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Lesungen: 182 | Bewertung: 8.00 | Kategorie: Teen | veröffentlicht: 26.08.2026

Jugendliebe - Teil 5

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Jugendliebe Teil 5 grenzt nahtlos an Teil 4 an. Gern dürfen die Leser in den Teilen davor schnökern, um den Anschluss zu behalten. Viel Spaß, Genuss und Lesevergnügen.

Rückblick

Die vergangene Woche war für Linda und David nicht einfach gewesen. Nach dem ereignisreichen Wochenende stand ihr Leben kopf – im positiven Sinne. Sie waren wieder ein Paar, doch die frische Verliebtheit stieß sofort auf die Realität der räumlichen Distanz. Da Linda unter der Woche an der 100 Kilometer entfernten Uni in Halle studierte, blieben ihnen nur die wenigen Momente am Telefon.

Linda hatte in den letzten Nächten kaum geschlafen, weil David ihr so sehr fehlte. Schon am Sonntag, als er sie nach dem Malheur mit dem Verschlafen zur Uni gebracht hatte, war ihr klar geworden: Sehnsucht und Herzschmerz gehörten nun zu ihrem Alltag. Doch sie wollten erwachsen sein und die Schwierigkeiten einer Fernbeziehung gemeinsam überwinden. Umso größer war die Nervosität, als der Freitag endlich vor der Tür stand. Das erste gemeinsame Wochenende als Paar stand bevor – auch wenn es mit einer ungeliebten Pflichtaufgabe begann: Davids offiziellem Antrittsbesuch bei Lindas Mutter Heidrun.

Das erste offizielle Wochenende – Freitag

Der Freitag bei Linda

Nach zu wenig erholsamem Schlaf riss der Wecker Linda am Freitagmorgen unsanft aus den Träumen. Sie murrte und öffnete schlaftrunken die Augen. Doch schon nach wenigen Sekunden stahl sich ein Lächeln auf ihr Gesicht. ‚Heute ist der Tag, an dem ich meinen Prinzen endlich wiedersehe‘, dachte sie. ‚Nur noch zwei Vorlesungen überstehen, packen und ab zum Bahnhof.‘

Der Gedanke an David jagte ihr eine wohlige Gänsehaut über den Rücken, die als heißes Prickeln tief in ihren Unterleib wanderte. Sofort meldete sich das Teufelchen auf ihrer linken Schulter und flüsterte ihr zu, die Hand unter die Decke gleiten zu lassen. ‚Noch nicht!‘, schalt augenblicklich das vernünftige Engelchen von der rechten Schulter. ‚Das gibt es später heute Abend. Jetzt beweg dich und geh kalt duschen!‘

Seufzend erhob sich Linda und trottete ins Bad. Doch unter dem warmen Wasser gewann das Teufelchen letztlich doch die Oberhand. Linda schloss die Augen, strich sich über den flachen Bauch und ließ ihre Hand weiter nach unten gleiten, dorthin, wo es bereits sehnsüchtig pochte. Das vernünftige Engelchen auf ihrer Schulter blendete sie einfach aus. Ihre eigenen Finger fühlten sich gut an, doch in Gedanken waren es Davids Hände, die sie berührten. Ein tiefer Seufzer entglitt ihren Lippen, als die Hitze in ihr stieg und sich schließlich in einer kurzen, zitternden Welle der Erlösung entlud. ‚Aus Vorfreude auf heute Abend‘, rechtfertigte sie sich insgeheim, während sie vor ihrem geistigen Auge den kopfschüttelnden Blick des Engelchens sah.

Die Quittung für die verlorene Zeit folgte prompt in der Mensa. Als Linda dort ankam, war es fast neun Uhr und das Buffet wie leergefegt. Sie konnte gerade noch eine Tasse Kaffee und ein trockenes Käsebrötchen ergattern.

‚Ich hab’s dir doch gesagt, geh kalt duschen‘, tadelte das Engelchen in ihrem Kopf. ‚Aber auf mich hört ja keiner.‘

‚Ach sei still‘, konterte Linda gedanklich. ‚Sehnsucht ist eben stärker als Vernunft.‘ Das brachte den inneren Kritiker schließlich zum Verstummen.

Nach dem kargen Frühstück packte sie in ihrem Zimmer schnell noch einen Apfel in die Tasche – das sollte hoffentlich bis zum Abendessen reichen. Ihre Mom erwartete schließlich zwei hungrige Twens. In den beiden Vorlesungen fiel es Linda überraschend leicht, dem Stoff zu folgen. Sie machte sich eifrig Notizen, um sich abzulenken. Kaum war die letzte Stunde vorbei, eilte sie mit Sarah schwatzend zurück ins Wohnheim.

Sarah war ihre Kommilitonin und Zimmergenossin. Den üblichen Smalltalk über die Uni mit ihr zu halten, war kein Problem. Private Dinge ließ Linda nach schlechten Erfahrungen jedoch lieber aus. Sarah wollte übers Wochenende im Wohnheim bleiben – angeblich um zu lernen. Die Woche über hatte sie bei Linda eine Veränderung bemerkt, aber bis jetzt nichts aus ihr herausbekommen. Sie platzte fast vor Neugier, also startete sie einen neuen Versuch.

„Was hast du denn am Wochenende zu Hause vor?“, fragte Sarah übertrieben freundlich.

Argwöhnisch blickte Linda sie aus dem Augenwinkel an. „Nun ja“, begann sie zögernd, „erst mal ausschlafen und dann für die Tests in der nächsten Woche lernen.“ Hoffend und bangend kreuzte sie hinter dem Rücken die Finger, dass Sarah sich damit zufriedengeben würde.

Diesen Gefallen tat sie ihr aber nicht. „Na, das kannst du doch auch hier machen“, reagierte sie leicht schnippisch. „Dann könnten wir doch morgen Abend mal wieder ins Kino gehen – oder mit den anderen Mädels in die Disco, ein paar Jungs aufreißen.“ Sie maulte, weil sie sich zurückgesetzt fühlte.

‚Ha! Erwischt! Du und lernen‘, dachte Linda amüsiert. Zu Sarah gewandt, entgegnete sie: „Tut mir leid, vielleicht ein anderes Mal. Jungs aufreißen war doch noch nie so mein Ding. Ich war doch immer nur eure Begleiterin.“

Genervt rollte Sarah mit den Augen: „Wenn du dir nicht bald einen Typen angelst, endest du noch als alte Jungfer – du bist sowas von verklemmt.“

Jetzt reichte es Linda. „Vergleich mich nicht mit dir! Du wirfst dich doch jedem billigen Typen an den Hals. Ich hingegen warte auf den Richtigen. Und nur damit du’s weißt: Seit dem Wochenende bin ich wieder mit jemandem zusammen! Der Sex mit ihm ist so heiß und wild, dass du blass werden würdest. Jetzt kannst du vor Neid platzen!“ Nun war es heraus. Wütend drehte sie sich um und stapfte zum Wohnheim.

Während Lindas Standpauke hatte Sarah sie mit offenem Mund perplex angesehen. Nun starrte sie ihrer Freundin völlig fassungslos hinterher. ‚Hab ich‘s doch geahnt, dass da was im Busch ist. Tut immer so prüde und in Wirklichkeit …‘, dachte sie den Satz nicht zu Ende. Aber recht hatte Linda – Sarah war jetzt verdammt neidisch. Ihre letzten Monate waren extrem rar an Intimität gewesen. Egal wie sie sich auch aufbrezelte: Ihre anstrengende Art verschreckte die Männer – selbst einen One-Night-Stand lehnten die meisten dankend ab. Und da sie immer in dieselben Clubs ging, war sie dort bereits bekannt. Nur war der Groschen diesbezüglich bei ihr noch nicht gefallen.

Sie seufzte und eilte mit schlechtem Gewissen hinter ihrer Kommilitonin her. Immerhin war Linda die Einzige, die überhaupt noch länger mit ihr sprach und ihre Launen ertrug. Eigentlich hatte sie gar nicht so ausfallend werden wollen; es tat ihr bereits leid.

Linda hatte es unterdessen eilig, zum Zug zu kommen. Dieses Rumgezicke der dummen Gans war nicht mit eingeplant gewesen. ‚Mann‘, dachte sie immer noch aufgebracht, ‚manchmal könnt ich der echt den Hals umdrehen.‘ Im nächsten Moment bereute sie den Gedanken bereits wieder.

Die Zimmertür ging auf und Sarah kam leise herein. Linda registrierte es, ignorierte sie aber und packte weiter. Den Großteil ihrer Sachen hatte sie zum Glück bereits am Vorabend zusammengesucht.

„Du, Linda“, kam zaghaft von der Tür. „Tut mir leid. Es ist mir einfach rausgerutscht. Das wollte ich nicht.“

Verächtlich schnaubte Linda: „Pff!“ Dann drehte sie sich um. Sarah stand wie ein Häufchen Elend da. Eigentlich hatte Linda ihrem Ärger noch Luft machen wollen, doch als sie ihre Mitbewohnerin so sah, verrauchte der Zorn. Sie wusste, dass Sarah hier kaum Fans hatte und sich deshalb mit ihrer Tratscherei in den Mittelpunkt drängeln wollte. Richtige Freunde gewann sie so natürlich keine, nur merkte sie das selbst nicht.

„Du bringst einen aber auch zur Weißglut. Mann, Mädel!“, schimpfte sie nur noch matt, seufzte dann aber nachgiebig. „Hör zu: Vergeben und vergessen. Ich kenn ja deine Art. Denk am Wochenende einfach mal darüber nach. Ich muss jetzt wirklich zum Zug.“

„Danke, Linda“, schniefte Sarah, kam herangeschlurft und drückte sie fest. „Es tut mir leid, ehrlich.“

Linda nahm sie kurz in den Arm. „Wir reden nächste Woche noch mal darüber, hmm?“ Sie sah Sarah an und die nickte stumm.

Für die Fahrt warf sich Linda schnell in eine frische Jeans, ein olivgrünes Top und ihre bauchfreie Jeansjacke. Ein kurzer Griff zu Make-up und Haarbürste, dann war sie fertig.

„Bis Sonntag, Sarah. Halt dich von Ärger fern, okay?“

„Mach ich, versprochen. Hab dich lieb.“

Die Straßenbahn brachte Linda pünktlich zum Bahnhof. Da ihr Magen doch schon wieder knurrte, holte sie sich schnell einen Cappuccino und ein belegtes Vollkornbrötchen, bevor sie in den Zug stieg. Während die Landschaft an ihr vorbeizog, verblassten die Gedanken an den Streit.

Der Umstieg in Magdeburg verlief überraschend problemlos. Mit jedem Kilometer, den der Zug sich der Heimat näherte, stieg das Kribbeln in Lindas Bauch. David würde am Bahnsteig auf sie warten. Bei dem Gedanken an seinen Blick und das bevorstehende Wiedersehen breitete sich ein warmes, unaufhaltsames Lächeln auf ihrem Gesicht aus. Ihr Prinz war ganz nah.

Der Freitag bei David

David war heilfroh, dass freitags mittags schon Feierabend war. Da er am Donnerstagabend für Linda die Zeichnung mit dem Jaguar fertiggestellt hatte, war es weit nach elf Uhr geworden, bevor er ins Bett kam. Die Nacht war dementsprechend kurz gewesen.

Momentan war er mit seinem Kollegen Thomas allein auf einer Baustelle, um ein Altersheim zu renovieren. Thomas hatte er gleich am Montag von Linda erzählt, denn es war unübersehbar gewesen, dass David ein besonderes Wochenende hinter sich hatte. Entgegen männlicher Gepflogenheiten prahlte er jedoch nicht mit intimen Details. Er war glücklich vergeben, und das reichte. Auf Thomas‘ Verschwiegenheit konnte er sich blind verlassen, weshalb die Arbeitsbeziehung wunderbar funktionierte. Als Azubi lernte David eine Menge von ihm und war dankbar für das Vertrauen, das Thomas ihm entgegenbrachte.

