand. Seine Bewegungen wurden schneller, sein Griff um ihre Hüften fester, und über die entstehende Verbindung nahm sie das immer drängendere Pochen seines Penis beinahe so deutlich wahr wie ihre eigene Erregung. Als er schließlich mit einem tiefen Stöhnen kam, blieb er vollständig in ihr. Sein Penis pulsierte kräftig in ihrem Anus, und Susi spürte jeden heißen Schub seines Spermas tief in sich.
Der erste Höhepunkt klang kaum ab, bevor Mareks Körper erneut zuckte. Mehrere orgasmische Wellen folgten in kurzen Abständen aufeinander, und jede davon übertrug sich über ihre Verbindung auf Susi und Nia. Nia wand sich unter ihr, ihre Zunge verlor für einen Moment ihren Rhythmus, während ihr eigener Orgasmus sie erfasste. Gleichzeitig schlossen sich Susis Analmuskeln immer wieder um Mareks pulsierenden Penis. Seine Lust, Nias Beben und ihre eigenen Empfindungen verdichteten sich zunehmend, bis alle drei beinahe gleichzeitig von einem gemeinsamen Höhepunkt überwältigt wurden.
In diesem Moment glitten sie in die Lustschleife. Plötzlich brauchten sie keine körperliche Aktivität mehr, und doch blieb die Verbindung bestehen. Marek zog sich langsam aus Susi zurück, doch sie spürten alle, dass etwas in der Luft lag. Marek legte seine Arme um Susi und Nia, umklammerte beide fest. Die Nähe der Körper, die Intensität der Gefühle – es war, als ob eine unsichtbare Kraft sie vereint hielt.
Die Erregung floss durch ihre Körper, ausgelöst durch die gemeinsame Erfahrung der Orgasmen. Jeder Orgasmus, den einer von ihnen erlebte, löste einen weiteren bei den anderen aus, wodurch sie in einer unaufhörlichen Schleife aus Lust gefangen waren. Susi spürte, wie Mareks Atem schneller ging, während seine Hand sanft über ihre Haut strich. Sie wusste, dass sie die Kontrolle über diese Verbindung hatte, und testete, wie weit sie gehen konnte. Sie spürte, wie Mareks Penis zuckend an ihrer Seite lag, und bemerkte zu ihrer Überraschung, dass er wieder ejakulierte.
„Oh mein Gott, Marek... du... das ist so viel“, murmelte Nia überrascht, während sie die Flüssigkeit auf ihrer Haut spürte. Sie blickte zu Susi hoch und lächelte. „Susi, ich wusste, dass du besonders bist, aber das... das ist etwas anderes.“
Susi erwiderte das Lächeln, während sie noch immer das Pochen von Mareks Höhepunkt in sich spürte. Die Samenflüssigkeit bedeckte ihre Haut, klebte an ihren Körpern und hinterließ ein warmes, fast seidiges Gefühl auf der schimmernden Oberfläche. Die Menge überraschte sie noch immer, doch keiner der drei empfand sie als unangenehm. Für Susi war es zunächst einfach ein weiteres Zeichen dafür, wie anders die Körper der Avianer auf diesem Planeten funktionierten.
Marek keuchte und drückte Susi und Nia fester an sich. „Das ist... unglaublich. Ich habe das Gefühl, dass wir... einfach weitermachen könnten.“
Susi schloss die Augen und konzentrierte sich. Sie wusste, dass dies ein Test für sie war. Sie sollte die beiden anderen daran hindern, die Lustschleife zu verlassen – und gleichzeitig lernen, die Kontrolle über diese Verbindung zu übernehmen. Sie fühlte, wie Rucke durch Mareks Körper gingen, als ob er sich lösen wollte, doch sie hielt ihn in der Schleife. Sie spürte auch Nias Unsicherheit, das leichte Zucken ihrer Muskeln, aber sie verstärkte die Verbindung und zog sie beide wieder tiefer in diesen Zustand der völligen Hingabe.
Dann geschah etwas Unerwartetes. Statt zu ermüden, begann Mareks Körper zu leuchten – zuerst schwach und pulsierend, wie das Glimmen einer fernen Glühwürmchenwolke. Das silbrige Licht wanderte in feinen Linien über seine Schultern und seinen Rücken, zog sich wie ein lebendiges Muster über seine Haut, das sich bei jeder Berührung Susis leicht veränderte. Es war nicht grell, sondern weich und fließend, wie flüssiges Mondlicht, das unter der Oberfläche pulsierte. Susi spürte, dass dieses Leuchten aus ihrer eigenen Mitte stammte und sich als sanftes, silbriges Schimmern entlang seiner Haut ausbreitete. Ihre Energie floss in ihn hinein, verstärkte ihn, weckte ihn neu. Auch Nia begann zu leuchten, ihre Beine zitterten, ihre Stimme war nur noch ein Flüstern: „Susi… was machst du mit uns…?“
Susi wusste es nicht genau – aber sie spürte, dass sie in der Lage war, nicht nur Lust zu verlängern, sondern auch Energie zurückzugeben. Sie konnte die Erschöpfung umkehren, sie in Stärke verwandeln. Ihre Hände auf ihren Körpern fühlten sich nun wie Ladungsträger an – jede Berührung ein Impuls, jeder Kuss eine Welle.
Die Schleife wurde nicht schwächer. Doch diesmal bemerkte Susi etwas, das ihr bei Lea und Rion entgangen war.
Marek lag schwer atmend neben ihr, aber die Erschöpfung, die eben noch in seinen Muskeln gesteckt hatte, verschwand. Sein Atem wurde ruhiger, seine Hände verloren das Zittern. Als Susi sich auf Nia konzentrierte, geschah dort dasselbe. Das Beben ihrer Beine ließ nach, ohne dass ihre Erregung verschwand.
Susi legte eine Hand auf Mareks Brust und die andere auf Nias Bauch.
