Tragische Momente in Gerstenheim
von Jürgen47
Bevor es mit der Geschichte losgeht, wobei es sich streng genommen gar nicht um eine Geschichte handelt, aber dazu gleich mehr, erlaube ich mir die Freiheit, diesem Text ein paar erläuternde Zeilen voranzustellen.
Wer diesen Text in der Erwartung liest, dass ihn die darin geschilderten erotischen Szenen in eine sinnliche Stimmung versetzen mögen, dem kann ich nur entschieden von der Lektüre abraten. Es kommt in ihm lediglich eine Szene vor, die man mit viel gutem Willen als erotisch bezeichnen kann. Ansonsten geht es um die schwierige Beziehung zwischen der Deutschen Bahn und den Unbilden des Wetters, der Verödung der Innenstädte und dem Schicksal kleiner gastronomischer Betriebe. All das sind Probleme, über die man zweifellos reden sollte, die aber keinen unmittelbaren Bezug zum Themenbereich Erotik haben.
Wie ich eingangs bereits erwähnte, handelt es sich bei dem nachfolgenden Text nicht um eine Geschichte. Er ist vielmehr die Rekonstruktion von Teilen eines Gesprächs, welches ich zufälligerweise mitanhören musste. Wie es dazu gekommen sein könnte, stelle ich mir ungefähr so vor:
Vor einiger Zeit hielt ich mich aus privaten Gründen für ein paar Wochen in Hamburg auf. Während meines Aufenthaltes war ich häufig Gast in einem kleinen Café, das nicht nur einen außergewöhnlich gut schmeckenden Apfelkuchen anbot, sondern auch über eine große Auswahl an regionalen und überregionalen Zeitungen verfügte.
Eines Nachmittags, ich hatte soeben mein Stück Kuchen verzehrt und war nun in die Lektüre einer überregionalen, in Hamburg erscheinenden Wochenzeitung vertieft, nahmen an einem Nebentisch zwei junge Frauen Platz, die schon bald in ein intensives und, wie ich ungewollt bald feststellen musste, sehr intimes Gespräch vertieft waren. Mir schenkten die beiden Damen keine Beachtung und sprachen in einer Lautstärke miteinander, dass ich unweigerlich hören musste, worüber sie sprachen.
Zwar war ich bemüht, mich auf den äußerst informativen Essay eines Geschichtsprofessors über den Friedensvertrag von Versailles zu konzentrieren, aber ich muss gestehen, dass mir dies nur unzureichend gelang.
Insbesondere die Schilderung dessen, was die junge Frau mit den blonden Haaren auf einer Geschäftsreise erlebt hatte, hat mich damals zutiefst berührt.
In den folgenden Tagen musste ich immer wieder an ihre Erzählung denken, sodass ich mich schließlich dazu entschloss, aus den Teilen, die mir deutlich in Erinnerung geblieben waren, ein kurzes Gedächtnisprotokoll anzufertigen, das ich hiermit einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis geben möchte.
Ich hoffe, man hat Verständnis dafür, dass ich zum Schutz der Privatsphäre die Namen der beteiligten Personen geändert und den Ort der Handlung in die fiktive Universitätsstadt Gerstenheim verlegt habe.
Doch nun genug der Vorrede. Lassen wir die junge Dame selbst zu Wort kommen:
...
“Okay, du willst wissen, wie der Termin bei Brunner Global Investment gelaufen ist? Nun, die kurze Antwort lautet: Die ganze Fahrt, und nicht nur der Termin bei Brunner, war ein totaler Reinfall.
Du brauchst mich nicht so entsetzt anzuschauen, Maria. Was soll ich eine Sache schönreden, an der es nichts schönzureden gibt. Pass auf, ich erzähle dir jetzt die vollständige und unzensierte Geschichte dieses Tages, also nicht die gekürzte Fassung, die morgen das Team zu hören bekommen wird. Doch versprich mir bitte, dass das alles unter uns bleibt. Versprochen? Okay, dann lege ich mal los.
Jetzt im Nachhinein, mit dem Abstand von drei Tagen, denke ich, dass das alles nicht passiert wäre, wenn es am Montag nicht diesen heftigen Sturm gegeben hätte. Denn wegen des Unwetters war für ein paar Stunden das Mobilfunknetz zusammengebrochen und Brunner Global Investment konnte mich telefonisch nicht erreichen.
Mit einer halben Stunde Verspätung kam ich in Gerstenheim an und hatte nur noch eine knappe Viertelstunde Zeit, um rechtzeitig vor Ort zu sein, sodass ich mir ein Taxi nahm, das mich in das Geschäftsviertel brachte, wo Brunner Global Investment seinen Firmensitz hat.