Noch vor ein Uhr mittags erreichten sie das Firmengelände. David nahm seinen Rucksack aus dem Auto und verabschiedete sich: „Ich wünsch dir ein schönes Wochenende. Bis Montag, Thomas.“

Thomas blickte von seinem Taschenkalender auf: „Danke, David. Das wünsch ich dir auch. Und übertreib es nicht!“, lachte er kurz.

Gekünstelt rollte David mit den Augen. „Ich genieße einfach die Zeit. Dagegen ist nichts einzuwenden.“ Er gab Thomas einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter, den dieser mit einem Grinsen quittierte.

Auf dem Heimweg hielt David kurz beim Bäcker, um Hörnchen sowie Vollkorn- und Rosinenbrötchen für den Samstagmorgen zu bestellen. Für Sonntag plante er ohnehin eine Überraschung mit Pancakes. Aufstrich und Käse würden bei Linda sicher im Kühlschrank stehen; Heidrun kaufte nach seiner Erinnerung immer reichlich ein.

Zu Hause angekommen, sprang er zuerst unter die Dusche, um den Baustellenstaub abzuwaschen. Nach der Rasur und der Körperpflege tappte er erfrischt in sein Zimmer und schaltete die Stereoanlage an. Ein Album der Scorpions lag im CD-Fach – perfekt. Da seine Eltern noch nicht da waren, drehte er die Lautstärke ein wenig auf.

Das Packen der Reisetasche war schnell erledigt. Er warf Wechselsachen für alle Eventualitäten hinein, bestückte seine Kulturtasche und stellte ein zweites Paar Schuhe bereit. Auch an zwei Bücher und eine Motorsportzeitschrift dachte er. ‚Nur für den Fall, dass Linda ein paar Stunden lernen muss‘, überlegte er grinsend. Beim Gedanken an den Sonntagvormittag flitzte er noch mal in die Küche, um das Pancake-Rezept abzuschreiben und den Ahornsirup einzupacken.

Mit den Händen in den Hüften begutachtete er sein Werk. ‚Das wär’s eigentlich.‘ Sein Blick wanderte zu seiner Musiksammlung. Er zog ein paar CDs mit sanfteren Klängen zum Kuscheln heraus. ‚Und jetzt das Wichtigste für meine Wildkatze.‘ Allein bei dem Gedanken an ihre Reaktion musste er unwillkürlich lächeln.

Vorsichtig nahm er die Bücher herunter, die er zum Beschweren auf das Bild gelegt hatte. Die Zeichnung war sauber auf den Karton geklebt. Sorgfältig schnitt er den überschüssigen Rand ab. Als seine Finger sanft über das Fell des gemalten Jaguars und den kunstvollen „Linda“ – Schriftzug glitten, jagte ihm die Erinnerung an ihr letztes Treffen ein heißes Kribbeln über den Rücken. Es war mit Abstand seine beste Arbeit. Behutsam verstaute er das Kunstwerk in einer schützenden Mappe.

Nun blieben ihm noch gut eineinhalb Stunden, bis Lindas Zug einrollen würde. Er ging in die Küche, um den Kaffee aufzusetzen. Seine Eltern mussten auch jeden Moment zu Hause eintreffen. Während die Maschine gluckerte, suchte er nach einem passenden Outfit für den Abend. Es durfte nicht zu formell, aber auch nicht zu leger wirken. Nach einigem Hin und Her entschied er sich für eine dunkelgraue Jeans, ein weißes Shirt und ein weinrotes Hemd.

„Schaut schmuck aus“, ertönte plötzlich eine Stimme hinter ihm.

Erschrocken fuhr David herum und blickte in das amüsierte Gesicht seine Mutter Brigitte. „Meine Güte! Erschreck mich doch nicht so!“, beschwerte er sich. Da sie vielsagend auf die Musikanlage deutete, drehte er den Ton leiser und atmete tief durch.

„Wenn du das ganze Haus beschallst, kannst du mich ja auch nicht hören. Ich wollte dich jedenfalls nicht erschrecken.“ Sie trat näher. „Hallo, Großer“, sagte sie und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

„Hallo, Ex-Erziehungsberechtigte“, frotzelte David grinsend als kleine Revanche. Brigitte rollte kurz mit den Augen, überging den Spruch jedoch.

„Meinst du, das kann ich heute Abend so anziehen?“, fragte er und wies auf die Kleidung auf dem Bett.

Seine Mutter begutachtete die Auswahl. „Sicher. Das passt gut zusammen. Nicht zu aufdringlich, aber gediegen.“

David nickte zufrieden. „Fein, dann ist mein Geschmack ja in Ordnung. Übrigens …“, er deutete in Richtung Küche, „der Kaffee ist schon fertig.“

„Danke, Großer. Den habe ich schon gerochen. Papa müsste ja auch jeden Moment eintreffen. Deckst du bitte schon mal den Tisch im Wohnzimmer? Auf der Anrichte steht noch Kuchen.“

„Mach ich. Kein Problem.“

Während seine Mutter im Schlafzimmer verschwand, um sich umzuziehen, warf David einen letzten Blick durch sein Zimmer. Er hatte alles beisammen. Und selbst wenn – Linda wohnte schließlich nur die Straße runter. Er ging er in die Küche, stellte Kaffeegeschirr und ein paar Stücke von Mamas Gugelhupf auf ein Tablett und deckte fix den Tisch im Wohnzimmer. Gerade als er fertig war, kam Brigitte mit der Kaffeekanne herein.

„Bist du schon aufgeregt wegen heut Abend?“, fragte sie ihn.

Er schüttelte den Kopf. „Eigentlich nicht. Ich kenne Heidrun ja schon länger. Schließlich waren Linda und ich nur zwei Jahre getrennt. Und außerdem wird sich in der Zeit nicht so viel geändert haben.“

„Du hast dich seit dem Schulabschluss aber verändert. Lass dir das von einer Mutter gesagt sein – wir merken so was.“ Sie spielte damit indirekt auf den schleichenden Prozess des Abnabelns an.


David war letzten Monat zwanzig geworden und traf seine eigenen Entscheidungen, was Brigitte jedoch nicht wahrhaben wollte – jedenfalls im Moment.

Gespielt genervt rollte er die Augen. „Mama. Ich funktioniere schnurlos – schon eine ganze Weile.“

Nun war es an Brigitte, seufzend den Kopf zu schütteln.

„Schau, Mama“, fuhr David sanfter fort, „ich weiß, dass wir ein gutes Verhältnis haben, und dafür bin ich auch dankbar. Aber so langsam darfst du anfangen loszulassen. Bis zum Ende der Ausbildung bleibe ich dir ja noch erhalten. Aber irgendwann muss ich das Nest verlassen.“ Er trat an sie heran und nahm sie fest in die Arme.

„Das weiß ich doch“, erwiderte sie leise und drückte ihn an sich. „Du bist und bleibst eben mein kleiner Großer. Ich hab dich lieb.“

„Und du wirst immer meine Mama bleiben. Ich hab dich auch lieb.“

Sie setzten sich, und David goss den Kaffee ein. Brigitte sah ihn verwundert an, da er sich bereits bediente. „Ich weiß, eigentlich warten wir auf Papa“, erklärte er grinsend. „Aber ich habe Linda versprochen, sie pünktlich vom Zug abzuholen.“

„Sag mal“, begann Brigitte, „was hast du denn da gezeichnet? Ich war heute früh in deinem Zimmer, um das Bett zu machen, und habe den Bücherstapel auf deinem Schreibtisch bemerkt. Darf ich mal sehen?“ Als sie jünger war, hatte sie selbst gern gezeichnet und war ein bisschen stolz, dass das Talent auf ihren Sohn abgefärbt hatte.

David trank einen Schluck Kaffee, um den Kuchen hinunterzuspülen. „Schau mal, Mama. Auf dem Bett neben der Reisetasche liegt eine Mappe. Da ist die Zeichnung drin.“

Neugierig stand Brigitte auf und holte die Mappe aus seinem Zimmer. „David“, entfuhr es ihr leise, als sie mit der offenen Mappe ins Wohnzimmer zurückkehrte. „Das ist … das ist wunderschön. Die Stimmung ist ja fast greifbar.“ Sie ging zu ihm und küsste ihn auf die Wange. „Aber warum hast du einen Leoparden mit ins Bild genommen?“, fragte sie leicht verwirrt.

Davids Wangen färbten sich leicht rot. „Mama, ich …“, begann er zögernd. Doch als er den liebevoll fragenden Blick seiner Mutter sah, seufzte er schmunzelnd. „Also erstens ist es ein Jaguar und kein Leopard und zweitens … nenne ich Linda meine ‚Wildkatze‘. Als Kosename. Der Jaguar passt perfekt, weil das Fell fast den gleichen Farbton hat wie Lindas Haare.“

„Linda? Eine Wildkatze? Sie ist doch sonst so ruhig.“ Brigitte sah das Leuchten in Davids Augen und seine erröteten Wangen. Da dämmerte ihr, in welchen Momenten Linda wohl zur Wildkatze wurde. Mit einem wissenden, augenzwinkernden Lächeln fuhr sie fort: „Da wird sie sich aber freuen. Du glaubst gar nicht, wie glücklich es mich macht, dass du mit dem Zeichnen angefangen hast. Wenigstens das hast du von mir geerbt.“

„Vergiss nicht das Kochen und Backen“, erwiderte David sichtlich gerührt. „Papa ist für so was ja nicht zu haben.“

Seine Mutter blickte auf und nickte seufzend. „Leider. Abgesehen von seinen Rätseln und Romanen hat er keine Hobbys.“

„Ach komm“, wiegelte David ab. „Ihr passt super zusammen. Sonst wärt ihr nicht schon so lange verheiratet. Den Urlaub genießt ihr zusammen, und die Gartenarbeit teilt ihr euch auch auf. Ihr streitet euch so gut wie nie – die Chemie stimmt einfach.“


Er sah seine Mutter fest an. „Warum hast du eigentlich mit dem Zeichnen aufgehört? Deine Werke sind doch wunderschön und sehr stilvoll. Versuche es ruhig noch mal. Auf meinem Schreibtisch liegt alles bereit.“

Brigitte sah ihn mit verträumten Augen an. „Das Leben kam einfach dazwischen – Ausbildung, Hochzeit, Familie. Da blieb das auf der Strecke.“ Ihr Blick glitt wieder zu dem Jaguar. „Meinst du, ich kann das noch?“

David zuckte mit den Schultern. „Warum denn nicht? Du bist vielleicht aus der Übung, aber dein Talent ist noch da. Schieb deine Zweifel beiseite und probier es aus. Ich bin erst Sonntagabend zurück. Setz dich einfach mal hin.“

„Vielleicht hast du recht“, nickte Brigitte zustimmend.

David trank den letzten Schluck Kaffee und erhob sich. Er ging ins Bad, um sich für einen frischen Atem die Zähne zu putzen, legte ein wenig Parfüm auf und legte die Zahnbürste in die Waschtasche. Gerade als er fertig war, brachte seine Mom ihm die Mappe.


„Warte mal, Mama“, hielt er sie zurück. Er fischte drei CDs aus seiner Sammlung. „Die lasse ich immer leise im Hintergrund laufen, wenn ich zeichne. Das beruhigt ungemein.“

Brigittes Blick fiel auf die Hüllen mit den Aufschriften ‚Tropische Strände‘, ‚Chinesische Gärten‘ und ‚Meeresrauschen‘. „Seit wann machst du denn Yoga?“ fragte sie entgeistert.

„Ich mache kein Yoga. Aber das ‚bewusste Atmen‘ hilft mir, mich zu konzentrieren und den Stift ruhiger zu halten. Das passende Buch liegt hier im Regal, ich lege es dir auf den Schreibtisch. Kannst ja mal reinschauen, weniger Stress täte dir auch gut“, fügte er verschmitzt hinzu. „So, nun muss ich aber los. Bis Sonntag, Mama!“ Er gab ihr einen Abschiedskuss, schnappte sich seine Tasche und die Mappe und zog sich im Flur die Jacke an.