Sofort verstärkte sich das silbrige Leuchten auf beiden Körpern.
Sie versuchte nicht, einen neuen Orgasmus auszulösen. Stattdessen stellte sie sich vor, die Kraft, die zwischen ihnen zirkulierte, nicht weiter anzutreiben, sondern zurückzugeben. Marek sog scharf die Luft ein. Nia öffnete überrascht die Augen.
„Susi ...“, flüsterte sie. „Ich bin plötzlich gar nicht mehr müde.“
Genau das war es. Susi spürte weiterhin ihre Lust, ihre eigenen Empfindungen und Mareks Erregung, aber darunter erkannte sie nun etwas Zweites. Sie konnte nicht nur verhindern, dass die Verbindung abriss. Sie konnte beeinflussen, was innerhalb dieser Verbindung geschah.
Vorsichtig ließ sie den Druck nach. Mareks nächster Orgasmus entstand langsamer. Nia reagierte fast gleichzeitig, doch Susi hielt die Schleife diesmal nicht einfach fest. Sie formte ihren Rhythmus.
Der Gedanke jagte ihr einen Schauer über den Rücken.
Bislang hatte sie geglaubt, ihre Gabe bestehe darin, einen Zustand ungewöhnlich lange aufrechtzuerhalten. Jetzt begriff sie, dass das nur ein Teil davon war.
Sie konnte ihn steuern.
Nach einiger Zeit merkte Susi, dass es genug war. Sie atmete tief durch, konzentrierte sich darauf, die Verbindung zu lösen. Es war schwierig, fast so, als würde ein Teil von ihr selbst gegen diese Trennung kämpfen. Doch allmählich fühlte sie, wie die Lustschleife schwächer wurde, wie die Körper um sie herum begannen, sich wieder zu entspannen. Ihre Haut war noch feucht vom Schweiß, ihre Sinne zuckten bei jeder Bewegung nach. Und doch wurde es ruhiger in ihr – wie ein Sturm, der sich endlich gelegt hatte.
Nach etwa vier bis fünf Stunden löste sich die Schleife allmählich vollständig auf – als hätte jemand langsam die Spannung aus der Luft genommen. Die Temperatur im Raum schien zu sinken, ein sanfter Luftzug streichelte über ihre erhitzten Körper. Das Licht, das zuvor flackernd und warm gewesen war, wurde kühler, diffuser. In der Stille, die nun folgte, hörten sie plötzlich wieder das leise Zirpen der Insekten draußen, das Plätschern von Wasser in der Ferne. Es war, als kehre die Welt vorsichtig zurück, Schicht für Schicht, nachdem sie in einem anderen Zustand gewesen waren, und Marek, Nia und Susi trennten sich voneinander. Marek und Nia waren erschöpft, aber auch fasziniert von der Intensität der Erfahrung. Marek ließ sich schwer atmend auf den Rücken fallen und schaute zu Susi. „Das... war unglaublich. Ich hätte niemals gedacht, dass wir so weit gehen könnten.“
Nia nickte und schloss die Augen. „Susi, du hast etwas in uns allen geweckt. Es war... es war wunderschön.“ Sie wirkte erschöpft, aber auch zufrieden, ihre Lippen noch leicht zitternd vor Nachbeben.
Susi hingegen spürte keine Anzeichen von Erschöpfung, sondern fühlte sich sogar voller Energie. Ihr ganzer Körper vibrierte leicht, als würde er sich aus sich selbst heraus neu aufladen. Sie hatte es geschafft, die Verbindung bewusst zu steuern und zu lösen, und sie war stolz auf das, was sie erreicht hatte. Sie schaute zu Marek und Nia und lächelte. „Danke, dass ihr mir vertraut habt. Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde. Aber ich bin froh, dass wir es zusammen erlebt haben.“
Nia lachte erschöpft, während sie auf ihren klebrigen Körper hinuntersah. „Also, das war definitiv mehr Spice, als ich erwartet habe. Ich glaube, wir könnten als Kunstwerk durchgehen.“
Susi sah sie fragend an. „Spice?“
„So nennen die Lulus das Sperma der männlichen Avianer“, erklärte Nia. „Ich weiß nicht, ob das Wort eine genaue Übersetzung aus ihrer Sprache ist oder ob es sich irgendwann einfach eingebürgert hat. Für sie ist es jedenfalls nicht bloß Samenflüssigkeit. Sie betrachten es als etwas Wertvolles, das gesammelt und weiterverwendet wird.“
Susi blickte an ihrem Körper hinunter. „Das ganze Zeug auf uns heißt für die also Spice?“
„Genau das“, sagte Marek und musste grinsen. „Und nach der Menge, die ich gerade produziert habe, könnten wir vermutlich eine neue Tradition einführen: das Spice-Bad der Champions.“
Susi schüttelte lachend den Kopf. „Jetzt, wo ich weiß, was Spice bedeutet, klingt das nicht unbedingt besser.“
„Aber wesentlich offizieller“, erwiderte Marek.
Nia kicherte. „Warte nur, bis die Lulus kommen. Die sehen das nämlich wesentlich ernster als wir.“
Die Lulus waren die ganze Zeit über im Raum gewesen und hatten das Geschehen mit geweiteten Augen beobachtet. Sie wirkten sichtlich fasziniert von der Menge an Samenflüssigkeit, die Marek produziert hatte. Einer der Lulus schaute zu Susi, Marek und Nia und sagte mit ehrfürchtiger Stimme: „So viel Spice... es ist wirklich ein großes Geschenk, das ihr uns gegeben habt. Dürfen wir euch reinigen, um nichts davon zu verschwenden?“ Obwohl die Lulus ein wenig enttäuscht waren, dass die Schleife diesmal nicht den ganzen Tag angedauert hatte und somit weniger Pheromone freigesetzt wurden, waren sie dennoch begeistert von der großen Menge des kostbaren „Spice“.