Als ich mich dann, ein wenig abgehetzt, aber pünktlich, am Empfang meldete,
wurde mir mitgeteilt, dass der Termin mit Herrn Kronemeyer, einem der beiden Geschäftsführer, leider nicht stattfinden könne, da dieser kurzfristig zu einem Meeting mit dem Konzernvorstand nach Boston gemusst habe. Man hätte versucht, mich zu erreichen, doch leider ohne Erfolg. Sobald Herr Kronemeyer aus den USA zurückgekehrt sei, würde man sich schnellstmöglich um einen neuen Termin bemühen.
Das war, wie du dir sicher denken kannst, eine ziemlich frustrierende Auskunft. Ich glaube, Maria, du bist mit der finanziellen Lage unserer Firma soweit vertraut, dass du weißt, wie viel davon abhängt, dass sich Brunner Global Investment an dem Pegasus-Projekt beteiligt.
Ich fragte dann noch, ob es vielleicht eine weitere Person gäbe, mit der ich über die Angelegenheit sprechen könnte. Die ausgesprochen nette und verständnisvolle Mitarbeiterin am Empfang hatte natürlich meine Enttäuschung wahrgenommen und versprach, im Hause nachzufragen.
Während sie in einem Büro verschwand, um ungestört zu telefonieren, nahm ich in der Sitzgruppe, die sich in der rechten hinteren Ecke des Empfangsbereichs befand, Platz und wartete gespannt auf ihre Rückkehr.
Als sie nach wenigen Minuten zurückkam, zeigte mir ihr bedauernder Gesichtsausdruck, dass sie keinen Erfolg gehabt hatte.
Sie müsse mir leider mitteilen, erklärte sie, dass in diesem frühen Stadium der Gespräche ausschließlich Herr Kronemeyer mein Ansprechpartner sei. Im Namen der Geschäftsleitung bat sie mich noch einmal um Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten, und das war’s dann erst einmal mit dem Termin bei Brunner Global Investment.
Aber die Geschichte geht ja noch weiter und erst dieser zweite Teil hat die Fahrt nach Gerstenheim für mich persönlich zu einem kompletten Desaster gemacht.
Maria, du bist nicht nur meine engste Kollegin, sondern auch meine beste Freundin. Ich bitte dich wirklich inständig darum, dass du das, was ich dir jetzt erzähle, für dich behältst. Nein, es ist nichts Schlimmes, aber die Sache ist mir ausgesprochen peinlich und wirft kein Ruhmesblatt auf mich.
Also, wo war ich stehen geblieben? Richtig, der Termin bei Brunner war abgesagt, und ich machte mich auf den Weg zurück zum Bahnhof, um so schnell wie möglich wieder nach Hamburg zurückzufahren.
Als ich dann auf der Anzeigetafel in der Bahnhofshalle sah, dass nur Zugausfälle angezeigt wurden, schwante mir nichts Gutes. Meine böse Vorahnung wurde dann auch bestätigt. Am Informationsschalter der Bahn erfuhr ich, dass die Schäden entlang der Strecke nach Hamburg weitaus größer waren, als man ursprünglich angenommen hatte, und der Zugbetrieb erst gegen 18:00 Uhr wieder aufgenommen werden könnte. Da es jetzt 11:00 Uhr war, hieß das, ich würde sieben Stunden in Gerstenheim festhängen.
Da ich an dieser Situation nichts ändern konnte, beschloss ich, das Beste daraus zu machen. Ich verstaute meinen Aktenkoffer in einem Schließfach und machte mich auf den Weg, um einen kleinen Stadtbummel zu machen und vielleicht in einem netten, kleinen Café etwas zu essen.
Bist du schon einmal in Gerstenheim gewesen? Nein? Du Glückliche. Ich kann dir sagen, ein Besuch lohnt sich nicht. Anstatt mich auf andere Gedanken zu bringen und meine miese Stimmung wenigstens etwas aufzuheitern, zog mich mein Stadtbummel nur noch weiter herunter.
Vielleicht lag es an meiner depressiven Stimmung, dass ich die versteckten Schönheiten der Stadt nicht wahrnehmen konnte, aber in meinen Augen ist das Zentrum von Gerstenheim eine einzige architektonische Katastrophe. Ein grauer Betonbunker steht neben dem anderen. Bäume und kleine Parks sind Mangelware, und in der Einkaufszone wechseln sich Ramschläden und Dönerbuden ab. Nimm jetzt noch das Gedudel der Werbejingles, die aus den Läden auf die Straße drangen, und die Musik der verschiedenen Straßenmusikanten hinzu, so hast du vielleicht eine ungefähre Vorstellung davon, an welch grauenhaftem Ort ich mich befand.