David wollte gerade die Haustür öffnen, als sein Vater Hartmut von der Arbeit heimkam. Erstaunt blickte er seinen Sohn an. „Hallo, mein Junge. Willst du schon wieder weg?“

„Hallo, Papa“, antwortete David. „Ich will Linda vom Zug abholen und dann direkt zu ihr. Heute steht doch der Antrittsbesuch bei ihrer Mutter an. Am Sonntag zum Abendessen bin ich wieder da.“

„Na dann“, Hartmut hielt ihm die Tür auf, „viel Spaß und bis Sonntag.“

„Danke! Mama wartet drinnen mit frischem Kaffee auf dich. Tschüss!“

Brigitte stand noch einen Moment in Davids Zimmer und griff zögernd nach dem Yogabuch. ‚Na so was‘, dachte sie schmunzelnd. ‚So langsam wird er wirklich erwachsen.‘ Sie nahm das Buch mit ins Wohnzimmer und wartete auf ihren Gatten.

Freitagnachmittag

David verstaute seine Sachen im Auto und stieg ein. Er war dankbar, dass sein Vater so unkompliziert war und ihn quasi schulterzuckend ins Wochenende entlassen hatte. Um seine Aufregung vor dem Treffen mit Linda zu unterdrücken, atmete er tief durch. Es gelang ihm nur mäßig, seinen Puls zu beruhigen. ‚Vielleicht sollte ich doch mit Yoga anfangen?‘, ging es ihm durch den Kopf.

Die Uhr zeigte zehn nach drei, bis zum Bahnhof waren es lediglich fünf Minuten Fahrt. Dort angekommen, parkte er den Wagen im Schatten der Bäume. Aus dem Handschuhfach kramte er ein selbst aufgenommenes Mixtape der Scorpions. Sorgsam straffte er das Band, bevor er die Kassette ins Autoradio schob. Augenblicklich erklang die vertraute, raue Stimme von Klaus Meine.

Der Song war gerade zu Ende, als sich mit einem Läuten die Bahnschranken schlossen – der Zug war pünktlich. David schaltete das Radio aus und kurbelte die Fenster einen Spalt herunter. Da der Parkplatz nur ein paar Schritte vom Bahnsteig entfernt lag, konnte er das dumpfe Grollen der Lok bereits hören. Er griff nach der Mappe mit der Zeichnung, fuhr sich nervös durch die Haare und bemerkte überrascht, dass seine Hände feucht waren. Er wischte sie flüchtig ab, stieg aus und ging hinüber auf den Bahnsteig.

Augenblicke später fuhr der Zug ein und kam mit quietschenden Bremsen zum Stehen. David stellte sich erwartungsvoll an den Zaun, direkt neben das kleine Tor, das den einzigen Zugang bildete. Als sich die Türen der Waggons öffneten, stiegen etwa zwanzig Fahrgäste aus – eine überschaubare Menge, typisch für eine Kleinstadt. Die Leute verteilten sich schnell auf dem Bahnsteig. Und dann sah er sie. Linda. Sie stand in der Tür des Waggons und sah einfach umwerfend aus. In seiner Brust setzte ein heftiges Hämmern ein und er vergaß für einen kurzen Moment das Atmen.

Linda stieg aus, warf ihre Tasche über die Schulter und kam freudig lächelnd auf David zu – sie hatte ihn sofort entdeckt. Der Wind spielte mit ihrer langen Mähne, die wogend hinter ihr herwehte. Da die Nachmittagssonne auf sie schien, erstrahlten die Spitzen in verschiedenen rötlich-gelben Farbtönen – genau so, wie David es sich vorgestellt hatte. Er schnappte nach Luft. Vor seinem geistigen Auge sah er den Jaguar aus seiner Zeichnung stolz neben ihr hergehen. Die Farbe des Fells passte perfekt und schien ohne Übergang in Lindas wallendes Haar überzugehen. Er spürte einen Kloß im Hals und hielt unwillkürlich den Atem an.

Wie in Zeitlupe kam Linda auf ihn zu. Völlig gebannt und verzaubert sah David seine Wildkatze an. Ihre fließenden Bewegungen und diese unbeschreibliche, weibliche Ausstrahlung raubten ihm den Verstand. Herzklopfend dachte er: ‚Es ist so schön, wieder frisch verliebt zu sein. Und dann noch in diese Traumfrau.‘

Linda erreichte ihren Prinzen, ließ die Tasche einfach auf den Boden plumpsen und warf sich ihm erleichtert um den Hals. Es folgte ein langer, inniger Kuss voller Sehnsucht und Verlangen nach mehr. Die beiden registrierten überhaupt nicht, dass einige der Pendler um sie herum stehen blieben und sie amüsiert und ein wenig verdutzt anstarrten. Sie waren völlig in ihrer eigenen Welt versunken.

Als sich ihre Lippen endlich voneinander lösten, sahen sie sich tief in die Augen. „Hallo, mein Prinz“, flüsterte Linda mit einem weichen, verschmitzten Lächeln. „Hast du mich vermisst?“

„Hallo, mein Engel“, gab David zurück. „Und ob ich dich vermisst habe.“ Er zog sie noch ein Stück enger an sich. „Jeden einzelnen Tag mehr.“ Sie hielten sich fest umschlungen, stupsten zärtlich die Nasen aneinander und versprachen sich mit ihren Blicken bereits das ganze Wochenende. Nach zwei weiteren kurzen Küssen ließen sie schließlich schweren Herzens voneinander ab – fürs Erste.

Linda blickte auf Davids Hand. „Was ist denn das?“, fragte sie neugierig. „Hast du ein Schild für mich gemalt, mein Chauffeur?“ Sie strahlte und piekste ihn provozierend in die Rippen.

„Natürlich, meine Wildkatze“, antwortete David ihr mit sanfter Stimme. „Nur für dich.“ Er reichte ihr die Mappe. „Das kannst du in deinem Zimmer aufhängen. Oder bei dir im Wohnheim. Ich habe …“

Linda legte ihm einen Finger auf die Lippen, um seinen nervösen Redefluss zu unterbinden. Sie schlug die Mappe auf, betrachtete das Bild und stand plötzlich wie vom Donner gerührt da. „Schatz! Das … ist …“, ihre Stimme zitterte. „Das ist einfach atemberaubend. Unglaublich.“

In diesem Moment setzte sich der Zug in Bewegung. Der Fahrtwind der ausfahrenden Waggons ließ Lindas Haare aufwallen und wehte einige Strähnen nach vorn, direkt auf die Zeichnung. Sie legten sich sanft über den gemalten Körper des Jaguars. Ein Strahl der Nachmittagssonne brach durch die Wolken und ließ sie und die Zeichnung in einem identischen, warmen Glanz erstrahlen. Die Grenze zwischen Papier und Wirklichkeit schien völlig zu verschwimmen.

Linda sog scharf die Luft ein. Zaghaft ergriff sie die eigenen Strähnen und strich sie bewusst über das Papier. Es gab keinen Zweifel: Ihre Haare und das gezeichnete Fell waren eins. Es war exakt derselbe wilde Farbton. Zitternd ließ sie die Mappe sinken und sah David an. Ihre Augen schimmerten voller Tränen.

„Ich liebe dich“, flüsterte sie. „Noch nie hat mir jemand etwas so Schönes geschenkt. Halt mich fest.“ Sie lehnte sich eng an ihn und ließ sich einfach fallen.

Auch David kämpfte mit den Tränen. Er hatte sich zwar unheimliche Mühe gegeben, den Farbton des Fells an ihre Mähne anzupassen, aber mit solch einem magischen Moment hätte er nie im Leben gerechnet – das war absolut filmreif.

„Ich liebe dich auch, meine Wildkatze“, erwiderte er und musste unwillkürlich lächeln.

Linda war immer noch völlig überwältigt. „Du Verrückter“, kicherte sie, während sie ihr Gesicht an seine Brust drückte. „Mich emotional einfach so fertigzumachen.“

Wenige Minuten später hatten sich beide wieder halbwegs im Griff. Sie atmeten tief durch und wischten sich lachend die letzten Tränen aus den Augen. Linda gab David einen spielerischen Klaps auf den Hintern, worauf er sich ihre Reisetasche schnappte. Hand in Hand gingen sie zu seinem Auto. Wie schon am Sonntag öffnete David ihr galant die Tür, hielt ihre Hand beim Einsteigen und hauchte ihr einen leichten Kuss auf den Handrücken. Linda kicherte glücklich. Er verstaute das Gepäck im Kofferraum und setzte sich neben sie auf den Fahrersitz. Linda hatte die Mappe bereits wieder aufgeschlagen und strich behutsam über den gezeichneten Namenszug, der aus dem Schweif der Wildkatze entsprang.

„Sag nicht, dass du dir dafür die Nächte um die Ohren geschlagen hast.“ Sie schüttelte bewundernd den Kopf. „Dieses Talent kenne ich gar nicht von dir. Es ist einfach wundervoll.“

„Das hab ich von meiner Mom geerbt. Früher hat sie selbst viel gezeichnet“, antwortete er ihr lächelnd. „Während der Schulzeit hatte ich nie großes Interesse daran. Aber seit der Lehre habe ich ab und an was versucht und bin wohl besser geworden. Mein Zimmer hängt voll mit Skizzen – vor allem Landschaften.“ Nach einer Pause ergänzte er: „Es beruhigt mich ungemein. Gerade nach stressigen Arbeitstagen ist das der perfekte Ausgleich.“ Das mit den Atemübungen und dem Yoga verschwieg er ihr erst mal. Sie würde die Bücher bei ihm noch früh genug entdecken.

David drehte den Zündschlüssel und das Radio erwachte zum Leben. Schon nach den ersten sanften Gitarrenklängen erkannten beide den Song: ‚Born to touch your feelings‘ von den Scorpions. In diesem Moment hätte die Stimmung im Auto nicht perfekter sein können. Klaus Meine traf mit seiner unverkennbaren Stimme genau den richtigen Nerv.

Linda hielt den Atem an, während sie den wehmütigen Klängen lauschte. Der Song handelte davon, Gefühle tief im Herzen zu berühren und zu verstehen – und genau das passierte gerade zwischen ihnen. Die Linien des Jaguars auf dem Papier und die Musik im Raum verschmolzen zu einer Einheit. David summte die Melodie leise mit. Als Linda ihn von der Seite ansah und begriff, dass diese Ballade exakt das ausdrückte, was er beim Zeichnen für sie gefühlt haben musste, traten ihr erneut Tränen der Rührung in die Augen.

Schon nach der ersten Strophe konnten beide nicht mehr an sich halten. Sie nahmen sich sanft in die Arme und küssten sich – zaghaft und zärtlich. Als im Lied nach etwa zweieinhalb Minuten die Drums mit einem lauten, kraftvollen Schlag einsetzten, zuckten sie gleichzeitig zusammen. Ein heftiges, eiskaltes Kribbeln jagte beiden über den Rücken und ihre Küsse wurden augenblicklich leidenschaftlicher, wilder und hungriger.

Nach über sieben Minuten endete der Song schließlich in einem leisen Ausklang. Atemlos sahen sie sich an. „Ich glaube“, David holte noch einmal tief Luft, „ich glaube, wir haben eben unser Lied gefunden.“ Sachte strich er seiner Wildkatze über die Wange und wischte die verbliebenen Tränenspuren weg.

Linda schniefte leise, woraufhin David ihr eine Packung mit Taschentüchern reichte. Sie tupfte sich die Augen ab und versuchte, ihren aufgewühlten Puls zu beruhigen. „Bitte versprich mir eines“, sie sah ihn an und lächelte matt, „nicht jedes Wiedersehen muss so theatralisch ablaufen. Sonst brauche ich bald ein Mittel gegen zu hohen Blutdruck.“ Sie lachte leise auf und David stimmte erleichtert mit ein.

Als sie sich wieder gefangen hatten, blickte er einen Moment nachdenklich nach vorn durch die Windschutzscheibe. Dann drehte er den Kopf zu ihr. „Das eben … die letzten zwanzig Minuten … das war magisch. Unglaublich. Unser ganz persönlicher Moment.“ Linda nickte stumm, noch immer völlig von ihren Gefühlen überwältigt.