Susi war überrascht über diese Bitte und spürte eine gewisse Unsicherheit. Sie sah zu Nia, die nur müde lächelte und nickte. „Das ist Teil ihrer Aufgabe, Susi. Lass sie machen.“
Susi nickte schließlich und willigte ein, da sie neugierig war, wie die Lulus diesen Teil ihrer Verehrung der Avianer ausführten. Es würde das erste Mal sein, dass sie physischen Kontakt mit den Lulus hatte – ein Gedanke, der ihr zugleich Ehrfurcht und Nervosität einflößte. Etwas in ihr war neugierig, fast erwartungsvoll, doch gleichzeitig fühlte sie sich verletzlich, als würde sie eine unsichtbare Grenze überschreiten, die bisher immer eher zurückhaltend gewesen waren. Sie wusste, dass dies ein bedeutender Schritt war – sowohl für sie selbst als auch für ihre Rolle in dieser Gemeinschaft.
Die Lulus näherten sich langsam, ihre Augen noch immer geweitet vor Ehrfurcht. Einer von ihnen, ein kleines Wesen mit sanften Zügen, beugte sich zu Susi hinunter und begann, Susi, Marek und Nia mit ihren Zungen abzulecken, um das Spice direkt in sich aufzunehmen. Die Lulus arbeiteten ehrfürchtig und gewissenhaft, und in der Luft lag ein süßlich-warmer Duft, der sich mit der Wärme ihrer Zungen auf Susis Haut vermischte, jede Stelle der Körper der drei Avianer von dem klebrigen Spice zu befreien. Ihre Zungen glitten über die glatte, glänzende Haut, und die Art, wie sie sich mit Sorgfalt jedem Detail widmeten, war fast meditativ. Susi spürte die warmen, sanften Berührungen der Lulus auf ihrer Haut, die sich deutlich von denen der Avianer unterschieden. Die Lulus waren respektvoll und vorsichtig, fast ehrfürchtig, als würden sie etwas Heiliges tun.
Marek lachte plötzlich leise, während er einen der Lulus betrachtete, der gerade seinen Arm ableckte. „Hey, Susi, ich glaube, wir haben eine neue Art von Wellnessbehandlung entdeckt. 'Das Spice-Peeling der Champions'.“
Susi kicherte und schaute zu Marek. „Na ja, ich bin mir nicht sicher, ob das im Spa-Menü gut ankommen würde. Aber es hat definitiv etwas... Einzigartiges.“
Nia schloss ihre Augen, während sie das Zungenspiel eines Lulus an ihrem Hals spürte. „Ich weiß nicht... es ist irgendwie beruhigend. Fast wie eine Massage... nur klebriger.“
„Klebriger, ja... aber sie machen das echt gründlich“, fügte Marek mit einem schelmischen Grinsen hinzu. „Vielleicht sollten wir das als Standard nach jeder Lustschleife einführen.“
Susi schüttelte lachend den Kopf. „Ihr seid unmöglich. Aber ich muss zugeben, es hat schon irgendwie Stil.“
Die Lulus schienen die humorvollen Kommentare nicht zu stören. Sie konzentrierten sich weiter auf ihre Aufgabe, jeden Tropfen des kostbaren Spice aufzusaugen. „Ihr seid wirklich etwas Besonderes“, murmelte einer der Lulus, während er Susi reinigte. „Wir haben so etwas noch nie gesehen. Eure Fähigkeit ist einzigartig.“
Susi schaute ihn überrascht an. „Danke... ich weiß nicht, was es bedeutet, aber ich hoffe, dass es etwas Gutes ist.“
Der Lulu nickte und lächelte leicht. „Es ist definitiv etwas Gutes – etwas, das uns hoffen lässt, dass sich unsere Verbindung zu den Avianern vertiefen kann. Vielleicht wird es durch dich möglich, Aspekte unserer eigenen Existenz zu verstehen, die uns bisher verborgen blieben. Es gibt uns Hoffnung, dass es noch viel mehr zu entdecken gibt.“
Dann trat einer der älteren Lulus vor – ein etwas größerer, mit grau schimmernder Haut und leuchtenden Augen. Er verbeugte sich leicht vor Susi. „Du hast eine Schwelle überschritten. Deine Energie beeinflusst nicht nur die Avianer – sie berührt auch uns.“
„Wie meinst du das?“ fragte Susi vorsichtig.
„Wir spüren deine Schleifen. Schon bevor du sie beginnst. Sie senden Wellen aus. Es zieht uns an – und verändert etwas in uns.“
Marek richtete sich auf. „Das heißt... sie hat Einfluss auf euch? Physisch?“
Der Lulu nickte. „Noch wissen wir nicht, was es bedeutet. Aber es ist das erste Mal, dass ein Avianer unsere eigene Frequenz verändert hat. Wir glauben, Susi könnte mehr sein als nur eine besonders fähige Schleifenbildnerin.“
Nia schaute zu Susi. „Was auch immer du bist, du bist nicht allein damit. Und wir werden herausfinden, was es bedeutet.“
Susi spürte ein sanftes Vibrieren in ihrer Brust. Kein Zittern – eher wie ein ruhiger, innerer Klang. Als hätte ihr Körper die Worte des Lulus auf einer tieferen Ebene verstanden. Und zum ersten Mal hatte sie das Gefühl, dass ihre Reise gerade erst begonnen hatte – und dass tief in ihr Fragen darauf warteten, gestellt zu werden, für die sie noch keine Worte kannte.