Wie ich dann in diese enge, triste Seitenstraße geraten war, vermag ich mich nicht mehr zu erinnern. Auf jeden Fall tat die Ruhe, die in ihr herrschte, meinen arg strapazierten Nerven gut.
Ja, und dann nahm, wie es so schön heißt, das Schicksal seinen Lauf. Maria, ich komme jetzt zum wirklich unangenehmen und etwas delikaten Teil meiner Geschichte. Wenn ich dich mit meinen langwierigen Ausführungen langweile, musst du es mir sagen, dann höre ich auf.
Also, wie gesagt, das Schicksal nahm seinen Lauf. Denn als ich die Straße entlangging, ich glaube, es war die Raskolnikow-Gasse, sah ich auf der rechten Straßenseite ein einfaches Hotel namens “Hotel Harry“ zu dem auch eine Bar, die bezeichnenderweise “Harrys Bar Number 5“ hieß, gehörte.
Normalerweise öffnen Bars ja erst in den frühen Abendstunden, aber dieses Etablissement hatte seine Pforten bereits geöffnet. Ich warf von draußen
einen Blick hinein. Die Einrichtung mochte einst eine gewisse Eleganz ausgestrahlt haben, aber nun sahen die abgenutzten roten Ledersessel und die runden Tische, von denen an manchen Stellen bereits der schwarze Lack abblätterte, nur noch schäbig aus.
Hast du mal von Raymond Chandler “Der lange Abschied“ gelesen? In einem der ersten Kapitel des Romans lässt Chandler seinen Helden Philipp Marlowe die Stimmung in einer Bar beschreiben, die soeben geöffnet hat: die glitzernden Gläser, die im Regal hinter dem Bartresen aufgereiht sind und im warmen Licht der Lampen funkeln, die erwartungsvolle Stimmung, die über dem Ganzen liegt, wenn nach und nach die ersten Gäste eintreffen und den Raum mit dem Geräusch ihrer Gespräche zu erfüllen beginnen.
Von all dem war in Harrys Bar nichts zu spüren. Hier herrschte eine drückende, einsame Stille. Hier führte man keine angeregten Gespräche über das Leben, die Politik oder die Literatur. Hier saß man brütend über seinem Glas und hoffte, dass die Zeit irgendwie vorübergehen würde.
Es lag sicher an meiner niedergedrückten Stimmung, dass mir diese triste Bar in diesem Moment als der richtige Ort erschien, um mich für eine Weile auszuruhen, etwas zu trinken und vielleicht auf andere, bessere Gedanken zu kommen.
Ich trat also ein und nahm am Tresen Platz. Außer mir befand sich nur noch ein Gast im Raum, der am anderen Ende des Tresens saß und sich mit dem Barkeeper, einem älteren, korpulenten Mann mit Halbglatze, unterhielt. Nach einer Weile bemerkten die beiden Männer meine Anwesenheit und der Barkeeper kam zu mir und fragte mich, was ich trinken möchte.
Normalerweise trinke ich vor acht Uhr abends nichts Hochprozentiges, aber dieser Tag war kein normaler Tag, und so bestellte ich mir einen Whisky-Soda. Wohl auch in der Hoffnung, dass mich der Alkohol ein wenig entspannen würde.
Ich weiß nicht, wie deine Erfahrungen auf diesem Gebiet sind, Maria, aber ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass eine Frau, die allein eine Bar betritt, von den anwesenden Männern als eine Art Freiwild angesehen wird.
Der Unbekannte, der ein paar Meter von mir entfernt vor seinem Glas saß, bildete keine Ausnahme. Ich hatte die ersten Schlucke von meinem Whisky getrunken, der zu meiner Überraschung ausgesprochen gut schmeckte, und fing an, mich langsam zu entspannen, als er das altbekannte Spiel begann.
Warum ich mich darauf einließ, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht war es der Alkohol zu dieser ungewohnten Zeit, vielleicht, weil ich ein wenig neben der Spur war. Letztendlich spielt es keine Rolle, ich machte jedenfalls mit.
Du weißt ja, wie es abläuft: Ein kurzer neutraler Blickwechsel, dann noch einer, dieses Mal etwas länger. Man lächelt sich an, prostet sich zu, und dann kam er zu mir herüber und fragte, ob er sich zu mir setzen dürfe.
Ich nickte zustimmend, und er nahm auf dem Barhocker links neben mir Platz. Er sah verdammt gut aus: ungefähr meine Größe, kurzes, dunkelblondes Haar, kräftige Statur. Man sah ihm an, dass er auf sein Äußeres achtete. Wir machten zunächst die übliche, oberflächliche Konversation. Woher, wohin, warum - du kennst das ja. Er hieß Jochen, war Mathematiker und nahm morgen an einem Fachkongress teil, der an der hiesigen Universität stattfand. Er war schon einen Tag eher angereist, um sich die Stadt anzuschauen, war aber, so wie ich, ziemlich enttäuscht von ihr. Diese Gemeinsamkeit machte ihn mir gleich um einiges sympathischer.