David startete den Wagen, hielt jedoch noch einmal kurz inne. „Weißt du was? Scheiß auf Hollywood und die großen Blockbuster. Wir …“, er deutete erst auf sie und dann auf sich, „wir machen unser eigenes, großes Kino. Das reale Leben.“ Er beugte sich zu ihr, drückte ihr einen festen Kuss auf den Mund und zwinkerte ihr zu, bevor er endlich losfuhr. Linda legte lächelnd ihre Hand auf sein Bein und blickte glücklich und verträumt aus dem Fenster.

Nach kurzer Fahrt bog David in die heimatliche Straße ein. „Ach, verflixt“, fluchte er plötzlich und steuerte die erstbeste Parklücke an, wendete elegant und fuhr zurück in Richtung Innenstadt.

„Was ist denn?“, erkundigte sich Linda überrascht.

„Hab was vergessen. Ich wollte doch noch was für deine Mom kaufen, so zum Einstand.“ Ein Stück weiter die Straße hinunter bog er auf ein Grundstück ein, auf dem sich verschiedene kleine Geschäfte und ein Supermarkt befanden. Er hielt in einer schattigen Parkbucht. „Bin gleich wieder da“, sagte er zu Linda. Gerade als er aussteigen wollte, gurtete sie sich ebenfalls ab.

„Dann lass mich noch schnell in den Supermarkt huschen. Dauert auch nicht lange, ich brauch nur mein Portemonnaie. David öffnete ihr den Kofferraum und sie kramte kurz in ihrer Tasche. „Bis gleich“, flötete sie. Beim Gehen wandte sie sich noch mal kurz um und warf ihm einen Handkuss zu.

David sah ihr kopfschüttelnd nach. ‚Das ist immer noch alles wie in einem Traum‘, dachte er bei sich. ‚Eigentlich möchte ich niemals aufwachen.‘ Nur mühsam riss er seinen Blick von Lindas Hintern los, drehte sich um und ging in den Blumenladen gegenüber.

In den Vasen standen bereits einige fertig gebundene Sträuße zur Auswahl. Als er an der Reihe war, bestellte er drei rote Rosen mit ein wenig Grünzeug drumherum für Linda. Während die Verkäuferin – eine blonde Mitdreißigerin mit sportlicher Figur – das Gebinde komplettierte, suchte er ein schönes, mittelgroßes Bukett heraus und brachte es nach vorn. Die Floristin blickte ihn fragend an. Er lächelte und deutete auf die Rosen: „Die sind für meine Freundin. Und der Strauß ist für ihre Mutter, wir sind dort gleich zum Essen eingeladen.“

Die Floristin grinste wissend. „Ui. Der erste Besuch bei der Schwiegermutter? Hmm – ich würde Ihnen aber eher den empfehlen.“ Sie zeigte zum Fenster. „Diesen dort – mit den Callas.“

David, der bereits auf dem Weg zum Fenster war, drehte sich um. In seinen Augen standen große Fragezeichen, als er gestand: „Also, ich kann Tulpen von Rosen unterscheiden, aber für viel mehr reicht es leider nicht.“ Hilflos zuckte er mit den Schultern.

Zur Antwort bekam er ein herzliches Lachen. „Die dritte Vase von rechts, die gelben, trichterförmigen Blumen – das sind Callas.“

„Ah, verstehe“, erwiderte David, nahm das Gebinde und brachte es zum Tresen zurück. „Dann folge ich lieber ihrer Empfehlung. Die stelle ich wieder zurück.“

„Danke, sehr aufmerksam“, nickte die Verkäuferin. Sie wickelte beide Sträuße in Papier und tippte die Preise ein. „Das wären dann sechsundzwanzig Mark, bitte.“

David reichte ihr lächelnd dreißig Mark. „Stimmt so. Danke für die nette Beratung.“

„Vielen Dank, junger Mann. Und beehren Sie uns bald wieder.“ Beide verabschiedeten sich freundlich.

Bisher war er an diesem Laden immer nur vorbeigelaufen, wenn er auf dem Weg zum Bäcker war. Für die Geburtstagsblumen seiner Mutter bevorzugte er eigentlich eine alteingesessene Gärtnerei. Doch dieses relativ neue Geschäft hatte soeben einen Stammkunden dazugewonnen. Er legte die Blumen vorsichtig auf die Rücksitzbank und wartete im Wagen, da Linda noch im Supermarkt war.

Wenig später kam sie heraus. David sah sie mit diversem Kleinkram und einer Flasche Sekt in den Armen auf das Auto zukommen. Er stieg aus, holte einen Stoffbeutel aus dem Kofferraum und nahm ihr einen Teil der Einkäufe ab. Gemeinsam verstauten sie alles.

Dann nahm David seine Linda in die Arme. „Bereit für das Wochenende mit mir? Noch kannst du es dir überlegen.“ Frech grinste er sie an.

Linda piekste ihn in die Rippen. „Depp! Wage dich nicht, jetzt zu kneifen!“ Der gespielte Ernst währte jedoch nur kurz, schon schenkte sie ihm wieder ein gewinnendes Lächeln. „Du weißt, dass ich dich liebe. Also küss mich, du Schlingel.“

Sie reckte sich ein wenig und David küsste sie zärtlich. Geziert winkelte Linda ein Bein an und ließ sich von ihrem Prinzen halten.

Als sie eine Weile später wieder im Wagen saßen, schaute David zu ihr hinüber. „Hast du den Sekt für heute Abend gekauft?“

Linda schüttelte den Kopf: „Nein, der ist für uns, für morgen. Heute Abend will Mom die zweite Flasche von deinem Wein aufmachen. Ich hab zwar versucht, es ihr auszureden, aber vergebens. Tut mir leid.“ Schuldbewusst sah sie David an.

„Da muss dir doch nichts leidtun.“ Er zuckte entspannt mit den Schultern. „Wir haben ihn letztes Wochenende einfach im Kühlschrank vergessen. Außerdem ist Wein zum Trinken da. Schon okay. Wenigstens …“, er prustete laut los, „wenigstens hat sie uns eine Flasche übrig gelassen.“

Linda klatschte ihm spielerisch eine Hand auf den Schenkel. „Hey! Meine Mom ist doch keine Schnapsdrossel.“

„Hat ja auch keiner behauptet. Aber hast du mir nicht am Telefon erzählt, dass sie sich die Flasche am Sonntag aufgemacht und der Wein ihr total geschmeckt hat?“ David legte den Kopf fragend schief.

„Ja, schon“, gab Linda nach und beugte sich zu ihm herüber. „Gib mir ´nen Kuss.“ Er tat, wonach sie sich sehnte. Dann fuhren sie endgültig los.

Kurz darauf erreichten sie den Wohnblock, in dem Linda mit ihrer Mutter Heidrun wohnte. Sie stiegen aus und David nahm ihr Gepäck aus dem Kofferraum. Linda suchte die Schlüssel heraus und öffnete die Haustür. Oben im fünften Stock angekommen, stellten sie erleichtert fest, dass Heidrun noch gar nicht da war. Sie verstauten ihre Taschen und Linda verschwand kurz im Bad.

David sah sich um, und plötzlich durchfuhr es ihn heiß. ‚Mann, die Blumen liegen noch im Auto. Ich Idiot!‘, schalt er sich selbst, flitzte in den Flur und klopfte hastig an die Badezimmertür.

„Moment, ich muss nur schnell Pipi machen.“, rief Linda von drinnen. Die Spülung rauschte und das Wasser im Waschbecken lief kurz, dann öffnete sich die Tür. Als sie David mit seinem besten Hundeblick dort stehen sah, zog Linda amüsiert eine Augenbraue nach oben.

„Wo hast du denn deinen Schlüssel? Ich hab was im Auto vergessen“, fragte David drängelnd.

Linda trat einen Schritt vor und tätschelte ihm neckisch die Wange. „Och, du Ärmster. Wirst du etwa alt?“

„Ganz im Gegenteil“, gab er ihr mit hoch erhobenem Haupt zurück. „Und das werde ich dir am Wochenende auch noch beweisen.“

„Na, das will ich doch schwer hoffen.“ Linda fuhr sich lüstern mit der Zunge über die Lippen und strich langsam mit beiden Händen über ihre Brüste. „Da, in der Schale auf dem Schuhschrank.“ David starrte sie völlig verwirrt an. „Die Schlüssel!“, lachte sie laut auf. „Mach ich dich etwa jetzt schon so fickerig?“

David errötete leicht, nickte dann aber heftig. „Ja, das machst du. Aber ich genieße es – jeden einzelnen Augenblick.“

Linda verstand das als eindeutige Einladung. Ehe er reagieren konnte, packte sie ihn am Hemd und drückte ihn mit dem Rücken gegen die Wohnungstür. Sie schlang einen Arm um seinen Nacken, zog ihn zu sich herunter und küsste ihn leidenschaftlich. Ihre Zungen spielten wild miteinander Fangen. Gleichzeitig griff ihre freie Hand forsch nach vorn und packte den Schritt seiner Jeans. Durch den festen Stoff spürte sie sofort, dass Davids Lanze sich bereits ungeduldig gegen ihr Gefängnis drückte.

Kurzerhand öffnete sie den Reißverschluss, glitt mit den Fingern unter seine Boxershorts und umschloss sein heißes, pulsierendes Glied. Beherzt drückte sie zu und massierte den harten Stamm. David vergrub die Hände in ihrer Mähne und stöhnte tief in ihren Mund hinein. Genauso schnell, wie Linda angefangen hatte, ließ sie auch schon wieder von ihm ab und trat einen Schritt zurück.

Schwer atmend standen sie sich gegenüber. „Nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Wochenende, mein Prinz“, säuselte Linda ihm honigsüß zu.

David stand völlig perplex da und versuchte vergeblich, seine Gedanken zu ordnen. ‚Himmel‘, dachte er mit rasendem Herzen, ‚meine Linda ist wirklich eine echte Wildkatze.‘

Keck grinsend musterte sie ihn. „Wolltest du nicht runter zum Auto?“, kicherte sie. Es war ein unbeschreibliches Gefühl für sie, ihn so völlig überrumpelt zu haben, dass er alles um sich herum vergaß. Linda genoss es sichtlich, wie leicht sie ihn um den Verstand bringen konnte.

Durch diese kurze Schmuseattacke war David erst recht auf den Geschmack gekommen. Sein Speer war noch steinhart, und Linda dachte tatsächlich, sie könnte ihn jetzt einfach so zurückweisen? „So nicht, Fräulein L.“, raunte er grinsend. Er packte seine Wildkatze kurzerhand an den Hüften und zog sie hinter sich her in ihr Zimmer. Im Nu hatte er ihr die Jeans ausgezogen und strampelte sich hastig aus seiner eigenen Hose.

„Was soll denn das werden?“, fragte Linda mit einem Mix aus Erregung und gespielter Panik.

„Du hast mich heißgemacht, jetzt darf ich wohl wenigstens einen Quickie erwarten.“

Linda wich ein Stück zurück aufs Bett. „Spinnst du? Meine Mom kommt jeden Moment nach Hause.“

„Umso mehr müssen wir uns beeilen.“ Er drehte sie sanft um, sodass sie vor ihm auf dem Bett kniete. Drängend, aber unendlich zärtlich fuhr er mit den Fingern durch ihre Pfirsichspalte.

Ein heftiger Schauder durchlief ihren Körper. Die Woche ohne Sex war einfach viel zu lang gewesen. „Ooh. Uuaah“, stöhnte sie laut auf. „Überredet!“ Sie zog ihren Slip beiseite und präsentierte David stolz ihr nasses Schmuckkästchen.

Er beugte sich vor und fuhr mehrmals mit der Zunge zwischen ihren Schamlippen hindurch, was sie mit einem tiefen Seufzen quittierte. Dann zog er die Eichel einige Male durch die feuchte Spalte und versenkte sich langsam und tief in ihr. Keuchend legte er den Kopf in den Nacken. Durch ihre Berührungen im Flur war er bereits so spitz, dass ihn die enge, heiße Geborgenheit fast um den Verstand brachte.