Die stillen Zeugen
Der Tag nach der intensiven Lustschleife war angebrochen, und das Haus war in eine ungewohnte Ruhe gehüllt. Marek und Nia waren erschöpft und hatten sich zur Erholung zurückgezogen. Ihre Körper schienen die endlosen Stunden der Lust nun doch zu spüren, und sie brauchten eine Weile, um sich zu regenerieren. Susi hingegen war in bester Verfassung. Sie fühlte sich vital und voller Energie, als hätte die Lustschleife ihr nicht nur Kraft verliehen, sondern sie auch innerlich gereinigt. Ihre Haut war kribbelnd warm, fast wie elektrisch geladen, und sie nahm die Luft auf ihrer Haut intensiver wahr als sonst. Jeder Muskel in ihrem Körper fühlte sich wach und gespannt an, als wäre sie gleichzeitig bereit zum Laufen, Lieben oder Fliegen. Ihre Sinne waren geschärft, das Licht schien heller, die Geräusche klarer – eine seltsame Mischung aus Leichtigkeit, tiefer Wachheit und innerer Erwartung durchströmte sie.
Die Lulus waren fasziniert von ihr. Ihr Verhalten hatte sich spürbar verändert – sie näherten sich ihr mit einer Art ehrfürchtigem Staunen, als sei sie mehr als nur ein Avianer. Wo sie früher zurückhaltend gewesen waren, zeigten sie nun eine auffällige Offenheit und Zuwendung. Wenn Susi einen Raum betrat, schien sich etwas in der Luft zu verändern. Ihre Blicke verfolgten jede ihrer Bewegungen, und sie spürte, wie sehr sich ihre Präsenz auf sie auswirkte. Einige Lulus erröteten sogar leicht, wenn sie ihr zu nahe kamen, andere hielten respektvoll Abstand, als stünde Susi unter einer unsichtbaren Aura.
In den Stunden nach dem Erwachen durchwanderte Susi das Haus mit einem neuen Blick. Sie nahm die Veränderungen in der Dynamik um sich herum bewusst wahr. Mehrmals traf sie auf Lulus, die innehielten, sobald sie sie sahen – nicht aus Furcht, sondern aus tiefer, stiller Bewunderung. Einmal reichte ihr ein Lulu ein kleines Armband aus leuchtenden Pflanzenfasern – ein Geschenk, das Susi zunächst nicht einordnen konnte. Doch sie spürte instinktiv, dass es mehr war als ein dekoratives Schmuckstück: ein stilles Zeichen der Anerkennung, vielleicht sogar eine Geste, die ihre neue Rolle in der Gemeinschaft andeutete, ohne ein Wort zu sagen, nur mit einem Blick voller Hingabe. Susi war berührt und zugleich verlegen. Doch sie spürte auch: etwas in ihr veränderte sich – nicht nur in den Augen der anderen, sondern auch in ihr selbst.
Während Susi weiter durch das Haus ging, begann sie gedankenverloren vor sich hin zu summen. Es war die Melodie eines alten Popsongs von der Erde, eines jener Lieder, die einen ganzen Sommer lang aus jedem Radio, jedem Geschäft und jedem geöffneten Autofenster gedrungen waren. Den Text bekam sie nicht mehr vollständig zusammen, doch der Refrain hatte sich offenbar hartnäckiger in ihrem Gedächtnis festgesetzt als manche Namen oder Gesichter.
Erst als sie bemerkte, dass die sanfte Musik aus einer Seitennische verstummt war, brach auch ihr Summen ab. Dort saß ein Lulu mit einer kleinen Bogenharfe auf den Knien und sah sie mit unverhohlener Aufmerksamkeit an. Seine Finger lagen reglos auf den Saiten. Neben ihm wartete ein zweiter Lulu mit einer bauchigen Tonflöte, als habe auch er vergessen, weshalb er das Instrument überhaupt in den Händen hielt.
„Warum hast du aufgehört?“, fragte der Harfenspieler.
Susi sah sich kurz um, bevor sie begriff, dass er ihr Summen meinte. „Das war eigentlich nichts Besonderes. Nur ein Popsong von der Erde, der mir gerade wieder eingefallen ist.“
Der Lulu neigte den Kopf. Offenbar sagte ihm weder das Wort noch Susis Erklärung etwas. Schließlich fragte er, weshalb Menschen eine Melodie erschufen, die nicht vollständig in Erinnerung blieb, aber trotzdem von selbst wiederkehrte.
Susi musste lachen. „Das nennt man einen Ohrwurm. Ein gutes Poplied setzt sich im Kopf fest, auch wenn man es irgendwann gar nicht mehr hören möchte.“
Der Lulu betrachtete sie mit einer Mischung aus Faszination und ehrlicher Sorge. „Warum erschaffen Menschen Musik, von der sie hoffen, dass sie nicht wieder verschwindet, obwohl sie sie später nicht mehr hören möchten?“
Susi öffnete den Mund, fand jedoch keine vernünftige Erklärung. „Weil dann sehr viele Menschen das Lied hören. Und weil andere Menschen damit Geld verdienen.“
Das machte die Sache für den Lulu erkennbar nicht verständlicher. In einer Gesellschaft ohne Geld war ihre Erklärung vermutlich sogar noch rätselhafter als der Popsong selbst. Nach kurzem Nachdenken stellte er deshalb die wesentlich praktischere Frage: „Kannst du die Tonfolge noch einmal wiederholen?“
Susi summte den Refrain erneut, diesmal langsamer. Der Lulu hörte aufmerksam zu und fand die ersten Töne auf seiner Harfe. Seine Version klang zunächst erstaunlich ähnlich, doch schon bei der zweiten Wiederholung veränderte er einzelne Abstände zwischen den Tönen. Die vertraute Melodie begann zu schweben, verlor ihren einfachen menschlichen Takt und verwandelte sich in etwas Weicheres und Fremderes. Der Flötenspieler stimmte mit einem lang gezogenen Begleitton ein. Wenig später kam ein dritter Lulu hinzu und setzte mit kleinen Keramikglocken vereinzelte helle Akzente.
Susi hörte fasziniert zu. Aus dem belanglosen Sommerhit war innerhalb weniger Minuten eine ruhige, beinahe feierliche Melodie geworden, die sich erstaunlich gut mit dem Plätschern des Wassers und den fernen Stimmen der Avianer verband.