Die Art, wie er immer wieder seine Hand auf meinen Oberschenkel legte oder rein zufällig meine Hand berührte oder immer mal wieder einen Blick in den Ausschnitt meiner Bluse warf, machte mir unmissverständlich deutlich, dass er auf mehr aus war als eine nette Plauderei am Bartresen.
Ja, Maria, ich weiß, spätestens jetzt hätte ich die Reißleine ziehen, meinen Drink bezahlen und mich von ihm verabschieden müssen. Aber ich habe es nun einmal nicht gemacht. In meinem leicht benebelten Zustand, er hatte mir noch einen weiteren Whisky-Soda spendiert, habe ich mir gedacht: Ein kleines, unverhofftes Abenteuer hast du schon lange nicht mehr gehabt. Vielleicht war das ja der höhere Sinn und Zweck meiner Fahrt nach Gerstenheim. Dass ich hier, an der Theke von Harrys Bar Number 5, den Mann meiner Träume kennenlerne. Gutaussehend, eloquent und intelligent, der im Bett keine Wünsche offenlässt.
Als klar war, was wir voneinander wollten, verließen wir die Bar. Er hatte im Hotel ein Zimmer gebucht und ließ sich vom Barkeeper, der tagsüber auch als Rezeptionist arbeitete, den Zimmerschlüssel geben. Dieser sah uns mit einem anzüglichen Lächeln nach, als wir durch eine Seitentür von der Bar in die kleine Hotellobby gingen.
Angesichts der gierigen Blicke, mit denen er mich in der Bar angeschaut hatte, rechnete ich fest damit, dass er mich bereits im Fahrstuhl küssen und begrapschen würde. Nun, ich hätte nichts dagegen gehabt. Doch abgesehen davon, dass er mich in den Arm nahm, mich verliebt anlächelte und mir einen zarten Kuss auf die Stirn hauchte, passierte auf der Fahrt in den dritten Stock nichts Aufregendes.
Das Zimmer entsprach dem öden Gesamteindruck, den das Hotel vermittelte: ein abgenutzter Teppichboden, ein alter Sekretär, ein Sessel, davor ein kleiner, runder Tisch, ein Kleiderschrank, der aussah, als habe man ihn auf dem Sperrmüll gefunden, und ein französisches Doppelbett. Hoffentlich hängt die Matratze nicht durch, dachte ich instinktiv bei seinem Anblick. Denn für einen guten Fick sind zwei Dinge unumgänglich: ein Typ, der sein Handwerk beherrscht, und eine gute, stabile Matratze.
Während ich in der Mitte des Zimmers stand und mich umsah, öffnete er den Kleiderschrank und holte irgendetwas aus der Tasche eines Jackets. Dann kam er wieder zu mir zurück und trat hinter mich. Er umarmte mich und küsste meinen Nacken. Dann zeigte er mir, was er geholt hatte: Es war ein längliches, pechschwarzes Baumwolltuch. Mit sanfter Stimme schlug er mir vor, dass er mir gerne die Augen verbinden würde. Ich könne unbesorgt sein, er würde mich nicht fesseln oder mir auch nur den geringsten Schmerz zufügen und ich könnte die Augenbinde auch jederzeit entfernen. Sie diene einzig und allein dazu, meine Lust zu steigern.
Sein Ansinnen kam mir im ersten Moment nicht geheuer vor. Für ein paar Sekunden stieg Angst in mir hoch, dass ich mich in ihm getäuscht hatte und an einen Perversling geraten sei. Doch die Tatsache, dass er mich in keinster Weise bedrängte, ließ mein Vertrauen zu ihm wieder zurückkehren, und ich gab ihm meine Zustimmung. Geschickt faltete er den Stoff so zusammen, dass ein ungefähr fünf Zentimeter breiter Streifen entstand, mit dem er dann meine Augen verband.
Totale Schwärze umgab mich, und ab sofort konnte ich, was um mich geschah, nur noch mit meinem Gehör wahrnehmen. Er ließ mich los und sagte mir, dass ich einfach stehen bleiben solle, er wäre gleich wieder bei mir.
Ich hörte das Rascheln von Kleidung und schloss daraus, dass er sich auszog. Als er kurz darauf zu mir zurückkam und mich von hinten umarmte, spürte ich, dass ich richtig vermutet hatte. Er war nackt, und an meinem Po konnte ich sein hartes Glied spüren.