Auch ihr Honig lief schon heraus. Begierig drückte sie David ihren Hintern entgegen, um ihn mit jedem Stoß noch tiefer aufnehmen zu können. Nach nur wenigen Augenblicken hatten sie ihren gemeinsamen, schnellen Rhythmus gefunden. Linda spürte die nahende Erlösung und fing an, ihren Rücken durchzudrücken. Zwei, drei kraftvolle Stöße später kam es ihr kurz, aber heftig. Genau in diesem Moment erreichte auch David sein Ziel und schoss seine aufgestaute Lust tief in sie hinein.

„Oh Mann“, keuchte Linda erschöpft und ließ sich in die Kissen sinken. „Das tat so richtig gut.“

„Wie wahr“, antwortete David, noch immer völlig atemlos. „Meine Güte …“

Er drückte sie sanft nach vorn, um an die Papiertaschentücher auf dem Nachttisch zu kommen. Damit umwickelte er seinen Speer und steuerte das Badezimmer an.

Linda kam direkt hinterher und drückte sich die Taschentücher zwischen die Schenkel. „Wie viel hast du denn bitteschön aufgespart? Grundgütiger … Das läuft ja literweise aus mir heraus.“

David lachte leise. „Welches Handtuch darf ich denn nehmen?“

„Hmm? Was?“, fragte sie noch ganz benebelt. „Ach so, das hier.“ Sie reichte es ihm. „Toll“, schmollte sie gespielt verärgert. „Jetzt darf ich auch noch schnell duschen gehen.“ Sie knuffte ihn an den Oberarm.

„Ey“, gab David entrüstet zurück. „Das kommt aus dir raus, also ist es dein eigener Saft. Hihi.“ Prompt folgte der nächste Knuff. Er rieb sich grinsend den Arm, sagte aber nichts mehr. Fix machte er sich am Waschbecken frisch und flitzte zurück in Lindas Zimmer, um sich wieder anzuziehen.


Kopfkratzend kehrte er kurz darauf ins Bad zurück, wo seine Wildkatze gerade die nassen Tücher entsorgte. „Sag mal … was wollte ich denn eigentlich? Ich hatte doch ursprünglich was vor?“

Linda sah ihn verdutzt an und begann herzlich zu lachen. „Meine Güte“, kicherte sie, „du wirst mit zwanzig ja schon vergesslich. Alzheimer lässt grüßen …“

„Das liegt ganz allein an dir, mein Schatz. Ich bin total verliebt in dich, ich kann einfach nicht mehr klar denken. Und außerdem … machst du mich so verdammt fickerig, das haben wir ja wohl eindeutig festgestellt.“

Zwischen zwei schnellen Schmatzern flüsterte Linda ihm ins Ohr: „Du wolltest nochmal runter zum Auto.“

Als wäre der Groschen gerade erst gefallen, schnipste David mit den Fingern. Er griff nach den Schlüsseln und schlüpfte in seine Schuhe. „Stimmt! Bis gleich, mein Engel.“ Nach dem letzten, kurzen Kuss wandte er sich zum Gehen. Er wollte gerade die Wohnungstür öffnen, als Linda ihn am Hemd zurückhielt.

Sie drehte ihn zu sich um und zog schmunzelnd den noch offenen Reißverschluss seiner Jeans hoch. Mit einem herzhaften Klaps auf den Hintern schickte sie ihn endgültig nach draußen.

‚Kerle‘, dachte sie kopfschüttelnd, während die Tür ins Schloss fiel. ‚Manchmal echt nur schwanzgesteuert.‘ Doch als sie den warmen Saft an ihren Schenkeln spürte, breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. ‚Aber dieser Kerl gehört mir – und er ist voller verrückter Ideen.‘ Zufrieden stieg sie unter die Dusche.

Vom Sex beschwingt, ging David die fünf Etagen schwungvoll hinab, um die Blumen zu holen. Am Auto angekommen, nahm er die Sträuße vom Rücksitz und verschloss den Wagen. Innerlich schalt er sich jedoch für seine eigene Dusseligkeit. ‚Ha! Als ob ich heute auf der Baustelle nicht schon genug gelaufen bin – nein, da muss ich Depp auch noch die Blumen vergessen.‘ Frustriert seufzend wandte er sich dem Hauseingang zu – da sah er Heidrun die Straße herunterkommen. Er wartete neben der Tür auf sie und atmete erleichtert durch. ‚Mannomann! Gut, dass wir nur einen Quickie hatten. Das wäre sonst aber so richtig peinlich geworden.‘ Grinsend dachte er daran, dass Linda ihm eben noch die Hose zugemacht hatte. Dabei wäre das im Ernstfall wohl noch das kleinere Übel gewesen.

Als Heidrun ihn entdeckte, lächelte sie vergnügt. „Na, du?“, begrüßte sie David freudig.

„Guten Tag, Frau …“ Ein Blick von Heidrun ließ ihn augenblicklich verstummen.

„Schon vergessen?“, fragte sie ihn streng. „Ich heiße Heidrun.“ Im nächsten Moment begann sie herzlich zu lachen. „Und nun komm schon her und lass dich drücken!“ Sie nahm David in die Arme und gab ihm einen Kuss auf jede Wange. „Mensch, ich freu mich so für euch, ehrlich“, schniefte sie gerührt.

Spürbar beruhigt, brachte er nur ein leises „Vielen Dank“ hervor. Wirklich überrascht war er von so viel Herzlichkeit zwar nicht, aber dennoch war es ein überwältigender Moment. Nun hielt er ihr den bunten Strauß vor die Nase. „Der ist für dich, Heidrun.“ Dabei betonte er ihren Namen übertrieben langsam, als ob er sich erst an ihn gewöhnen müsste.

Nun brachen bei Lindas Mom endgültig die Dämme, und einige Tränchen rannen über ihr Gesicht. „Ach, David“, brachte sie zwischen zwei Schluchzern heraus. „Callas – meine Lieblingsblumen. Du bist der perfekte Schwiegersohn.“ Sie lächelte ihn glücklich an.

Völlig verdattert von dem Begriff ‚Schwiegersohn‘ zog David die Augenbrauen hoch und wich einen Schritt zurück. Dennoch machte sich insgeheim ein zufriedenes Gefühl in ihm breit.

Gewitzt entgegnete er: „Bis eben dachte ich noch, dass du mich gut leiden kannst, Heidrun – und dann kommst du mir gleich mit ‚Schwiegersohn‘? Jag mir doch keine Angst ein.“ Ein schelmisches Lächeln schlich sich auf sein Gesicht.

„Mensch, nu hab dich nicht so“, erwiderte sie und boxte ihn freundschaftlich leicht gegen die Brust. Sie blickte wieder auf den Strauß in ihrer Hand und strahlte über das ganze Gesicht. „Vielen Dank für die Blumen, das ist wirklich ganz lieb von dir.“

David deutete auf ihre Einkaufstaschen. „Komm, ich nehm dir die schweren Dinger ab.“

„Gern, danke“, kam die Antwort. „Warte, ich mach die Tür auf.“ Heidrun war zwar Deutschlehrerin, aber privat sprach sie denselben Dialekt wie alle Leute im Landkreis. Genau dieses Menschliche machte sie umso herzlicher.

„Seid ihr schon lange da?“, fragte sie beim Treppensteigen.

„Nee! Wir sind auch grade erst rein“, schnaufte David. Die gut gefüllten Einkaufstüten hatten ordentlich Gewicht – Heidrun hatte es wieder mal zu gut gemeint.

Linda hatte sich unterdessen fix geduscht und die verräterischen Spuren der kurzen, aber intensiven Ekstase beseitigt. Fertig angezogen stand sie in ihrem Zimmer und öffnete weit das Fenster. Der verbliebene Duft ihres Quickies war überwältigend, machte ihr aber sofort Appetit auf mehr – ihr Hunger für dieses Wochenende war bei Weitem noch nicht gestillt.

Gerade war sie zurück im Flur, als sie die Stimmen der beiden im Treppenhaus vernahm. Das war der große Vorteil an den DDR-Plattenbauten aus den Achtzigern: Sie waren extrem hellhörig, weshalb die Eltern einen kaum je überraschen konnten.

‚Oje‘, dachte sie. ‚Da ist er ihr direkt in die Arme gelaufen. Und … Mamma Mia, das war ganz schön knapp.‘ Sie grinste und schob das aufkommende Prickeln zwischen ihren Schenkeln gedanklich beiseite. Dann hörte sie jedoch ein kurzes, lautes Lachen von unten, und ihre Befürchtungen zerstreuten sich im Nu. Ihre Mutter hatte wohl absolut nichts bemerkt. ‚Puh! Glück gehabt!‘ Befreit atmete sie aus und öffnete die Wohnungstür. Sie lehnte sich entspannt in den Rahmen und wartete auf ihre Mutter und ihren Prinzen.

Heidrun kam gerade um den letzten Treppenabsatz herum und erblickte ihre Tochter. „Hallo, Schätzchen“, begrüßte sie Linda überschwänglich. „Schau mal, wen ich mitgebracht habe.“

„Hallo, Mom“, erwiderte Linda mit betont fröhlicher Stimme. „Ich weiß, David hat mich doch am Bahnhof abgeholt.“ Nach einer kurzen Umarmung mit ihrer Mutter nahm sie David einen der schweren Beutel ab und ging voraus in die Küche, während er den anderen hinterherbrachte.

Dort angekommen, zauberte er plötzlich eine einzelne Rose hervor und hielt sie Linda lächelnd unter die Nase. Sie blickte ihn erstaunt an, denn unten am Auto hatte sie nur den Strauß für ihre Mutter bemerkt. Mit strahlenden Augen nahm sie die Blume verzückt entgegen. „Danke, mein Prinz – noch eine Überraschung heute.“ Sie küsste ihn zivilisiert, aber unheimlich liebevoll auf den Mund – elterngerecht eben.

Zusammen standen sie in der Küche. Heidrun sah die beiden höchst erfreut an. „Da kommen Erinnerungen hoch, wisst ihr das?“ In Gedanken schwelgend schüttelte sie lächelnd den Kopf, bevor sie anfing, die mitgebrachten Blumen in Vasen zu versorgen.


„So, ihr Lieben. Helft ihr mir bei den Vorbereitungen fürs Abendessen – so wie früher? David, du kennst dich ja bestimmt noch hier aus, oder?“ Er nickte nur zur Antwort, warf Linda jedoch unbemerkt einen amüsierten Blick zu. Beide dachten im selben Moment an das heiße letzte Wochenende, an dem er sich hier bereits so richtig eingelebt hatte – und das in vielerlei Hinsicht.

Heidrun verteilte fix die Aufgaben, und im Nu waren der frische Salat und die kalten Platten hergerichtet. Außer verschiedenen Brotsorten hatte sie noch ein Kräuterbaguette mitgebracht, das nun verlockend aus dem Ofen duftete. Als Getränk einigte man sich vorerst auf Tee. Den Wein wollten sie erst nach dem Abendessen genießen.

Freitagabend

Die drei arbeiteten Hand in Hand – wie früher, als ob Linda und David nie getrennt gewesen wären. Dadurch stellte sich augenblicklich ein familiäres Gefühl ein, das alle sichtlich genossen. Linda war froh darüber; bestimmt würde es ein ruhiger, entspannter Abend werden.

Auch David war insgeheim erleichtert. Er hoffte, der nächste Freitag bei seinen Eltern würde ebenso gelassen verlaufen. Bildlich konnte er sich seine Mutter am Sonntagabend bei Tisch vorstellen: „Na? Wie war dein Einstand bei Heidrun? Erzähl mal.“ Vielleicht würde sie dann ihren Enthusiasmus zurückschrauben und sich Heidruns Lässigkeit angleichen. Linda und er waren erwachsen, und so wollten sie auch behandelt werden.