„Jetzt klingt es, als müsste man es nackt unter zwei Monden hören“, sagte sie schließlich.
Der Harfenspieler blickte an ihrem unbekleideten Körper hinunter, anschließend durch die offene Galerie zum hellen Himmel und fragte vollkommen ernst: „War es dafür nicht gedacht?“
Susi lachte so plötzlich, dass die drei Lulus erschrocken innehielten. Nachdem sie ihnen versichert hatte, dass sie nichts falsch gemacht hatten, spielten sie weiter. Als Susi einige Zeit später den offenen Raum bei der Terrasse erreichte, hörte sie dieselbe Melodie bereits durch einen der akustischen Wandkanäle. Sie blieb stehen und schloss für einen Moment die Augen.
„Großartig“, murmelte sie. „Ich bin kaum ein paar Tage auf diesem Planeten und habe bereits den ersten außerirdischen Ohrwurm eingeschleppt.“
Später am Vormittag begegnete sie Mira in einem offenen Raum nahe der Terrasse. Die Sonne warf weiches Licht auf die runden Kissen und schimmernden Vorhänge, und Mira lag halb zurückgelehnt, als würde sie auf Susis Ankunft warten.
„Du hast sicher gemerkt, dass die Lulus dich anders behandeln als uns alle“, sagte Mira mit einem nachdenklichen Lächeln. Sie sah Susi an, als würde sie nach Antworten in ihrem Gesicht suchen. „Sie sehen in dir etwas, das wir noch nicht verstehen – aber sie fühlen es. Und das reicht ihnen.“
Susi setzte sich zu ihr und strich nachdenklich über das geflochtene Armband an ihrem Handgelenk. „Aber warum ich? Ich bin doch erst seit Kurzem hier. Ich habe keine Ahnung, was ich tue.“
Mira legte den Kopf leicht schief. „Gerade weil du es nicht weißt, bist du offen. Deine Lust ist nicht geprägt von alten Mustern oder Erwartungen. Sie fließt aus dir heraus, roh, echt. Und die Lulus spüren das. Sie leben von dem, was wir ihnen geben – aber bei dir scheint es, als würde etwas zurückfließen.“
Susi runzelte die Stirn. „Etwas zurückfließt?“
„Vielleicht Energie. Vielleicht ein Gefühl – etwas, das tief in ihnen schlummert und durch dich berührt wird.“
Susi spürte bei diesen Worten ein leichtes Ziehen in ihrer Brust, so als würde ein Erinnerungsfaden angestimmt, den sie selbst nicht kannte. Für einen Moment hatte sie das vage Bild eines fremden Ortes im Kopf – weich, warm, umgeben von Licht und Stimmen, die flüsterten. Sie konnte es nicht greifen, aber es ließ sie erschaudern. Vielleicht war es eine Erinnerung daran, wofür die Lulus einst selbst empfänglich gewesen waren.
Mira erzählte ihr von alten Überlieferungen, von Avianern, die nicht nur Lust gaben, sondern Heilung. Die Lustschleifen, so glaubten einige der Ältesten unter den Lulus, seien ursprünglich nicht nur zur Befruchtung gedacht gewesen, sondern auch zur Transformation – sowohl der Avianer als auch der Lulus.
Noch während Mira sprach, trat ein junger Lulu an sie heran. Er hatte große, glänzende Augen und trug ein hauchdünnes Gewand aus Seidenpflanzen. Mit leicht gesenktem Blick sprach er Susi an: „Die Ältesten der Lulus bitten um deine Anwesenheit. Heute Nachmittag. Es ist ein besonderes Treffen. Es wird nicht oft einberufen.“
Susi blinzelte überrascht. Mira jedoch lächelte nur wissend. „Sie laden dich ein. Das ist eine Ehre, Susi. Und vielleicht eine Antwort.“
Nach einem kurzen Moment des Schweigens nickte Susi. „Ich werde kommen.“
Diese Worte hallten in Susi nach, während sie später allein durch den Garten ging. Zwischen den leuchtenden Blättern und weichen Wegen tauchte Lea plötzlich auf – splitterfasernackt, wie die meisten Avianer, ihre Haut glänzte noch leicht von einer früheren Begegnung. Ihre Augen funkelten frech.
„Du siehst aus, als bräuchtest du Berührung“, sagte sie ohne Einleitung und trat näher. Susi zögerte, dann nickte sie langsam. Sie war angespannt, die Lust hatte sich erneut aufgestaut, ihr Körper schrie danach, erlöst zu werden.
Lea führte sie schweigend in einen Raum voller goldener Tücher und weicher Matten. In einer Nische dampfte warmes Wasser, auf niedrigen Tischen standen Öle mit bernsteinfarbenem Schimmer. Susi spürte, wie der Raum bereits vibrierte – nicht vor Hitze, sondern vor Erwartung.
Lea führte sie schweigend in einen Raum voller goldener Tücher und weicher Matten. In einer Nische dampfte warmes Wasser, auf niedrigen Tischen standen kleine Schalen mit bernsteinfarbenem Pflanzenöl. Der Duft war dezent, süßlich und erdig zugleich.
„Leg dich auf den Bauch“, sagte Lea.
Susi tat es. Das erste Öl traf warm auf ihren Rücken. Lea verteilte es mit beiden Händen von den Schultern bis hinunter zum unteren Rücken. Ihre Handflächen arbeiteten langsam und mit gleichmäßigem Druck über Susis Muskeln, lösten Spannungen, die Susi selbst kaum bemerkt hatte. Anfangs war es tatsächlich nur eine Massage. Doch Lea machte keinen Unterschied zwischen Körperstellen, die Susi früher selbstverständlich von einer Massage ausgenommen hätte, und solchen, die harmlos erschienen. Ihre Hände glitten über Susis Seiten, die Hüften und schließlich über ihre Pobacken. Die Bewegungen blieben ruhig, beinahe professionell, doch Susis Körper reagierte trotzdem. Ihre Brustwarzen wurden hart gegen die weiche Unterlage gedrückt.