Ich wollte mich nun auch rasch ausziehen, doch er bat mich, ich möge einfach still stehen bleiben, denn er würde meinen wundervollen Körper entblättern. Ja, Maria, er gebrauchte tatsächlich das romantische Wort “entblättern“ und das aus dem Mund eines rationalen Mathematikers. Nun, ich ließ ihn gewähren und war angenehm überrascht.
Die meisten Männer, zumindest die, die ich bis jetzt kennengelernt habe, sind, was das richtige Ausziehen einer Frau betrifft, dazu schlichtweg nicht in der Lage. Sie sind entweder zu grob, sodass man ständig Angst hat, dass sie einem das Kleid oder die Bluse zerreißen, was bei Vergewaltigungsspielchen ja okay ist, aber auf so etwas stehe ich ja nun ganz und gar nicht, oder sie stellen sich einfach zu ungeschickt an und kommen mit dem Öffnen von Knöpfen und Reißverschlüssen nicht zurecht oder versagen beim Öffnen des BH-Verschlusses.
Jochen bildete hier eine rühmliche Ausnahme. Mit einer gewandten Routiniertheit, die darauf hindeutete, dass er diese Prozedur nicht zum ersten Mal durchführte, zog er mich langsam aus, bis ich schließlich, nur noch mit meinem Slip bekleidet, vor ihm stand.
Es tat wohl, die Wärme seiner Haut und das Spiel seiner Muskeln zu spüren, während er mich heftig streichelte. Durch den dünnen Baumwollstoff meines Slips spürte ich an meiner Poritze sein hartes Glied. Was er von mir sah, schien ihm offenbar zu gefallen und Lust auf mehr zu machen.
Er hatte mir zwar eine passive Rolle zugewiesen, doch für mich war jetzt der Augenblick gekommen, wo es unabdingbar war, dass ich zumindest für einen Moment einen aktiveren Part übernahm. Mit sanfter Gewalt entzog ich mich seiner Umarmung und drehte mich um. Jetzt standen wir uns gegenüber. Es folgten heftige, gierige Küsse. Seine Hände schienen sich plötzlich vervielfacht zu haben, denn ich spürte sie zur gleichen Zeit an den unterschiedlichsten Stellen. Auch jetzt noch erregt es mich, Maria, wenn ich daran denke, wie er meine Brüste mit sanftem Druck massiert und mit seiner Zunge ihre Nippel liebkost hat.
Langsam glitt ich, ihn pausenlos mit Küssen bedeckend, an seinem muskulösen Oberkörper entlang nach unten, bis ich endlich vor ihm kniete. Mit beiden Händen umklammerte ich seine Pobacken und begann mit meinen Lippen und meiner Zunge, den Bereich unter seinem Bauchnabel zu erkunden.
Das Erste, was ich mit leichter Überraschung registrierte, war, dass er rasiert war. Mit zahlreichen Küssen und dem intensiven Einsatz meiner Zungenspitze begann ich nun langsam, den Bereich unterhalb seines Bauchnabels zu erkunden.
Klar, ich hätte auch meine Hände zur Hilfe nehmen und mir seine Männlichkeit sofort in den Mund stecken können. Aber ich wollte diese ungewohnte Situation, meinen Partner nur mit Händen, Zunge und Lippen wahrzunehmen, genussvoll auskosten, denn ich fand immer mehr Gefallen an ihr.
Schließlich hatte ich mich so weit vorgearbeitet, dass ich den Schaft seines Gliedes mit meinen Lippen berührte.
Jetzt konnte ich nicht anders. Ich musste seinen Schwanz einfach in die Hand nehmen und was ich da spürte, steigerte die erwartungsvolle Erregung, in der ich mich schon die ganze Zeit über befand.
Weißt du, Maria, die ganzen Frauen, die mit treuherzigem Augenaufschlag behaupten, es käme beim Sex nicht auf die Größe des Schwanzes an, sind in meinen Augen nichts anderes als verlogene Heuchlerinnen. Denn machen wir uns nichts vor: Natürlich schauen wir, wenn wir mit einem Typen in die Kiste steigen, nach, wie er ausgestattet ist.
Und ja, ich bin da ganz ehrlich, ein Mann sollte da für mich schon etwas zu bieten haben. Ich meine damit nicht diese furchteinflößenden Monsterschwänze der Pornodarsteller, bei denen ich Angst hätte, ob ich einen harten Fick mit denen überleben würde, aber ich sollte ihn schon spüren können, wenn er in mir ist.