Das Abendessen verlief recht locker. Die drei hielten normalen Smalltalk über dies und das – was in den letzten zwei Jahren alles passiert war, den aktuellen Stand der Ausbildung, das Befinden beider Familien, Zukunftspläne und dergleichen. Linda rechnete es ihrer Mom hoch an, dass sie nicht ein einziges Mal auf die vergangene Beziehung von vor zwei Jahren zu sprechen kam. Oft genug hatte sie Linda nach der damaligen Trennung kritisiert.

Beim Abräumen des Tisches packten alle mit an. Heidrun legte die Reste des Essens in verschiedene Tupperdosen. Linda und David gingen unterdessen zurück ins Wohnzimmer, um die übrigen Sachen in die Küche zu tragen.

Kaum waren sie um die Ecke verschwunden, da zog Linda David auch schon stürmisch zu sich heran. Sie verpasste ihm einen saftigen Kuss, der mit einem lauten „Mwah!“ endete. Wie schon am Nachmittag, wanderte ihre Hand wie von selbst an seine Jeans. Dieses Mal ließ er sich jedoch nicht überrumpeln. Er griff nach ihrem üppigen Vorbau und massierte ihre Brüste. Seine Daumen strichen intensiv über die Nippel, sodass sich diese unübersehbar unter dem Top abzeichneten. Sichtlich erregt ließ sich Linda in Davids Arme gleiten. Ihr gezieltes Zupacken an seinem Speer verpasste ihm augenblicklich eine ordentliche Schwellung in der Jeans. Leise seufzend und stöhnend küssten sie sich und fummelten aneinander herum, um sich für später aufzuheizen.

Aus der Küche ließ sich Heidrun vernehmen: „Kommt ihr mit dem Rest? Knutschen könnt ihr nachher noch.“

Als hätten sie einen elektrischen Schlag bekommen, ließen sie erschrocken voneinander ab. Flink ordneten sie ihre Kleidung. Dabei blickten sie sich an und kicherten wie auf Kommando leise los. „Erwischt!“, kam es raunend von David.

Linda sah an ihrem Top herab und bemerkte ihre aufgerichteten Knospen. Sie knuffte David an den Arm und deutete vielsagend auf ihre Nippel. „Oh manno!“, flüsterte sie.

Er feixte nur und zuckte unschuldig mit den Schultern, dann zeigte er im Gegenzug auf die deutliche Beule in seiner Hose. Nun musste auch Linda breit grinsen. Sie gaben sich noch einen schnellen Kuss und brachten schließlich die übrigen Sachen in die Küche.

Heidrun schaute gar nicht von ihrer Arbeit auf. Sie war mit dem Verpacken der Lebensmittel beschäftigt. Sie seufzte: „Da hab ich wohl zu viel eingekauft, wahrscheinlich aus Vorfreude auf David. Also esst tüchtig am Wochenende.“ Im nächsten Moment blickte sie auf, sah in zwei puterrote Gesichter und schob mit breitem Grinsen hinterher: „Ihr werdet die Energie ja brauchen können.“ Daraufhin lachte sie herzhaft: „Meine Güte, habt euch nicht so. Ich war schließlich auch mal jung.“ Kichernd wandte sie sich wieder den Tupperdosen zu, bevor sie über die Schulter hinweg ergänzte: „David, machst du bitte schon mal den Wein auf? Und du, Liebling, nimmst bitte die guten Gläser aus dem Schrank. Wisch aber mit einem Geschirrtuch noch mal drüber.“

Froh, sich verkrümeln zu können, antworteten beide im Chor: „Ja, machen wir.“

Heidrun schmunzelte: „Ihr seid niedlich zusammen. Bleibt dann gleich drüben im Wohnzimmer, ich bin hier in ein paar Minuten fertig. Den Abwasch könnt ihr ja morgen erledigen.“

Nachdem sie in der Küche alles aufgeräumt hatte, gesellte sich Heidrun zu ihnen. Sie nahm im Sessel Platz, während die beiden Turteltauben sich auf dem Sofa niederließen. Linda goss für alle den Wein ein und verteilte die frisch polierten Gläser.

„Nun“, nahm Heidrun den Faden wieder auf, „auf euch beide. Darauf, dass ihr glücklich bleibt und das Beste aus eurem Leben macht.“ Sie hob ihr Glas. „Zum Wohl!“ Sie ließen die Gläser klirren und beide murmelten ein verlegenes: „Danke schön.“

Nach dem ersten Schluck wandte sich Linda zu David um und verpasste ihm einen saftigen Kuss. Dabei zwinkerte sie ihm anzüglich grinsend zu. Er lächelte sie nur schüchtern an, denn Heidrun konnte sein Gesicht von ihrem Sessel aus genau sehen. In Lindas vielsagendem Blick erkannte er jedoch sofort, dass sie später noch etwas ganz Besonderes für ihn geplant hatte – etwas Neues. Er kannte diesen Gesichtsausdruck gut, sehr gut sogar.

Entspannt stellte er sein Glas auf den Tisch und lehnte sich zurück. Mehr aus Reflex legte er ein Bein so auf das Sofa, dass er auf seinem angewinkelten Fuß saß. Linda stupste ihn an und schüttelte leicht den Kopf.

Heidrun hingegen winkte nur ab. „Lass ihn doch.“

Dennoch nahm David das Bein wieder herunter. „‘Tschuldigung“, entgegnete er kleinlaut. „Das mache ich nur, wenn ich mich wohlfühle. War mehr so ein Reflex.“

„Siehst du“, wandte sich Heidrun an Linda, „er fühlt sich wohl bei uns.“ An David gerichtet, fuhr sie fort: „Dann mach nur und setz dich bequem hin.“

Erleichtert zog David den Fuß wieder nach oben und dankte Heidrun mit einem Lächeln. Als sie gerade nicht hinsah, streckte er Linda schnell die Zunge heraus. Sie piekste ihn zur Antwort prompt in die Rippen.

Der Abend verlief prächtig: Sie genossen den Wein und setzten die zuvor begonnene Unterhaltung fort. Später wollte Heidrun wissen, was die beiden denn für das Wochenende geplant hatten, bekam aber nur ein nichtssagendes Schulterzucken zur Antwort. Linda warf ein, dass sie etwas lernen müsste, da in der nächsten Woche wichtige Tests anstünden. Daraufhin blickte Heidrun fragend zu David.

„Kein Problem“, entgegnete er sofort. „Ich hab genug zum Lesen dabei. Und außerdem …“, er sah Linda an, als ob er sich ihre Erlaubnis holen müsste, „außerdem haben wir uns letzten Sonntag gründlich ausgesprochen. Das Studium und die Ausbildung haben Vorrang. Davon müssen wir später schließlich leben können.“

Heidrun nickte anerkennend. „Ich seh schon, ihr seid beide vernünftig und erwachsen geworden. Lasst uns darauf noch einmal anstoßen, und dann geh ich schlafen. Morgen früh will ich um sechs zu meinen Eltern fahren.“

Die Gläser klirrten erneut aneinander und dann erhob sich Heidrun, wünschte eine gute Nacht sowie ein schönes Wochenende. Kurz nachdem sie die Wohnzimmertür geschlossen hatte, kam sie jedoch noch einmal herein. „Ihr beiden, tut mir bitte einen Gefallen.“ Wie aufgescheuchte Hühner schauten Linda und David sie erwartungsvoll an. „Das Wochenende ist lang und ihr wollt euch bestimmt etwas kochen. Räumt bitte den Geschirrspüler aus. Ich komm am Sonntag erst wieder spät nach Hause. Vielen Dank euch beiden, gute Nacht.“ Sie wartete gar keine Antwort ab und schloss endgültig die Tür.

Freitagnacht

Linda und David sahen sich an und lachten prustend los. „Dann müssen wir wohl den Sonntag dieses Mal besser planen, oder?“, fragte David augenzwinkernd.

„Auf jeden Fall“, nickte Linda, immer noch kichernd. Geheimnisvoll flüsternd fügte sie hinzu: „Und am besten zwei Wecker stellen, damit wir nicht wieder verschlafen.“ Sie zwinkerte ihm zu, nahm die Fernbedienung und schaltete die Spätnachrichten ein. Die Lautstärke regelte sie herunter, damit Heidrun im Schlafzimmer nebenan nicht gestört wurde. „Für ein Projekt an der Uni“, murmelte sie schulterzuckend zu David.

Der nahm die Weinflasche und goss den Rest in beide Gläser. Dann lehnte er sich entspannt zurück, während Linda sich zärtlich an seine Schulter schmiegte. Nach dem Wetterbericht, der für das Wochenende strahlenden Sonnenschein und Temperaturen jenseits der dreißig Grad angekündigt hatte, schwang sich Linda plötzlich auf Davids Schoß und fuhr mit ihren Fingern sanft über seinen Oberkörper.

Zärtlich fasste er nach ihren Hüften und zog sie noch weiter zu sich heran. Linda beugte sich vor, um ihren Prinzen leidenschaftlich zu küssen. Beide fühlten ein Kribbeln, das wie Stromstöße durch ihre Körper fuhr – intensiv und elektrisierend. Erst zaghaft, dann immer fordernder küssten sie sich, während ihre Zungen verspielt miteinander rangen.

Lindas Fingerkuppen und Nägel streichelten Davids Nacken entlang und sorgten bei ihm sofort für eine prickelnde Gänsehaut. Er erwiderte die Liebkosung, strich über ihren Rücken und knetete ihren knackigen Hintern. Ihr Top hatte er dabei schon ein gutes Stück nach oben geschoben. Auch ihre Härchen richteten sich auf, da sie an der unteren Wirbelsäule extrem empfindsam war.

Leicht außer Atem löste sich Linda schließlich von ihm: „Lass uns bettfertig machen“, flüsterte sie ihm zu und knabberte an seinem Ohr. Einige Küsschen später ergänzte sie vielversprechend: „Dann können wir genau dort weitermachen.“ Verführerisch zog sie die Augenbrauen nach oben. „Ich hab noch was vor.“


Sie drehte sich halb herum, nahm beide Gläser vom Tisch und reichte ihrem Prinzen eines. Wohlwollend bemerkte sie, dass es in Davids Hose schon wieder verdammt eng wurde. Also drückte sie mit ihrem Gesäß noch einmal extra fest gegen die Vorderseite seiner Jeans. Aufreizend sah sie ihn an: „Auf eine schöne Nacht, mein Lustknabe.“

„Darauf trinke ich gern, meine Wildkatze.“ David biss sich leicht auf die Unterlippe und verzog leise aufstöhnend das Gesicht. Er spürte den Druck, den sie mit ihrem Po auf seinen mittlerweile harten Speer, ausübte.


„Küss mich erst noch mal“, bettelte David. Nun rutschte sie mit voller Absicht energisch auf seinem Schoß herum und brachte ihn dazu, geräuschvoll die Luft einzuziehen. Einige Augenblicke knutschten sie noch, immer wilder werdend, dann erhob sich Linda endgültig.


Sie schaltete Fernseher und Licht aus. Gemeinsam schlichen sie ins Badezimmer, darauf bedacht, im hellhörigen Flur keinen unnötigen Lärm zu machen. David holte fix seine Waschtasche aus Lindas Zimmer und stellte sie im Bad auf der Waschmaschine ab. Nebeneinander putzten sie sich die Zähne und wuschen sich das Gesicht.

„Vergiss nicht, den da sauber zu machen“, feixte Linda und deutete amüsiert auf die unübersehbare Beule in Davids Hose.

Der nuschelte, den Mund noch voller Zahnpastaschaum zurück: „Dschn ip i arn Granput!“ Nachdem er hastig ausgespült hatte, übersetzte er grinsend seinen Versuch: „Dann mach ich gleich noch und nun gib mir bitte ein Handtuch.“

Linda kicherte leise: „Depp.“ Im nächsten Moment stockte sie: „Oh, die sauberen liegen noch im Schlafzimmer von Mom.“ Sie reichte ihm kurzerhand ihres, das er schon am Nachmittag benutzt hatte. „Erinnere mich bitte morgen daran, dir ein eigenes rauszusuchen.“ Dann stieg sie noch mal kurz in die Dusche, um ihr Schatzkästchen für die Nacht frisch zu machen.