Zwischen ihren Beinen entstand erneut jene beständige Wärme, die sie inzwischen nur zu gut kannte. Lea bemerkte es. Natürlich bemerkte sie es. Ihre Hände glitten noch einmal über Susis Po, diesmal langsamer. Die Daumen strichen an der Falte entlang, ohne weiterzugehen.
„Du bist schon wieder völlig angespannt“, sagte Lea.
Susi lachte leise in das Kissen. „Nicht wegen der Massage.“
„Das habe ich mir gedacht.“
Lea beugte sich über sie. Ihre eingeölten Brüste berührten Susis Rücken und glitten langsam darüber. Der Kontakt war so glatt, dass beinahe keine Reibung entstand, nur Wärme und Druck.
Susi stöhnte leise. Lea bewegte sich weiter über sie, Brust an Rücken, Bauch an Po, Oberschenkel an Oberschenkeln, bis ihre beiden Körper fast vollständig aufeinanderlagen. Das Öl machte jede kleine Bewegung spürbar. Susi konnte Leas Atmung an ihrem Rücken fühlen.
„Du brauchst das“, flüsterte Lea dicht an ihrem Ohr. „Nicht nur den Orgasmus. Du musst lernen, deine eigene Erregung wieder herunterzubringen, bevor sie dich auffrisst.“
„Und dafür reibst du dich nackt und eingeölt an mir?“
Lea lachte leise.
„Ich habe nie behauptet, dass Therapie langweilig sein muss.“
Susi musste ebenfalls lachen, doch der Laut brach ab, als Lea eine Hand zwischen ihre Beine schob.
Sie berührte zunächst nur die Innenseiten ihrer Oberschenkel.
Susi öffnete die Beine weiter.
Leas Finger glitten über ihre Vulva. Das Öl vermischte sich mit Susis eigener Feuchtigkeit und machte die Berührung beinahe schwerelos. Lea strich von unten nach oben zwischen den Schamlippen hindurch und berührte die Klitoris nur ganz kurz.
Susi zuckte.
„Nicht so schnell.“
„Ich mache gar nichts schnell.“
Genau das war das Problem. Lea wiederholte die Bewegung. Ein langer, langsamer Strich über die Vulva, ein kurzer Druck auf die Klitoris, dann wieder weg.
Susi hob das Becken leicht von der Matte.
„Lea ...“
„Dreh dich um.“
Susi rollte auf den Rücken. Lea nahm eine der Ölschalen und ließ einen dünnen warmen Strahl über Susis Brust laufen. Das Öl floss über ihre harten Brustwarzen, sammelte sich zwischen den Brüsten und zog eine glänzende Spur über ihren Bauch. Dann goss Lea etwas davon unmittelbar oberhalb von Susis Vulva aus. Die Wärme lief über den Schamhügel und zwischen die geöffneten Schamlippen. Susi sog scharf die Luft ein.
Lea setzte sich seitlich neben sie und begann das Öl mit zwei Fingern zu verteilen. Dieses Mal wich sie Susis Klitoris nicht aus. Sie glitt mit der Fingerkuppe darüber, langsam und kreisend, während die andere Hand Susis Brust massierte. Susi legte den Kopf zurück.
Der Unterschied zu den hektischeren Begegnungen der letzten Tage überraschte sie. Lea versuchte nicht, sie möglichst schnell zum Orgasmus zu bringen. Sie hielt die Lust auf einem hohen, beinahe quälenden Niveau. Immer wenn Susi begann, ihrem Höhepunkt näherzukommen, wurde Leas Bewegung langsamer.
„Du machst das absichtlich“, keuchte Susi.
„Natürlich.“
„Sadistin.“
„Nur ein bisschen.“
Lea küsste sie. Während des Kusses ließ sie einen Finger in Susis Vagina gleiten. Das Öl war dort kaum noch nötig. Susi war längst so feucht, dass Leas Finger mühelos tiefer glitt.
Ein zweiter folgte. Susi stöhnte in ihren Mund. Lea bewegte die beiden Finger langsam in ihr, nicht besonders tief und nicht besonders schnell. Der Reiz entstand aus dem Zusammenspiel: Finger in ihrer Vagina, Daumen an ihrer Klitoris, Leas Mund auf ihren Lippen, der eingeölte Oberschenkel dicht gegen Susis Bein gedrückt. Susi begann selbst den Rhythmus vorzugeben.
Sie hob das Becken, nahm Leas Finger tiefer auf und ließ sich wieder zurücksinken. Beim nächsten Mal stärker. Noch einmal.
Ihr Atem wurde schneller. Lea löste den Kuss und betrachtete sie.
„Genau. Nicht einfach warten, bis ich etwas mit dir mache.“
Diese Worte trafen Susi beinahe ebenso stark wie die Berührung.
Sie griff nach Lea und zog sie näher. Leas eingeölter Körper glitt über ihren. Eine Brust presste sich gegen Susis, ihr Oberschenkel schob sich zwischen Susis Beine. Als Lea die Finger aus ihrer Vagina zog, empfand Susi für einen Moment ein fast schmerzhaftes Gefühl von Leere.
Doch Lea ersetzte es sofort durch ihren Schenkel. Susi verstand.
Sie legte ein Bein um Leas Hüfte und rieb ihre Vulva gegen den eingeölten Oberschenkel. Der Druck traf genau dort, wo sie ihn brauchte. Ihre Klitoris glitt über die warme, glatte Haut.
Zuerst langsam. Dann kräftiger. Lea hielt sie nicht fest. Sie ließ Susi selbst bestimmen, wie viel Druck und Geschwindigkeit sie wollte. Das machte den Unterschied.