Bei Jochen konnte ich mir nur mit Hilfe meiner Hände, meiner Zunge und meiner Lippen, ein Bild von seiner Männlichkeit machen. Und was ich da ertastete und erspürte, fühlte sich ausgesprochen gut an. Meine Hände, die an seinem Schaft entlangstreichelten, signalisierten mir eine angenehme Länge und Dicke seines Schwanzes. Der Gedanke, ihn gleich in mir zu spüren, steigerte meine Erregung.
Doch zunächst begann ich, ihn nach allen Regeln der Kunst oral zu verwöhnen. Ich weiß nicht, wie du da vorgehst, Maria. Bei Jochen habe ich damit begonnen, ganz sachte seine Eier zu massieren und an seinem prallen Sack zu lecken. Dann glitt ich weiter nach oben, wobei ich seinen harten Schwanz ausgiebig küsste und leckte.
All das war, wie du dir sicher denken kannst, Maria, nur das Vorspiel zu der oralen Verwöhnung, die ich seinem besten Teil angedeihen ließ. Ich rutschte auf den Knien noch etwas näher an ihn heran und begann, langsam die Vorhaut seines Schwanzes zurückzuziehen. Da ich nichts sehen konnte, musste ich mich dabei ganz auf mein Gefühl verlassen. Aber da von seiner Seite kein Protest kam, muss ich meine Sache wohl gut gemacht haben. Während ich mit der rechten Hand den Schaft seines Gliedes festhielt, begann ich mit der Zungenspitze nun langsam seine blanke Eichel zu liebkosen.
Für einen Moment war ich drauf und dran, mir die Augenbinde abzustreifen, um mir seinen erregierten Penis anzuschauen. Doch ich unterdrückte diesen Impuls, denn ich fand immer mehr Gefallen daran, mich bei der Erkundung seiner Männlichkeit nur auf meine Hände, meine Lippen und meine Zunge zu verlassen. Schließlich geschah das, was geschehen musste: Ich nahm seinen Schwanz in den Mund und begann, ihn kräftig zu lutschen und an seiner Eichel zu saugen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, so als ob es gerade eben erst geschehen wäre, wie Jochen stöhnte und dann meinen Kopf mit beiden Händen an den Schläfen festhielt. Es war ein wirklich schöner und angenehmer Mundfick, den er mir bereitete. Viele Männer sind hier ja nicht besonders rücksichtsvoll und rammen einem ihr Teil so tief in die Kehle hinein, dass man als Frau Angst hat, in der nächsten Minute zu ersticken.
Bei ihm hingegen war es anders: leichter, spielerischer und zärtlicher. Wenn ich seinen Schwanz zwischendurch einmal aus dem Mund nehmen musste, um Luft zu holen, wichste ich ihn nach Herzenslust schnell und kräftig. Wie oft wir dieses Spiel wiederholten, vermag ich nicht mehr zu sagen. Irgendwann signalisierte er mir, dass es nun genug sei, und ich hörte auf.
Als ich aufstand, war ich etwas wackelig in den Beinen und war froh, dass er mich in seinen Armen festhielt. Wir versanken in einem heftigen, gierigen Kuss, der die ganze Gier und Lust, die sich in den letzten Minuten in uns aufgestaut hatte, ausdrückte.
Nachdem wir uns voneinander gelöst hatten, nahm er meine Hand und führte mich zum Bett. Mit einem sanften Druck seiner Hände bedeutete er mir, dass ich mich auf den Rücken legen solle.
Erleichtert registrierte ich, dass die Matratze fest und stabil war. Einem guten Fick würde nun nichts mehr im Wege stehen.
Voller Vorfreude und Verlangen wollte ich meinen Slip ausziehen, doch er flüsterte mir zu, dass ich damit noch warten möge. Erneut stiegen für einen Moment Zweifel in mir hoch. War er vielleicht einer dieser soften Typen, die bei einer fremden Frau nur auf Kuschelsex standen? Ein bisschen küssen, ein wenig streicheln und das war es dann. Wenn das der Fall war, dann hätte ich auch unten an der Theke sitzen bleiben und mir gepflegt einen kleinen Rausch antrinken können, dachte ich.
Doch seine heftigen Küsse, wie er meine Brüste massierte und mich am ganzen Körper streichelte, ließen meine Befürchtungen verschwinden. Ich spürte, er wollte mich, und ich war bereit, mich ihm hinzugeben. Meine Lust wurde noch dadurch gesteigert, dass er bei seinen Berührungen um mein kleines Schatzkästlein, das ich zwischen den Beinen besaß, einen Riesenbogen machte. Offenbar wollte er sich diesem Bereich meines Leibes erst dann widmen, wenn ich es vor Erregung nicht mehr aushielt.