Zurück in Lindas Zimmer, griff sie als Erstes nach dem Wecker auf dem Nachttisch. „Schatz, wann wollen wir morgen aufstehen? Du hast ja vorhin gehört, dass ich noch lernen muss, und ich wollte das bis zum Mittag erledigt haben. Umso mehr Zeit haben wir danach für uns. Ist halb neun okay?“

David überlegte kurz. „Stell den Wecker mal auf sieben. Ich hab vorhin Brötchen beim Bäcker bestellt. Nach dem Frühstück kannst du dann in Ruhe lernen, okay?“

Linda schüttelte den Kopf und verzog leicht angewidert den Mund. „Sieben Uhr? Was ist denn mit dir nicht richtig?“ Sie konnte nicht ernst bleiben und prustete los. „Aber na gut. Du gehst ja allein zum Bäcker, mein Küchenjunge“, frech streckte sie ihm die Zunge heraus.

Den Küchenjungen ließ David ihr diese Mal durchgehen. Als er nach seinem Pyjamaersatz griff, nahm Linda ihm diesen kurzerhand aus der Hand. „Was willst du denn damit? Meine Mutter wird wohl kaum morgen Früh hereinkommen. Das macht sie sonst auch nicht.“ Damit warf sie die Kleidung unzeremoniell zurück in die Tasche. Dann griff sie bestimmt nach seiner Boxershorts und schob sie ihm bis zu den Knien herunter. Ihre Finger umfassten Davids Lanze und sie zog ihn hinter sich her zum Bett. „Komm, mein Prinz. Zeit zum Kuscheln.“

David trippelte hopsend hinter Linda her. „Nu warte doch und lass mich das Ding wenigstens ausziehen“, wetterte er leise.

Linda sah ihn an und rollte gekünstelt die Augen. „Nix da. Ich hab schließlich die ganze Woche gewartet.“ Sie konnte sich ein Lachen jedoch nicht verkneifen. Der Quickie am Nachmittag war zwar heiß gewesen und hatte das gröbste Verlangen gestillt, aber die echten, ausgiebigen Momente der Nähe sollten erst jetzt beginnen.

Gnädig zog sie David die Boxershorts ganz aus. Er legte sich zu ihr und sie begannen sich zärtlich zu küssen. Es dauerte nicht lange, dann schob Linda David sanft von sich weg, um ihr Oberteil auszuziehen. Sogleich gingen die intensiven Zärtlichkeiten und das gegenseitige Streicheln weiter, bis beide eine kurze Atempause benötigten.

Die Wildkatze dirigierte ihren Prinzen so, dass er auf dem Rücken lag. Verführerisch schaute sie ihn an: „Lass uns mal was ausprobieren, aber leise – Mom schläft gegenüber.“ Ihr Puls beschleunigte sich, denn das, was nun folgte, war auch für sie Neuland.

Sichtlich erregt stand sie auf und knipste die Nachttischlampe aus. Von draußen tauchte die Straßenbeleuchtung das Zimmer in ein diffuses Licht. Herzklopfend gesellte sich Linda wieder zu ihrem Schatz. Nur dieses Mal legte sie sich andersherum auf das Bett. „Rutsch mal ein bisschen nach unten“, forderte sie ihn auf. Ihre Stimme konnte die Aufregung kaum verbergen. David verstand sofort, was Linda vorhatte und kam hektisch ihrem Wunsch nach.

Er spürte ein Prickeln als ihre weichen Brüste über seinen Körper strichen. Die zarten Berührungen dieser Wonnekugeln verschafften ihm ein wohliges Gefühl – wie hatte er seine Wildkatze doch vermisst. Langsam ließ sich Linda auf ihm nieder. Ihr warmer Atem, der über sein Glied strich, bescherte ihm den nächsten Schauer. Es kribbelte ihn vor Vorfreude und Erregung überall – seine Männlichkeit richtete sich allmählich auf. Zaghaft streckte Linda die Hand aus und fuhr sanft mit den Fingern über den Schaft hinweg. Die liebevollen Berührungen und ihr Atem entlockten David ein leises Stöhnen.

Nun legte sich Linda vollends auf ihn. Ihr Honigtöpfchen war direkt über seinem Gesicht. Langsam atmete er zitternd ein und nahm ihren würzigen Duft wahr – allein das erregte ihn noch mehr. Seinen Atem hauchte er sanft über Lindas Scham. Sie schüttelte sich, als die kalten Schauer über ihren Rücken liefen. Behutsam, nur mit den Fingerspitzen, strich er über die Innenseiten ihrer Schenkel. Linda atmete tief ein. Der Duft von David löste in ihr prickelnde Wellen des Verlangens aus. Abwechselnd durchfuhr es sie heiß und kalt, während sich ihre Körper im Rhythmus der Erregung aufeinander einstellten.

Ein wenig zuckte sie zusammen, als David über ihre Schamlippen leckte. Mit den Fingern öffnete er sie zärtlich und berührte Linda erneut mit der Zunge. Völlig erregt atmete sie leise aus: „Mmh. Schön. Das ist … mmh … so schön.“ Sie genoss jede seiner liebevollen Berührungen und gab sich völlig der Lust hin.

Nach einigen Augenblicken widmete sie sich Davids Speer, der langsam wippend vor ihr aufragte. Unendlich zärtlich strich sie mit der Zungenspitze über die Eichel, umrundete diese wieder und wieder. David revanchierte sich, indem er sanft mit der Zunge an ihre Perle anklopfte. Gleichzeitig entfuhr ihnen ein leises Stöhnen.

Linda glitt mit den Lippen über den Schaft. Davids Vorfreude quoll aus ihm heraus und benetzte ihre Wange. Sie nahm seinen kostbaren Liebessaft auf und verteilte ihn zärtlich über sein bestes Stück. Schließlich umschloss sie die Eichel sanft mit den Lippen, ließ ihre Zunge intensiv darüber hinweggleiten und brachte ihren Prinzen Stück für Stück der Ekstase näher.

Auch David intensivierte seine Liebkosungen an Lindas Paradies. Er genoss ihren Nektar und fuhr liebevoll mit der Zunge in ihr Honigtöpfchen, um mehr von diesem Labsal zu bekommen. Völlig von den Berührungen ihres Prinzen überwältigt, presste Linda ihre Lippen stärker um den Freudenspender. Sie konnte ein lauteres, erlösendes Stöhnen im Zaum halten – lediglich ein gequältes, tief brummendes „Mmmh“ war von ihr zu hören. Dessen Vibrationen spürte David direkt auf seiner Eichel – sie trieben ihn in den Wahnsinn.

Dadurch musste sich nun David extrem zusammennehmen und seiner Erregung leise Herr werden. Er schob seine Zunge noch tiefer in Lindas triefenden Lustbrunnen, sodass er ihn mit den Lippen komplett umschloss, um jedes verräterische Geräusch im Keim zu ersticken. So trieben sie sich Stück für Stück näher an den sehnsüchtig erwarteten Orgasmus heran.

Die liebevollen, aber energischen Berührungen waren für beide die Belohnung nach der Woche der Abstinenz. Mal schneller, dann wieder langsamer ließen sie die Zungen kreisen, berührten sich zärtlich mit Lippen und Zähnen.


Bald schon hielt Linda es nicht mehr aus und drückte ihren Unterleib fester aufs Davids Gesicht. Gleichzeitig ging sie mit gesteigertem Eifer an seiner pochenden Lanze zu Werke. Sie nahm ihn tiefer in den Rachen und ließ ihre Hand kräftig massierend über die Murmeln wandern.

David hatte nun arge Probleme, sein Bedürfnis nach Sauerstoff zu stillen. Linda ließ ihm fast keinen Raum zum Atmen, und durch ihre intensivierte Behandlung, erhöhte sich seine Erregung noch einmal erheblich. Also steigerte er seine Anstrengungen, um Linda zu ihrem ersehnten Höhepunkt zu bringen. Leicht drückte er ihren Hintern nach oben, um besser Luft zu bekommen. Seine Zunge trommelte und leckte wild über ihre Knospe.

Er hörte Lindas schnelleren Atem und spürte, wie sie ihre Scheidenmuskeln zusammenpressten. Dabei hielt sie sich tapfer, denn es war sonst kein Laut von ihr zu vernehmen – nur das feuchte, schmatzende Geräusch, dass sie selbst an Davids Lustspender erzeugte. Das war aber nicht weiter verwunderlich, denn sie hatte sich seinen Freudenspender wieder einmal bis zum Anschlag einverleibt.

Augenblicke später atmete Linda mit einem tiefen Grunzen aus. Es klang regelrecht urwüchsig und wild. Ihr Saft kam schubweise aus ihrem Paradies heraus; das meiste verteilte sich über Davids Gesicht und seinen Hals. Lindas heftiger Orgasmus brachte sie so aus dem Konzept, dass sie doch stärker als beabsichtigt auf Davids Eichel biss.

Ein leichter Schmerz durchfuhr ihn und mehr aus Reflex heraus drückte er ihr seinen Unterleib entgegen. Dann überkam es auch ihn – wie eine große Brandungswelle, rollte die Erlösung heran. Linda spürte das Pulsieren in seinem Glied und drückte seine Bälle in ihrer Hand fest zusammen. David atmete tief ein und hielt den Atem an, während Linda leise, lustvoll stöhnte. Erschöpft, aber glücklich befriedigt hob sie den Kopf und entließ Davids Männlichkeit aus ihrem Mund, zusammen mit dem Großteil seines Saftes. Sie lockerte auch den Griff an seinen Hoden, und ein letzter Spritzer von Davids Sperma landete in ihrem Gesicht.

Zitternd und ausgelaugt drehte sich Linda herum. Sie legte sich neben David, der vollkommen zufrieden und glücklich beseelt aussah. Bei seinem Anblick musste sie sich ein Kichern verkneifen und biss sich fest auf die Unterlippe.

„Wie schaust du denn aus?“, fragte sie, immer noch ein Lachen zurückhaltend. „Du glänzt ja wie eine Speckschwarte.“ Nun prustete sie doch los, hielt aber geistesgegenwärtig schnell eine Hand vor den Mund.

„Du hast mich doch eingesaut, Fräulein L“, erwiderte David ihr flüsternd. „Dein Honig klebt überall an mir. Du …“

„Aber nur, weil du mich so geil gemacht hast“, unterbrach ihn Linda. „Selten, dass ich so heftig gekommen bin. Uaah.“ Es schüttelte sie noch einmal – die letzte Welle der abklingenden Ekstase überkam sie.

David deutete auf ihr Gesicht. „Du hast da noch was von mir“, grinste er sie an. Er wollte die Spuren gerade beseitigen – da schubste sie seine Hand energisch beiseite.

„Finger weg! Das gehört alles mir.“ Sie wischte den Streifen Sperma weg und leckte den Finger dann genüsslich ab. „Mmh, lecker.“

Bevor der Liebessaft das ganze Bett ruinierte, griff David nach den Taschentüchern, reichte Linda ein paar und sie begannen sich notdürftig zu säubern. Hinter ihnen lagen auch noch die Feuchttücher vom vergangenen Wochenende. Gezwungenermaßen benutzen sie diese dann ebenfalls noch. Normalerweise wären sie flink ins Bad gegangen, um sich kurz zu duschen, aber nicht, solange sie nicht allein daheim waren.

Anschließend kuschelte sich Linda in ihre Lieblingsposition an Davids Seite. Er nahm sie fest in den Arm und streichelte ihr sanft über den Rücken, was Linda mit einem behaglichen Seufzen quittierte. Die dünne Decke hatten sie teilweise über sich gezogen, denn noch strahlten beide diese erotische Hitze aus. Nachts wurde im Zimmer ganz ohne Kleidung allerdings empfindlich kühl.