Susi bewegte ihr Becken jetzt offen gegen sie. Jeder Stoß ließ ihre Brüste gegeneinander gleiten, ließ Öl und Schweiß über ihre Haut wandern. Sie hörte ihr eigenes Stöhnen und machte keinen Versuch mehr, leiser zu sein. Der Orgasmus kündigte sich diesmal deutlich an.
Keine plötzliche Explosion. Ein wachsender Druck tief im Becken, ein Zittern in den Oberschenkeln, das immer schwerer zu kontrollieren wurde.
„Lea ... ich komme.“
„Dann komm.“
Susi presste sich ein letztes Mal kräftig gegen ihren Oberschenkel.
Ihr Körper spannte sich.
Der Orgasmus lief nicht nur durch ihren Unterleib. Ihre Vagina zog sich in schnellen Kontraktionen zusammen, ihre Klitoris pochte gegen Leas Haut, und gleichzeitig wurden ihre Beine für einige Sekunden völlig kraftlos.
Ein langes Stöhnen brach aus ihr heraus.
Lea legte beide Arme um sie und hielt sie dicht an ihrem Körper, während Susi weiter gegen ihren Schenkel zuckte. Die Nachbeben kamen in kleineren Wellen, jedes Mal begleitet von einem kurzen Zusammenziehen ihres Beckens.
Erst als sie von selbst ruhiger wurde, löste Lea den Druck.
Susi blieb auf dem Rücken liegen und atmete schwer.
Das Öl glänzte auf ihrem Bauch, ihren Brüsten und zwischen ihren Beinen. Ihr ganzer Körper war warm, weich und entspannt, doch in ihrem Kopf herrschte eine erstaunliche Klarheit.
Lea strich ihr über die Wange.
„Besser?“
Susi öffnete die Augen.
„Deutlich.“
„Bereit für die Lulus?“
Susi musste einen Moment darüber nachdenken. Die Nervosität war noch da. Aber sie fühlte sich nicht mehr wie etwas, das sie beherrschte.
Sie nickte.
„Ja. Jetzt bin ich bereit.“
Als Susi den Massageraum verließ, erwartete Mira sie bereits im sanft beleuchteten Flur. Das warme Öl schimmerte noch auf Susis Haut, und obwohl ihr Körper von Leas Berührungen angenehm entspannt war, kehrte mit jedem Schritt ein Teil ihrer Nervosität zurück. Gemeinsam gingen sie zu jenem abgeschiedenen Bereich des Hauses, in dem die Ältesten der Lulus auf sie warteten.
Susi strich sich eine feuchte Haarsträhne aus dem Gesicht und sah zu Mira. „Was für Fragen werden sie mir stellen? Ich weiß doch selbst kaum, was während der Schleife mit mir geschehen ist.“
Mira erklärte ihr ruhig, dass es weder um eine Prüfung noch um Antworten ging, die Susi noch gar nicht besitzen konnte. Die Lulus wollten verstehen, was sie in ihrer Nähe empfanden und weshalb Susis Lustschleifen etwas in ihnen berührten, das sie bisher nur aus alten Überlieferungen kannten. Als sie den Eingang des Versammlungsraumes erreichten, blieb Mira stehen und legte Susi beruhigend eine Hand auf den Arm.
„Dies ist nicht nur ein Treffen“, sagte sie mit sanfter, aber fester Stimme. „Es ist eine Einladung. Sie wollen dich kennenlernen und gemeinsam mit dir herausfinden, was sich zwischen euch verändert.“
Susi atmete noch einmal tief durch. Dann trat sie gemeinsam mit Mira ein.
Als sie den Raum betraten, war Susi von der Anzahl der anwesenden Lulus überwältigt. Der Raum war in warmes Licht getaucht, aus dem feiner Dampf aufstieg, der nach süßem Gras und feuchter Erde roch. Ein leises, schwebendes Summen vibrierte in der Luft – kaum hörbar, doch spürbar in der Brust. Von den Wänden lösten sich langsam tanzende Lichtreflexe, als würden unsichtbare Wasserflächen flirren. Die Lulus saßen in konzentrischen Kreisen, ihre großen, glänzenden Augen auf Susi gerichtet. Sie empfingen sie mit einer Mischung aus Bewunderung, ehrfürchtiger Neugier und fast kindlicher Aufregung. Es war, als betrete Susi einen Tempel – und sie war die Zeremonie.
„Wow, das sind ja viele“, flüsterte Susi nervös zu Mira.
„Ja“, erwiderte diese leise. „Sie alle wollen dich sehen. Du bedeutest ihnen mehr, als du ahnst.“
Ein Lulu trat vor, verbeugte sich tief und sprach mit ruhiger Stimme: „Willkommen, Susi. Wir danken dir für dein Kommen. Deine Anwesenheit bedeutet uns sehr viel.“
Susi senkte den Blick, sichtlich verlegen. „Danke… ich… ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“
„Sprich einfach aus dem Herzen“, sagte der Lulu freundlich.
Der Lulu betrachtete Susi einen Moment lang, als versuche er, etwas wahrzunehmen, das sich nicht in Worten ausdrücken ließ. Dann erklärte er, dass die Lulus bereits vor Beginn ihrer letzten Schleife eine Veränderung gespürt hätten. Ihre Lust sei wie eine Welle durch das Haus gedrungen und habe in ihren Körpern eine fremde Resonanz ausgelöst – nicht sexuell, aber tief genug, um selbst die Ältesten zu beunruhigen und zugleich neugierig zu machen.