Mein immer intensiver werdendes Stöhnen, mein lustvolles Hin- und Herwinden, zeigten ihm, dass er den nächsten Schritt nicht mehr länger hinauszögern dürfe. Ich kann das Gefühl nicht in Worte fassen, als er endlich den Saum meines Slips etwas anhob und mit seiner Hand auf meine Vulva glitt.
Es war einfach nur himmlisch, Maria, als ich spürte, wie er sachte über die schmale und kurz geschnittene Landebahn strich, die ich mir in den vergangenen Wochen hatte wachsen lassen, weil mir meine blank rasierte Möse auf einmal zu langweilig und zu kindlich vorkam.
Als er dann endlich meinen Slip herunterzog, konnte ich meine Gier nach seinem Schwanz kaum noch aushalten. Gleich würde es soweit sein.
Doch zunächst geschah etwas, womit ich in meinem erregten Zustand überhaupt nicht gerechnet hatte. Denn nicht nur, dass er aufhörte, meinen Venushügel zu berühren, nein, er stand auf und entfernte sich vom Bett.
Ich war drauf und dran, ihn zu fragen, was los sei, unterließ es aber, denn ich nahm an, er würde lediglich kurz nach einem Kondom suchen. Mir wäre es zwar lieber gewesen, wenn ich seinen heißen Saft in mir gespürt hätte, aber nun ja, wenn es ihm so lieber war, dann sollte es eben so sein, dachte ich. Das Rascheln von Kleidungsstücken, das ich kurz darauf hörte, schien meine Vermutung zu bestätigen.
Während Jochen also nach einem Präservativ suchte, spreizte ich schon einmal ein wenig meine Beine. Nicht sehr weit, denn das sieht, wie ich finde, ordinär aus, sondern nur ein bisschen, gewissermaßen als Zeichen, dass ich bereit war, ihn zu empfangen.
Und ich begann, mir vorzustellen, wie es gleich weitergehen würde: Vielleicht zuerst ein bisschen Fingern, eventuell ein kurzer, rascher Fingerfick, um mich auf Touren zu bringen, dann, so stellte ich mir vor, würde er seinen Kopf in meinen Schoß vergraben und mich ausgiebig lecken und meine Lustperle mit seiner Zungenspitze stimulieren. Schließlich würde sich sein harter Schwanz in meine enge, nasse Vagina hineinschieben. Meine Fantasie war in diesem Moment so intensiv, dass ich ihn schon förmlich in mir spürte. Ja, und dann würden seine Fickstöße uns beide unaufhaltsam auf den Gipfel der Lust bringen.
Was letztendlich der Auslöser war, der mich wieder in die Realität zurückholte, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich hatte zwar jegliches Zeitgefühl verloren, aber irgendwann kam mir die Dauer seiner Abwesenheit doch außergewöhnlich lang vor. Die Suche nach einem Gummi konnte ja keine Stunden dauern. Hinzu kam, dass ich seit einer Weile kein Rascheln von irgendwelchen Kleidungsstücken hören konnte. Stattdessen, und das irritierte mich am meisten, vernahm ich Schritte im Raum. Aber es waren nicht diese dumpfen, tappsigen Laute, die man vernimmt, wenn jemand barfuß oder nur in Socken im Zimmer umhergeht, sondern der harte Klang, den Schuhe auf einem Dielenboden erzeugen.
Irgendwie kam mir das alles äußerst merkwürdig vor, und ich wollte wissen, was da vor sich ging. Ich richtete mich also ein wenig auf und nahm die Augenbinde ab. Der plötzliche Wechsel vom Dunklen ins Helle blendete mich, und ich brauchte einen Moment, um meine Umgebung wieder vollständig wahrzunehmen.
Ich kann dir wirklich nicht sagen, Maria, was ich zu sehen erwartet hatte. Es war aber definitiv nicht das, was ich sah:
Vollständig angezogen stand Jochen am Fußende des Bettes und schaute mit einem Lächeln, das man sowohl als abschätzig als auch als bedauernd interpretieren konnte, auf mich herab.
Ich wollte gerade ansetzen, um ihn zu fragen, was um Himmels willen denn los sei. Doch er kam mir zuvor. Was er mir dann sagte, hat sich so tief in mein Gedächtnis eingegraben, dass ich es dir wortwörtlich wiedergeben kann. Er sagte:
’Luisa, es tut mir leid, aber das wird nichts mit uns beiden. Du hast eine fantastische Figur. Geile Titten, einen super Arsch und Blasen kannst du wie nur wenige Frauen. Aber es ist nun mal so, dass ich nur vollkommen blanke Mösen ficke, und deshalb müssen wir unser kleines Techtelmechtel jetzt beenden. Ich werde jetzt für ungefähr zwei Stunden weg sein. Du dürftest also ausreichend Zeit haben, um zu duschen und dich zurechtzumachen. Wenn du gehst, schließe bitte ab und gib den Zimmerschlüssel unten an der Bar ab.‘
Es war, als hätte man mir aus heiterem Himmel einen Eimer eiskaltes Wasser ins Gesicht geschüttet, als ich diese Worte hörte. Für einen Augenblick dachte ich, das alles sei nur ein schlechter Scherz. Gleich würde er sich wieder ausziehen und wir würden uns lieben. Doch dann realisierte ich, dass es sein völliger Ernst war. Die kalte, nüchterne Entschlossenheit, mit der er zu mir sprach, zeigte mir ferner an, dass es keinen Zweck hatte, zu versuchen, mit ihm zu diskutieren und ihn umzustimmen.