„Weißt du“, begann David, „ich bin richtig glücklich.“ Er küsste Linda zärtlich auf die Stirn. „Auch wenn wir die Woche über getrennt sind, so sind wir dennoch im Herzen zusammen – und nur das ist wichtig. Die Wochenenden können wir dann, soweit es geht, in vollen Zügen genießen.“

„Recht hast du“, nickte sie. „Es ist zwar nicht einfach, aber wir können es schaffen. Ehrlich gesagt hab ich unter der Woche so viel an der Uni zu tun, dass ich tagsüber kaum Zeit finde, dich zu vermissen. Aber dafür abends im Bett, wenn Ruhe einkehrt, umso mehr.“ Liebevoll streichelte sie seinen Oberkörper. „Dabei kann ich mich an genau diese Momente erinnern und mich einfach auf das nächste Wochenende freuen.“


Sie streckte ihm den Kopf entgegen, und zärtlich fanden ihre Lippen zueinander. „Der Tag heute war schon was Besonderes – die Zeichnung von dir, das Finden unseres Liedes und als Höhepunkt des Abends der himmlische, überwältigende Orgasmus.“ Linda piekste ihn schmunzelnd in die Rippen, als sie keine direkte Reaktion von ihm bekam.

„Ich bin noch wach“, kam es leise zurück. „Ich dachte nur, da kommt noch was.“ Erneut küsste er ihren Haaransatz. „Der Tag war einfach der Hammer. Die geballte Ladung Emotionen ist da auf uns gekracht. Niemals, das garantiere ich dir, wird einer von uns diese Augenblicke vergessen.“ Nach einer Weile der Stille fügte er hinzu: „Du kannst dir ja morgen überlegen, wo du das Bild aufhängen möchtest. Dann kann ich das noch für dich erledigen.“

„Uhh, ganz der Handwerker. Ziehst du dann auch einen Blaumann für mich an?“, spottete Linda.

David ließ das kommentarlos über sich ergehen. Er grinste nur in sich hinein, denn er kannte andere Mittel und Wege, um sich neckisch zu rächen. Er streckte den Arm aus und ließ seine Fingerspitzen sachte über ihre untere Wirbelsäule wandern. Dort war sie extrem empfindsam, wie er wusste. Seine Berührung verfehlte die gewünschte Wirkung nicht.

Lindas Hand war mittlerweile zu Davids Beinen hinuntergewandert. Zärtlich streichelte sie ihn und kam seiner Lendengegend immer näher. Schließlich umfasste sie seine Männlichkeit und hielt sie einfach fest in der Hand.

„Hast du noch nicht genug für heute?“, fragte David sie gespielt alarmiert.

Linda schnurrte: „Eigentlich nicht, aber ich bin müde und der Wein hat sein Übriges dazu getan. Wir haben noch zwei Tage, um uns so richtig auszutoben. Ich brauch nur einen Griff zum Festhalten.“

„Na dann“, erwiderte David lächelnd, „schlaf gut, mein Engel. Gute Nacht.“

Schläfrig kam es von Linda zurück: „Danke, dir auch eine gute Nacht, mein Prinz. Kuss.“ Ein letzter, feuchter Schmatz – und es dauerte nicht lange, da waren beide fest eingeschlafen.

Mitten in der Nacht zuckte David plötzlich zusammen und wachte auf. Im ersten Moment wusste er nicht, wo er war. Dann spürte er Lindas Atem neben sich, und ein zufriedenes Lächeln huschte über sein Gesicht. Dennoch konnte er sich nicht erklären, warum er aufgeschreckt war. Weder hatte er schlecht geträumt, noch war von draußen irgendein Lärm zu hören. Vorsichtig, um Linda nicht aufzuwecken, stand er auf und schaute aus dem Fenster.

Wie vermutet, war die Straße menschenleer, lediglich die Grillen waren zu hören. Seufzend suchte er nach seinen Sachen. Sein T-Shirt fand er auf der Stuhllehne und die Boxershorts auf dem Boden. Er zog beides über und ging leise ins Bad – die Blase drückte. Nach dem Spülen wusch er sich die Hände und spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Vorsichtig tappte er in die Küche, schloss leise die Tür und schaltete das matte Licht der Dunstabzugshaube an. Er nahm sich ein Glas aus dem Schrank und füllte es unter dem Wasserhahn. Bedächtig trank er in kleinen Schlucken, die Uhr über der Tür zeigte knapp halb drei. David trank das Wasser aus, atmete noch einmal tief durch und ging zurück in Lindas Zimmer.

Er sah seine Wildkatze im silbrigen Mondschein nackt auf dem Bett liegen. Ihre lange, rotblonde Mähne lag teilweise auf ihrem Oberkörper und umspielte sanft ihren Busen. Im fahlen Licht, das durch das Fenster fiel, wirkte ihr Haar eher blond, fast wie Roségold. ‚Wenn ich doch nur besser Personen zeichnen könnte‘, ging es David enttäuscht durch den Kopf. ‚Echt schade. Das gäbe solch ein schönes Bild ab.‘

Während er Linda beim Schlafen betrachtete, ihren Körper mit seinen Blicken streichelte, wuchs seine Lanze unaufhaltsam an. David biss sich auf die Unterlippe und versuchte, die aufkommende Erregung zu unterdrücken – vergebens. Also zog er sich wieder aus und legte sich leise zu ihr. Er drehte sich auf die Seite, und seine Prinzessin rutschte im Schlaf automatisch eng an ihn heran, sodass ihr Po direkt vor seinem Speer lag. Ob bewusst oder nicht – Linda rieb mit ihrem Hintern über Davids Lustspender, der dadurch nur noch härter wurde.

Von der Berührung elektrisiert, atmete David tief ein. ‚So kann ich bestimmt nicht wieder einschlafen. Da müssen wir wohl Abhilfe schaffen.‘ Er rutschte ein Stück nach unten und drückte mit der Hand vorsichtig ihre Pobacken auseinander. Sein harter Ständer lag nun genau vor ihrer Lusthöhle und begehrte Einlass. Langsam und voller Hingabe bewegte er seinen Unterleib. Eine Hand legte er fest um Lindas Körper und streichelte sanft ihre Wonnehügel, wo sich ihre Nippel unter seinen Fingern erneut aufrichteten.

Kurze Zeit später erhielt er Unterstützung, denn sowohl bei ihm als auch bei Linda begann die Vorfreude auszulaufen. Dadurch glitt seine Eichel direkt ein Stück ins Paradies hinein. Nun begann sich Linda wohlig seufzend zu regen und ihren Hintern zu bewegen. Ihre Hand glitt nach unten zu ihrer feuchten Spalte und fand dort den Verursacher der sinnlichen Störung.

Schlaftrunken fragte sie: „Was machst du? Es ist mitten in der Nacht. Aber es … mmh … es fühlt sich himmlisch an. Mmh.“ Sie hob ein Bein an, damit der Unruhestifter sie komplett ausfüllen konnte. „Ohh jaaa“, gab sie schwer atmend von sich, als David vollends in sie hineinglitt. „Mmh. Schön.“

Sie schob ihr Gesäß so weit wie möglich zu David, legte einen Arm nach hinten und drückte fest gegen seinen Oberschenkel. Davids harter Stamm drang bis zum Anschlag in sie ein. Ein prickelndes Gefühl überkam Linda, und sie hielt kurz den Atem an. „Ohh. Mmh. Du … ja … füllst mich komplett aus. Küss mich.“ Begierig drehte sie den Kopf zur Seite. David streckte sich an sie heran. Mehr schlecht als recht erreichten sich ihre Lippen, aber ihre Zungen hatten kein Problem damit, intensiv miteinander zu spielen.

Langsam begann sich David in Linda zu bewegen – immer nur ein kleines Stück, damit sie weiter küssen konnten. Schließlich drehte Linda den Kopf wieder nach vorn. Nun bewegte sie ihren Hintern energischer und kam David bei jedem Stoß gierig entgegen. Ihre Hand glitt von seinem Po hinauf zu ihren eigenen Brüsten. Gemeinsam mit David massierte sie die prallen Wonnehügel, wobei sie um einiges beherzter vorging als er.

Als ihr leichtes Stöhnen intensiver wurde und in ein Keuchen überging, öffnete sie die Beine ein wenig, nahm Davids Hand und legte seine Finger auf ihren Kitzler. Worte brachte sie keine heraus – er verstand ihren Wunsch auch so. Zaghaft, aber doch mit sanftem Druck streichelte er über die harte Perle. Linda bearbeitete derweil ihre Nippel mit den Fingern.

Auch bei David kündigte sich der Höhepunkt an, denn auf der Seite liegend war Lindas Lustspalte doch um einiges enger, als wenn sie auf ihm saß. Zärtlich küsste er ihren Nacken, biss sanft in die Schulter und hauchte ihr seinen heißen Atem ins Ohr. Einige Male drang er noch tief in sie ein und entlud sich dann in Lindas Lusttempel. Er presste seinen Mund gegen ihren Nacken. Nur ein verhaltenes, tiefes „Mmh“ in verschiedenen Variationen war zu hören.

Auch Linda erreichte nun den Gipfel der Lust. Sie presste ihre Schenkel aneinander, um David möglichst komplett in sich fühlen zu können. Seine Finger verharrten auf ihrer Lustkirsche und trieben sie so in höchste Ekstase. Linda schnaufte und biss heftig in ihr Kissen. Dennoch war ihr animalisches, tiefes Stöhnen ganz leise zu vernehmen – aber es wurde glücklicherweise genügend gedämpft. Eine Weile blieben sie so liegen, um wieder zu Atem zu kommen.

Dann drehte Linda den Kopf zu David und verlangte nach einem Kuss. Zärtlich, doch ein wenig umständlich verschmolzen ihre Lippen. ‚Komisch‘, ging es ihr durch den Kopf, ‚direkt nach dem Sex schmecken die Küsse irgendwie anders, aber schön.‘ Liebevoll strich sie mit der Zungenspitze über Davids Lippen. Er tat dasselbe bei ihr – so, als ob sich beide vor der finalen Begegnung umkreisen würden.

Als sich ihre Zungen schließlich berührten, fühlte Linda ein Kribbeln auf ihrer Haut. David schien es ähnlich zu ergehen, denn sie spürte eine leichte Gänsehaut in seinem Nacken – genau dort, wo sie ihn festhielt. Es war, als wären sie irgendwie unzertrennbar miteinander verbunden. Gut, David steckte noch in ihr – aber dieses Band war eher seelischer Natur. Es war magisch.

Wenig später drehte sich Linda wieder um und rutschte mit ihrem Hintern so dicht wie möglich an David heran. Da sie ihre Schenkel geschlossen hielt, blieb Davids Schweif weiterhin in ihr. „Schatz“, flüsterte sie, „angel uns mal die Decke.“ Er wollte sich eben erheben, da drückte sie ihn wieder zurück. „Untersteh dich!“, deutete sie auf seinen Speer. „Der bleibt, wo er ist!“

Mit den Füßen brauchte er mehrere Anläufe, aber schließlich erwischte er die Decke. Er breitete sie vorsichtig über Linda und sich aus. Dann sank er zurück ins Kissen und kuschelte sich eng an seine Wildkatze. Sie atmete schon ruhig und gleichmäßig, schnurrte aber noch vollkommen zufrieden. Er flüsterte ihr ins Ohr: „Diesen Test haben wir beide bestanden.“

„Hmm? Welchen Test?“, kam es schon leise und schläfrig zurück.

„Dass wir auch leise Sex haben können. Nur für den Fall, dass wir mal zelten gehen.“ Er streichelte zärtlich über Lindas Bauch.

„Hihi“, kicherte sie leise. „Stimmt.“ Dann seufzte sie wohlig weiter: „Mmh. Ist schon aufregend, so aus dem Schlaf gerissen zu werden, aber danke schön dafür.“

„Gern geschehen, mein Engel.“ Er hauchte ihr einen zärtlichen Kuss in den Nacken. „Schlaf gut.“

„Du auch, mein Prinz“, flüsterte sie zurück. Dann waren beide äußerst befriedigt eingeschlafen.

Ein paar Stunden später hörte David unterbewusst, wie die Wohnungstür leise ins Schloss fiel – Heidrun, die zu ihren Eltern fuhr.

Weiter geht’s im sechsten Teil…

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