„Du hast etwas in uns geweckt, das sehr lange geschlafen hat“, sagte er. „Wir wissen noch nicht, was es ist und weshalb es ausgerechnet auf dich reagiert. Aber wir möchten es gemeinsam mit dir erforschen, wenn du es zulässt.“
Susi spürte erneut jenes feine Vibrieren in ihrer Brust, das sie bereits nach der Schleife wahrgenommen hatte. Die Aufmerksamkeit der Lulus verunsicherte sie, doch in ihren Blicken lag weder Forderung noch Erwartungsdruck. Nach kurzem Zögern nickte sie. „Ich weiß selbst nicht, was mit mir geschieht. Aber wenn wir vorsichtig sind, möchte ich es ebenfalls verstehen.“
Während des Gesprächs näherten sich mehrere Lulus Susi. Ihre Berührungen waren weich, tastend und von einer Neugier getragen, die frei von jeder sexuellen Intention war. Sie berührten ihre Arme, ihre Schultern, sogar ihren Rücken – dabei wirkte jede Geste wie ein stilles Gebet. Susi erkannte, dass diese Begegnung eine andere Qualität hatte. Ihre Haut reagierte anders – nicht mit Erregung, sondern mit Offenheit. Es war, als würden die Lulus eine Seite in ihr ansprechen, die bisher geschlummert hatte.
„Deine Haut ist wie Licht unter den Fingern“, murmelte ein Lulu ehrfürchtig. Susi hielt unwillkürlich den Atem an. Für einen Moment wurde ihr warm ums Herz, und sie spürte ein kaum erklärbares Zittern entlang ihrer Wirbelsäule. Die Worte trafen sie wie ein zarter Stromstoß, der durch ihr Innerstes floss – nicht unangenehm, sondern tief berührend.
Susi lächelte verlegen, trank einen Schluck Wasser, das ihr gereicht wurde, und bemerkte dabei ihren wachsenden Durst.
„Mira, warum bin ich so durstig?“, fragte sie leise.
„Dein Körper bereitet sich vor“, antwortete Mira ruhig. „Die Lulus helfen dir dabei. Sie kennen deinen Rhythmus besser, als du denkst.“
Tatsächlich reichten die Lulus ihr immer wieder Wasser, mit leuchtenden Blütenblättern darin. Jedes Mal, wenn Susi trank, wurde ihr Körper durchlässiger, empfänglicher. Sie bemerkte kaum, wie ihre Gedanken sich verlangsamten, wie sie in einen Zustand ruhiger Erwartung glitt. Ihre Haut glühte, ihre Sinne weiteten sich.
Schließlich spürte Susi den Druck in ihrer Blase stärker werden. Es war kein Unwohlsein – vielmehr ein innerer Drang, der sich organisch anfühlte. In diesem Moment erhoben sich die Lulus wie auf ein unsichtbares Zeichen hin. Sie traten vor, jeder mit einem goldenen, fein verzierten Gefäß in den Händen. Die Muster darauf wirkten lebendig, als würden sie mit dem Raum atmen.
„Susi“, sagte der gleiche Lulu wie zuvor, „wir möchten dich um ein großes Geschenk bitten. Wenn du bereit bist.“
„Ein Geschenk?“, fragte Susi, obwohl sie es bereits ahnte.
„Dein Urin“, erklärte der Lulu sanft. „Für uns ist er von tiefer Bedeutung. Er ist das zweithöchste Geschenk, das du uns machen kannst – gleich nach den Pheromonen deiner Lust.“
Susi sah zu Mira, die nur nickte.
„Es ist in Ordnung“, sagte sie. „Vertrau deinem Gefühl.“
Susi zögerte nur kurz. Dann tat sie, worum man sie gebeten hatte. Sie fühlte keine Scham – nur eine eigentümliche, fast feierliche Stille. Als ihr Urin in die Schale floss, stieg ein sanfter Duft auf. Susi runzelte die Stirn.
„Riecht das... nach Vanille?“, fragte sie leise, mit einem Hauch von Erstaunen in der Stimme. Es war, als würde ein unerwarteter Gedanke in ihr anklingen – ein leiser Hinweis, dass ihr Körper mehr war als sie bisher angenommen hatte.
Sie schnupperte erneut, kostete neugierig einen Tropfen und bestätigte es für sich selbst. Der Geschmack war mild, süßlich, rein.
Die Lulus reagierten wie elektrisiert. Einige schlossen die Augen, als sie das Aroma wahrnahmen, andere hielten das Gefäß wie einen Schatz an ihre Brust. Es war, als hätten sie ein heiliges Artefakt empfangen.
„So etwas haben wir nie erlebt“, flüsterte ein Lulu.
„Vielen Dank, Susi“, sagte ein anderer voller Ehrfurcht. „Du hast uns etwas gegeben, das weit über unsere Erwartungen hinausgeht.“
Nachdem sich die Lulus langsam zurückgezogen hatten, blieb Susi mit Mira allein. Das Licht im Raum war weicher geworden, der Dampf hatte sich gelegt.
„Ich wusste nicht, dass das so... intensiv wird“, flüsterte Susi.
Mira legte einen Arm um sie. „Du bist einzigartig. Der Vanilleduft... das ist ein Zeichen. Dein Körper spricht eine eigene Sprache.“
Susi sah Mira nachdenklich an. „Und deiner? Hast du auch so etwas?“
Mira schüttelte leicht den Kopf. „Nein. Mein Körper ist… gewöhnlicher. Du aber bist besonders.“
Susi schwieg einen Moment, ihr Blick glitt über den flimmernden Raum, und ein unerklärliches Ziehen breitete sich in ihrer Brust aus – eine Mischung aus Staunen und einem kaum fassbaren Verlust. Etwas in ihr suchte nach Worten, nach Bedeutung, ohne genau zu wissen, wonach. Dann sagte sie leise: „Warum ich, Mira? Warum bin ich so anders?“
Mira sah sie liebevoll an. „Das finden wir gemeinsam heraus. Aber was sicher ist: Du bist ein Geschenk – für uns, für die Lulus und vielleicht für mehr.“
Susi nickte langsam. Und in diesem Moment spürte sie, dass es keine Rückkehr mehr gab. Sie war Teil von etwas Größerem. Und bereit, es zu umarmen.
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