Darüber hinaus befand ich mich in einer Art Schockstarre, denn das alles geschah so plötzlich, von einem Moment auf den anderen, dass ich gar nicht in der Lage war, etwas halbwegs Vernünftiges zu sagen. Also starrte ich ihn nur fassungslos an und versuchte zu begreifen, was soeben mit mir geschehen war.
Das Geräusch der ins Schloss fallenden Zimmertür ließ mich zusammenbrechen. Plötzlich schien alles auf mich einzustürzen: das nicht stattgefundene Treffen bei Brunner Global Investment, die Unsicherheit, ob sie sich am Pegasus-Projekt beteiligen werden, und die Ereignisse der letzten halben Stunde, und ich begann hemmungslos zu weinen.
In solchen Momenten, in denen ich mich hilflos, verzweifelt und von aller Welt verlassen fühle, falle ich in Verhaltensweisen zurück, die ich mir in meiner Pubertät angeeignet habe. Ich fing an, mich zu streicheln. Zuerst ganz sachte, dann immer intensiver strich ich mit meinem rechten Zeige- und Mittelfinger an meinen Schamlippen entlang, berührte meine Klit und fickte mich selbst mit meinen beiden Fingern. Der Orgasmus kam schnell und heftig. Er war bei weitem nicht das, was ich mir vor ein paar Minuten erträumt hatte, aber er löste zumindest die Anspannung, unter der ich seit Jochens Weggang gestanden hatte.
Die anschließende Dusche war eine Wohltat. Mir war, als würde ich all das Negative, was ich in den vergangenen Stunden erlebt hatte, von mir waschen.
In einem Imbiss in der Einkaufszone aß ich dann noch einen Dönerteller mit Pommes, der mir hervorragend schmeckte.
Ein völlig überfüllter ICE brachte mich dann nach Hamburg zurück.
Tja, Maria, das war mein Treffen bei Brunner Global Investment und mein Tag in Gerstenheim. Ich hoffe, dass ich dich nicht allzu sehr mit meinem weinerlichen Gejammere gelangweilt habe, aber ich musste das alles einfach mal loswerden, und ich danke dir von Herzen für deine Geduld.“
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für mich ist jede Geschichte, die ich schreibe, ein Experiment,in dem ich bestimmte Dinge ausprobiere. Hier wollte ich einfach mal versuchen, eine längere direkte Rede zu schreiben.
In der ursprünglichen Fassung begann die Geschichte sofort mit Luisas Bericht, aber dann fand ich die Idee witzig, dem Ganzen noch eine kleine Vorrede voranzustellen.
Der neutrale Dritte spielt in meinen Augen für die Geschichte so gut wie keine Rolle, ist er doch lediglich der Protokollant von Luisas Erzählung, die er ohne Kommentar, sieht man einmal von seiner einleitenden Bemerkung ab, dass ihn der Bericht mitgenommen hat, ab.
Was den deiner Ansicht nach falschen Tonfall betrifft, so magst du Recht haben. Da müsste ich bei einer neuen Geschichte, in der eine Frau im Mittelpunkt steht, noch stärker auf Ausdrucksweise und Setting der Story achten.
Auf jeden Fall danke ich dir für deine konstruktiven Hinweise,
herzliche Grüße
Jürgen47«
Kommentare: 158
Kommentare: 44
Gegen ein (erklärendes) Vorwort spricht nichts, aber warum der Autor vom Lesen seiner eigenen Geschichte abrät, bleibt sein Geheimnis.
Namen zu ändern ist immer eine gute Idee, aber das hätte Brunner Global Investment einschließen müssen. Diese Firma gibt es wirklich (seit 1927; brunner.co.uk) und ist Teil der Allianz-Gruppe. Reale Firmennamen würde ich wegen rechtlichen Konsequenzen unbedingt vermeiden.
Ansonsten finde ich die Geschichte ganz nett, auch wenn die erotische Einlage etwas erzwungen wird. Fairerweise sagt das der Autor in der Einleitung selbst.«